Almachár in der Axarquía
Rund 2.000 Einwohner leben in dem Dorf Almáchar, das sich im Herzen der Axarquía, auf einem Hügel zwischen den Flüssen El Borge und Almáchar befindet.
Von Málaga Stadt aus erreicht man den von Weinbergen und Olivenhainen gesäumten Ort nach 37 Kilometern Fahrt. Lässt man den Blick über die Landschaft schweifen, fallen einem die weißen Bauernhäuser mit ihren ‚Paseros‘ ins Auge – so werden die von niedrigen Mauern eingerahmten Flächen genannt, in denen die Trauben zum Trocknen an der Sonne ausgelegt werden, um sie in Rosinen zu verwandeln.
Für seine schmackhaften Rosinen, aber auch für den Wein aus der Muskatellertraube, ist Almáchar weitläufig bekannt. Die Erzeugung von Rosinen wird hier seit Jahrhunderten betrieben. Schon im Jahr 1556 galten Almáchar und El Borge als die Gemeinden mit der höchsten Rosinenproduktion.
Der besondere Wein und die ausgezeichneten Muskateller-Rosinen mit Herkunftsgarantie werden im Dorf in fast jedem Geschäft angeboten. Der größte Teil der Bevölkerung von Almáchar lebt von diesem traditionsreichen Erzeugnis.
Almáchar bildet außerdem Teil der Rosinenroute, der ‚Ruta de la Pasa‘, die durch sechs Axarquía-Gemeinden führt, in denen der Weinanbau und die Rosinenerzeugung auf eine lange Tradition zurückblicken.
Rosinenmuseum in Almáchar
Almáchar beherbergt ein ethnografisches Museum rund um die Rosine – das ‚Museo de la Pasa‘ in der Calle Martires 5, 42. In diesem Museum, das in einem traditionellen Dorfhaus untergebracht ist, wird die Lebensweise der Menschen in Dorf um die Jahrhundertwende nachempfunden.
Verschiedene Gegenstände aus jener Zeit, eine Sammlung von Lithografien, sowie alte Werkzeuge runden die Ausstellung ab, die dem Besucher Aufschluss über die Erzeugung der Rosinen gibt. Das Rosinenmuseum ist kostenlos zugänglich. Die Öffnungszeiten können beim Rathaus unter Telefon 952 512 002 angefragt werden.
Kalte Mandelsuppe mit Tradition
Ferner gilt das Dorf als die Wiege des Ajoblanco, einer kalten Mandelsuppe mit Olivenöl und Knoblauch, die an heißen Tagen für Erfrischung und Stärkung sorgt. Die Ajoblanco ist in Almáchar so tief verwurzelt, dass sie schon seit 1968 mit einem Fest geehrt wird, das diesem populären Gericht der regionalen Küche ein Denkmal setzt.
Diese berühmteste Feierlichkeit im Ort, die am ersten Samstag im September stattfindet, wurde offiziell zum Fest von touristischem Interesse in Andalusien erklärt. Verkostungen und Ausstellungen sind ebenso Teil des Festes, wie Auftritte lokaler Folklore- und Flamencogruppen. Zudem werden Szenen des ursprünglichen Dorflebens mit Puppen nachgestellt.
Mehr Wissenswertes und Sehenswertes
Das Dorf mit seinen weiß getünchten Häusern und den engen Gassen erinnert architektonisch stark an die Zeit der Mauren. Auch der Name stammt aus dem Arabischen – Almáchar bedeutet soviel wie Weide- oder Grünland.
Sehenswert ist die Pfarrkirche San Mateo im Zentrum des Dorfes, ein einzigartiges Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, dessen Turm im Mudéjar-Stil gehalten ist, während die Kirche selbst Elemente aus der Spätgotik und der Renaissance aufweist. Zwei Schreine beinhalten Bildnisse der Virgen de la Dolorosa, des Cristo del Corazón de Jesús und des verehrten Cristo de la Banda Verde.
Die um die Kirche verlaufende Calle Mártires, in der sich auch das Rosinenmuseum befindet, ist eine der schönsten Straßen der Ortschaft. Sehenswert ist auch die Calle de la Cabra, die sich als Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt anbietet.
Die ersten Siedlungen von Almáchar erstreckten sich am Flussufer, und krochen nach und nach den Hügel hinauf, wobei die bestehenden Häuser häufig als Stütze dienten.
Einen der schönsten Panoramablicke genießt man vom Dorfplatz aus. Etwas abseits des gleichnamigen Flusses befindet sich die Höhle ‚Cueva del Moro‘, die von den Gärten ‚Jardines de Forfe‘ umgeben ist. Einer Legende nach liegt in dieser Höhle ein sagenhafter Schatz begraben, den die Mauren dort einst bei ihrer Flucht vor den einfallenden Christen versteckt haben sollen.
Ende des 19. Jahrhunderts erreichte Almáchar übrigens eine überregionale Bekanntheit aufgrund der hochwertigen Leinenstoffe, die damals hier gewebt wurden.




























































