Europas Wüste Cabo de Gata – wo Lebensfeindlichkeit und Artenreichtum aufeinandertreffen

Entdecken Sie die außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt des Naturparks Cabo de Gata in Almería

Cabo de Gata: Europas Wüste voller seltener Arten
Der Naturpark Cabo de Gata bietet einzigartige Kulissen. // Foto: Joan Costa - Pexels

Cabo de Gata in Andalusien

Vulkanische Berge, trockene Steppen, wunderschöne Küsten und eine atemberaubende Tier- und Pflanzenvielfalt erwarten einen im Naturpark Cabo de Gata in Almería.

Auf einer Landfläche von 37.000 Hektar – das ist etwa eineinhalbmal so groß wie der Nationalpark Bayerischer Wald – und 12.500 Hektar Meeresfläche liegt dieses besondere Schutzgebiet in der Provinz Almería.

Der Naturpark scheint für alle etwas zu bieten: Wanderungen durch groteske Landschaften, besonders seltene Tierarten oder Pflanzen, die es hier – und sonst nirgends auf der Welt – zu sehen gibt. Auf nach Cabo de Gata!

Die Landschaft

Das extreme Halbwüstenklima erschuf eine der trockensten Regionen in ganz Europa. Aber das Cabo de Gata (wörtlich Katzenkap) ist so viel mehr als trockene Einöde.

Ein Teil der Landschaft ist vulkanischen Ursprungs mit grotesken Formationen. Lavaflüsse – das Ergebnis von Lava, die über die Landschaft floss und erstarrte; Vulkankegel – Erhebungen aus Asche, Lava und Gesteinsbrocken – und sogar fossile Riffe – versteinerte, ehemalige Korallen – prägen große Teile des Cabo de Gata.

Hinzu kommen Steppenlandschaften mit karger Vegetation, Salinen zur Salzgewinnung, Feuchtgebiete und spektakuläre Klippenlandschaften entlang der Küste. Dazu prahlen im Meeresteil des Naturparks die einzigartigen und so wertvollen Seegraswiesen Posidonia oceanica.

Das Cabo de Gata ist ein einzigartiger Naturraum – an Land und im Meer – und ist Heimat zahlreicher Arten, darunter viele gefährdete und endemische – also weltweit nur hier vorkommende – Arten.

Die Vögel

Das Cabo de Gata lässt das Herz eines jeden Ornithologen höher schlagen: Hunderte von Vogelarten, die in Salinen, Steppen und an der Küste wohnen. Außerdem Heimat für Zugvögel aus ganz Europa und Afrika. Einige stark gefährdete Arten bekommt man hier vor das Fernglas.

Arten der Salinas de Cabo de Gata

Direkt an der AL-3115 liegt der Beobachtungspunkt Mirador Las Salinas. Entlang des offiziellen Rundwegs durch die Salinen liegen ebenfalls gute Aussichtspunkte und auch das Observatorio de Las Salinillas im Ort La Almadraba de Monteleva eignet sich hervorragend, um die folgenden Vogelarten der Salinen zu bewundern – darunter die gefährdete Weißkopf-Ruderente.

  • Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus)
  • Audouinmöwe (Larus audouinii)
  • Weißkopf-Ruderente (Oxyura leucocephala)
  • Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta)
  • Stelzenläufer (Himantopus himantopus)
  • Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus)

Arten der Steppengebiete

Wenig Niederschlag formt diese trockene, karge Landschaft. Dennoch ist sie Heimat für diese ganz besonderen Vogelarten. Die Dupontlerche zum Beispiel ist in den offenen Steppen ein extrem seltener Blickfang.

  • Trompetergimpel (Bucanetes githagineus)
  • Wüstengimpel (Bucanetes githagineus)
  • Dupontlerche (Chersophilus duponti)
  • Triel (Burhinus oedicnemus)
  • Zwergtrappe (Tetrax tetrax)

Arten der Sierra de Cabo de Gata

Zwischen tiefen Schluchten, steilen Klippen und einer Lagunenlandschaft fühlen sich diese Arten wohl:

  • Habichtsadler (Aquila fasciata)
  • Uhu (Bubo bubo)
  • Fischadler (Pandion haliaetus)
  • Wanderfalke (Falco peregrinus)
  • Steinkauz (Athene noctua)
Cabo de Gata: Europas Wüste voller seltener Arten
Ein echter Hingucker – der Rosa Flamingo lebt ganzjährig in Cabo de Gata. // Foto: Жанна Алимкулова – Pexels

Die Säugetiere

Das Ökosystem im Naturpark bietet kontrastreiche Lebensbedingungen, in denen nicht jede Art überleben kann. Diese hier haben es gemeistert:

  • Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)
  • Rotfuchs (Vulpes vulpes)
  • Steinmarder (Martes foina)
  • Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta)
  • Europäischer Igel (Erinaceus europaeus)
  • Weißzahnspitzmäuse (Crocidura russula)
  • Fledermäuse – verschiedene Arten

Die Reptilien

Die Trockenheit bietet perfekte Bedingungen für diese Kriechtiere – die Maurische Landschildkröte ist weltweit gefährdet.

  • Maurische Landschildkröte (Testudo graeca)
  • Perleidechse (Timon lepidus)
  • Mauereidechse (Podarcis muralis)
  • Spanischer Sandläufer (Psammodromus hispanicus)
  • Schlangenaugen-Eidechse (Acanthodactylus erythrurus)
  • Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis)
  • Montpellier-Schlange (Malpolon monspessulanus)
  • Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon)

Die Amphibien

Sogar Tiere, für die Wasser überlebenswichtig ist, kommen in einem der trockensten Klimata Europas klar: Temporäre Wasserstellen und rare Wasserquellen geben den Amphibien die Lebensgrundlage.

  • Wechselkröte (Bufotes boulengeri)
  • Iberischer Wasserfrosch (Pelophylax perezi)
  • Spanischer Rippenmolch (Pleurodeles waltl)

Die Pflanzen

Nur die Harten kommen in Cabo de Gatas Garten … Trockenheit, salzige Luft, Wind oder vulkanischer Boden – wer im Nationalpark Almerías wächst, muss sich auf Extrembedingungen spezialisieren.

Diese Arten gibt es hier – und nur hier! Wenn Arten nur in einem Gebiet weltweit vorkommen, nennt man sie Endemiten – und davon hat das Cabo de Gata gleich einige parat:

  • Dragoncillo del Cabo (Antirrhinum charidemi)
  • Zamarrilla del Cabo (Teucrium charidemi)
  • Clavellina del Cabo (Dianthus charidemi)
  • Gordolobo del Cabo (Verbascum charidemi)
  • Aulaga mora (Ulex canescens)

Weitere typische Arten des Nationalparks

  • Amerikanische Agave (Agave americana)
  • Chumberillo de lobo (Caralluma europaea)
  • Androcymbium (Androcymbium europaeum)
  • Esparto-Gras (Stipa tenacissima)
  • Europäische Zwergpalme (Chamaerops humilis)
  • Limonium-Arten (Limonium spp.)
Mehrfach ausgezeichnet

Für seine Einzigartigkeit wurde Cabo de Gata gleich mehrfach ausgezeichnet: Stolz darf man sich Biosphärenreservat, UNESCO Global Geopark, besonders geschütztes Gebiet von mediterraner Bedeutung (SPAMI) und Ramsar-Feuchtgebiet (Salinas de Cabo de Gata) nennen.

1987 wurde der Naturpark zum ersten großflächigen maritim-terrestrischen Schutzgebiet Andalusiens. Na, wenn das nicht Gründe genug sind, den Naturpark und seinen überraschenden Artenreichtum zu besichtigen.

Die Wüste Europas mag zuerst nicht nach Biodiversitäts-Hotspot klingen. Bei genauerem Hinschauen hat das Cabo de Gata aber ganz spezielle Lebensräume und damit ganz besondere, seltene und stark gefährdete Arten, die teilweise auf der ganzen Welt nur hier vorkommen. Eine Reise wert für jeden Naturfan!

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein