Málaga blüht wieder violett: Warum die Jacaranda mehr nützt als schadet

Ein Botanik-Professor der Universität Málaga erklärt, was hinter dem klebrigen Belag auf den Gehwegen steckt

Jacarandas in Málaga

Violette Bäume in Málaga

Jedes Jahr im Mai und Juni verwandelt die Jacaranda die Straßen von Málaga in ein violettes Blütenmeer. Der südamerikanische Laubbaum gehört seit dem 20. Jahrhundert zum Stadtbild und blüht in diesen Wochen besonders intensiv.

Weniger beliebt ist der klebrige Belag, der sich auf Gehwegen und Schuhsohlen absetzt. Doch der ist nicht das Werk des Baumes selbst.

Jaime Pereña Ortiz, Professor am Botanischen Institut der Universität Málaga, hat gegenüber der spanischen Tageszeitung Málaga HOY die Vorteile der Jacaranda aufgelistet und erklärt, woher die unbeliebte Klebrigkeit wirklich kommt. Die Ursache: ein Blattlaus-Befall.

Die Insekten befallen die Blüten und scheiden dabei eine zuckerhaltige Flüssigkeit aus, die sich auf dem Boden absetzt. „Das ist völlig normal, weil der Baum durch seine Attraktivität viele Insekten anzieht“, sagt Pereña.

Der Belag lasse sich problemlos mit Wasser und Seife entfernen und sei weder ätzend noch schädlich für den Untergrund.

Die Jacaranda binden Kohlendioxid

Jacarandas in Málaga
Im Mai sind die Jacarandas in Málaga präsent.

Die eigentlichen Leistungen des Baumes liegen anderswo. Als Laubbaum bindet die Jacaranda laut Pereña große Mengen Kohlendioxid und trägt so zur Luftreinhaltung in der Stadt bei.

Ihr dichtes Blätterdach spendet Schatten und wirkt der städtischen Wärmeinsel entgegen: jenem Effekt, bei dem Asphalt, Beton und fehlende Begrünung die Temperaturen in Städten spürbar erhöhen. Dazu kommen ökologische Vorteile: Die auffälligen, duftenden Blüten versorgen Bestäuber während der Blütezeit mit Nahrung.

Pereña fasst es knapp zusammen: „Wenn man Nutzen und Nachteile gegeneinander abwägt, gewinnen wir mit dieser Pflanze.“

Die Jacaranda stammt aus Südamerika und kann zwischen 6 und 20 Meter hoch werden, mit einer Kronbreite von bis zu 20 Metern. Ihre Wurzeln reichen bis zu 4 Meter in die Breite und anderthalb bis zwei Meter in die Tiefe.

Wegen ihrer großen Schattenspende hat sie sich von Málaga aus in viele weitere Städte Andalusiens verbreitet.

Quelle: Málaga Hoy

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