Andalusien schließt Wasserstoff-Abkommen mit Rotterdam und Nordrhein-Westfalen

Grüner Wasserstoff Andalusien
Jorge Paradela und Silke Krebs, Staatssekretärin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Junta de Andalucía

Grüner Wasserstoff in Andalusien

Andalusien will seine Rolle als Produzent von grünem Wasserstoff in Europa stärken. Dafür hat die Regionalregierung am 27. Oktober in Brüssel zwei Vereinbarungen unterzeichnet: eine gemeinsame Roadmap mit der niederländischen Hafenstadt Rotterdam und eine Absichtserklärung mit Nordrhein-Westfalen.

Ziel ist es, die industrielle Zusammenarbeit zu vertiefen, neue Investitionen zu ermöglichen und die Dekarbonisierung der europäischen Industrie voranzutreiben.

Die Unterzeichnung erfolgte im Rahmen der Europäischen Wasserstoffwoche, die vom 26. bis zum 30. Oktober stattfindet. Jorge Paradela, andalusischer Minister für Universität, Industrie, Energie und Innovation, sieht in den Partnerschaften einen Beitrag zur europäischen Energieunabhängigkeit.

Die aktuelle Energiekrise habe gezeigt, welche strategischen Risiken die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen mit sich bringe. Andalusien sei mit knapp 20 Gigawatt installierter Leistung aus erneuerbaren Energien gut aufgestellt, um grünen Wasserstoff in großem Maßstab zu produzieren.

Neben dem geplanten Andalusischen Tal des Grünen Wasserstoffs in Huelva sind weitere große Vorhaben im Campo de Gibraltar in der Provinz Cádiz vorgesehen. Auch in Almería und Sevilla gibt es entsprechende Initiativen.

Verbindung zwischen den Häfen Algeciras und Rotterdam

Die Vereinbarung mit Rotterdam führt eine Zusammenarbeit fort, die im Mai 2024 mit einer Absichtserklärung begonnen hatte. Die neue Roadmap wurde von Paradela und Tim Versnel, dem stellvertretenden Bürgermeister von Rotterdam mit Zuständigkeit für Hafen und Wirtschaft, unterzeichnet.

Das Abkommen umfasst drei strategische Kooperationsbereiche mit sieben Zielen, zwölf Programmen und 25 konkreten Maßnahmen. Dazu gehören eine gemeinsame Strategie für den Transport von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen, die Vernetzung von Unternehmen sowie die Förderung gemeinsamer Forschungs- und Pilotprojekte.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau einer europäischen Wertschöpfungskette für Wasserstoff. Andalusien verfügt über günstige Bedingungen für die Produktion durch Solar- und Windenergie. Rotterdam wiederum ist ein bedeutender Industrie- und Logistikstandort für die Einfuhr und Verteilung von Energie in Europa.

Paradela betonte die Bedeutung der Verbindung zwischen Süd- und Nordeuropa – vom Hafen Algeciras bis zum Hafen Rotterdam. Neben der Produktion müsse auch der Transport und die Verteilung des Wasserstoffs in andere Länder sichergestellt werden.

Nordrhein-Westfalen als Abnehmer für grünen Wasserstoff

Die zweite Vereinbarung unterzeichnete die Junta de Andalucía mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Nordrhein-Westfalens. Das Bundesland wurde durch Staatssekretärin Silke Krebs vertreten.

Nordrhein-Westfalen zählt zu den bedeutenden Industrieregionen Deutschlands. Vor allem die Stahl-, Chemie- und Energiewirtschaft benötigen große Mengen Energie und stehen vor der Aufgabe, ihre Produktion klimafreundlicher zu gestalten.

Da die Region nur begrenzte Möglichkeiten zur eigenen Wasserstoffproduktion hat, könnte Andalusien künftig als Lieferant erneuerbaren Wasserstoffs infrage kommen.

Die Absichtserklärung umfasst die Zusammenarbeit bei grünem Wasserstoff und seinen Folgeprodukten, darunter Ammoniak, Methanol und synthetische Kraftstoffe. Vorgesehen sind Pilot- und Demonstrationsprojekte, gemeinsame Forschungsaktivitäten sowie die Prüfung geeigneter Transportwege über See, Schiene und Pipelines.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung von Fachkräften für die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Außerdem wollen beide Regionen Erfahrungen bei der Bürgerbeteiligung austauschen und gemeinsame Technologieprojekte sowie Investitionen in innovative Industrievorhaben prüfen.

Krebs bezeichnete die geplante Zusammenarbeit als Brücke zwischen Andalusien und Nordrhein-Westfalen. Sie solle Arbeitsplätze schaffen, wirtschaftlichen Wohlstand sichern und zum Klimaschutz beitragen.

Andalusien baut europäisches Wasserstoff-Netzwerk aus

Mit den beiden neuen Vereinbarungen erweitert Andalusien sein Netzwerk europäischer Partner. Bereits zuvor hatte die Regionalregierung Kooperationen mit den deutschen Bundesländern Sachsen und Baden-Württemberg vereinbart.

Die Partnerschaften sollen Produktion, Transport, Forschung und industrielle Nachfrage stärker miteinander verbinden.

Quelle: Junta de Andalucía

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