Benzinpreise in Spanien
Die Preise in Spanien bleiben hoch und die Inflationsrate verharrt bei 4,9 Prozent. Damit erreicht sie weiterhin den höchsten Stand seit Februar 2023.
Für Autofahrer gibt es zumindest eine gute Nachricht: Die staatliche Steuervergünstigung auf Benzin und Diesel bleibt auch im November bei 20 Cent pro Liter.
Das geht aus den vorläufigen Zahlen hervor, die das spanische Statistikamt INE am Freitag, den 30. Oktober, veröffentlicht hat.
Nachdem die Inflation im August noch bei 4,3 Prozent gelegen hatte, war sie im September auf 4,9 Prozent gestiegen. Im Oktober hat sich dieser Wert nicht weiter erhöht, aber auch nicht verringert.
Der Rückgang der Kraftstoffpreise konnte den Preisanstieg in anderen Bereichen nicht ausgleichen. Insbesondere Gas, flüssige Brennstoffe und touristische Pauschalangebote trieben die Inflation weiter nach oben.
Steuervergünstigung von 20 Cent bleibt im November bestehen
Für Autofahrer ist vor allem die Entscheidung der spanischen Regierung zur weiteren steuerlichen Entlastung wichtig. Ursprünglich sollte die Vergünstigung auf Benzin und Diesel schrittweise reduziert werden: von 20 Cent pro Liter im Oktober auf 13 Cent im November und sechs Cent im Dezember.
Die Regelung enthält jedoch eine sogenannte Schutzklausel. Danach bleibt die Steuervergünstigung bei 20 Cent pro Liter, wenn der Verbraucherpreisindex für Benzin oder Diesel im September mehr als 15 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats liegt.
Diese Voraussetzung wurde erfüllt. Nach den vom INE veröffentlichten Septemberdaten verteuerte sich Diesel im Jahresvergleich um 34 Prozent, Benzin um 27,5 Prozent. Die Regierung setzte deshalb die ursprünglich vorgesehene Kürzung aus.
Gas und Heizöl treiben die Inflation nach oben
Dass die Inflationsrate trotz günstigerer Kraftstoffe nicht weiter zurückgeht, liegt vor allem an der Entwicklung anderer Energiepreise und Dienstleistungen.
Nach Einschätzung des INE verteuerte sich Gas im Oktober stärker als im Vorjahresmonat. Auch flüssige Brennstoffe, darunter beispielsweise Heizöl, wurden teurer. Im Oktober 2025 waren ihre Preise noch gesunken.
Hinzu kommen die touristischen Pauschalangebote. Zwar gingen deren Preise auch in diesem Oktober zurück, allerdings weniger stark als ein Jahr zuvor. Dadurch fiel ihr dämpfender Effekt auf die allgemeine Preisentwicklung geringer aus.
Auf der anderen Seite stiegen Lebensmittel und alkoholfreie Getränke sowie Bekleidung weniger stark als im Oktober 2025. Auch die günstigeren Kraftstoffe wirkten sich positiv auf die Inflationsentwicklung aus. Insgesamt reichten diese Faktoren jedoch nicht aus, um die Teuerungsrate zu senken.
Kerninflation bleibt bei 3,1 Prozent
Auch bei der sogenannte Kerninflation gibt es noch keine Entwarnung. Sie berücksichtigt weder unverarbeitete Lebensmittel noch Energie und zeigt damit, wie sich die Preise unabhängig von diesen besonders schwankungsanfälligen Bereichen entwickeln.
Im Oktober lag die Kerninflation wie bereits im September bei 3,1 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent.
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), der einen Vergleich mit den anderen EU-Staaten ermöglicht, sank im Jahresvergleich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Seine Kerninflationsrate lag ebenfalls bei 3,1 Prozent.
Auch die spanische Wirtschaftsforschungsstiftung Funcas rechnet vorerst nicht mit einer deutlichen Entspannung. In ihrer Prognose vom 14. Oktober hatte sie für Oktober noch eine Inflationsrate von 4,6 Prozent erwartet. Tatsächlich lag der vorläufige Wert mit 4,9 Prozent darüber.
Für die kommenden Monate geht Funcas von einer Inflationsrate um 4,5 Prozent aus. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Stiftung eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,7 Prozent, für 2027 von 3,1 Prozent.
Als wesentliche Unsicherheitsfaktoren nennt Funcas die Entwicklung des Konflikts im Iran, die internationalen Energiepreise und die steuerlichen Maßnahmen der spanischen Regierung.
Quellen: INE, RTVE, El Mundo



























































