Bitteres 1:1 bei Alavés: FC Málaga wird kurz vor dem ersten Saisonsieg ausgebremst

Adrián Niño bringt die Blau-Weißen in Führung und lässt die Andalusier lange vom ersten Dreier träumen. Doch ein höchst umstrittener Ausgleich sorgt für Ernüchterung

Deportivo Alavés - FC Málaga 1:1 | LaLiga EA Sports Spanien
Málagas Spieler freuen sich über die Führung durch Niño. // Foto: laliga.com

Deportivo Alavés – FC Málaga 1:1

Es war angerichtet für den ersten Saisonsieg des FC Málaga. Mehr als 80 Minuten lang hatten die Andalusier am Freitagabend im Estadio Mendizorroza alles dafür getan, endlich den ersehnten ersten Dreier nach der Rückkehr in die Primera División einzufahren.

Doch am Ende stand gegen Deportivo Alavés nur ein bitteres 1:1 (0:1). Besonders ärgerlich: Dem späten Ausgleich der Gastgeber ging ein äußerst umstrittenes Einsteigen gegen Málagas Abwehrspieler Ángel Recio voraus.

Die Fernsehbilder zeigten mehrfach deutlich, wie der Verteidiger von Pablo Ibáñez am Fuß getroffen wurde. Dennoch blieb der Treffer bestehen.

Damit wartet die Mannschaft von Trainer Funes auch nach dem zehnten Spieltag weiter auf ihren ersten Sieg. Statt mit drei Punkten und neuem Selbstvertrauen die Heimreise an die Costa del Sol anzutreten, mussten sich die Blau-Weißen mit einem Zähler begnügen.

Angesichts des Spielverlaufs und der strittigen Entscheidung fühlte sich dieses Unentschieden allerdings eher wie eine Niederlage an.

Adrián Niño bringt Málaga auf die Siegerstraße

Dabei präsentierte sich der FC Málaga gegenüber den vergangenen Auftritten deutlich stabiler. Nach der bitteren 2:5-Heimniederlage gegen Real Sociedad hatte Trainer Funes vor allem auf eine kompaktere Defensive gesetzt.

Seine Mannschaft agierte diszipliniert, hielt die Räume eng und ließ den Gastgebern nur wenige Möglichkeiten, gefährlich vor das Tor von Alfonso Herrero zu kommen.

Offensiv blieb Málaga zunächst zurückhaltend, zeigte aber immer wieder Ansätze eines geordneten Spielaufbaus. Besonders Ramón und Dani Lorenzo versuchten das Spiel aus der eigenen Hälfte anzutreiben, während Adrián Niño auf seine Gelegenheit lauerte.

Diese kam unmittelbar vor dem Pausenpfiff. In der 44. Minute bediente Ramón den Angreifer mit einem präzisen Zuspiel in die Tiefe. Niño ließ sich nicht zweimal bitten und überwand Alavés-Torhüter Antonio Sivera mit einem platzierten Linksschuss zur 1:0-Führung.

Zunächst wurde der Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt, doch nach Überprüfung durch den VAR zählte das Tor schließlich doch.

Für Niño war es bereits der vierte Saisontreffer und das dritte Ligaspiel in Folge, in dem er erfolgreich war. Einmal mehr unterstrich der junge Angreifer seine Bedeutung für die Offensive der Blau-Weißen.

Mit der verdienten Führung im Rücken ging Málaga in die Halbzeitpause. Der erste Saisonsieg schien plötzlich zum Greifen nah.

Umstrittener Ausgleich sorgt für großen Frust

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Deportivo Alavés erwartungsgemäß den Druck. Trainer Quique Sánchez Flores reagierte mit taktischen Veränderungen und offensiven Wechseln. Die Gastgeber suchten zunehmend den direkten Weg zum Tor, während sich Málaga immer weiter in die eigene Hälfte zurückzog.

Nun rückte Alfonso Herrero stärker in den Mittelpunkt. Der Schlussmann der Andalusier bewahrte seine Mannschaft mit vor dem Ausgleich. Besonders gefährlich wurde es, als Lucas Boyé mit einem Abschluss nur den Pfosten traf.

Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie für Málaga zu einer Abwehrschlacht. Die Mannschaft von Funes verteidigte leidenschaftlich, konnte sich aber offensiv kaum noch befreien. Dennoch schien die knappe Führung bis in die Schlussminuten Bestand zu haben.

Deportivo Alavés - FC Málaga 1:1 | LaLiga EA Sports Spanien
Neuzugang Adam Aznou spielte erstmals von Beginn an für die Andalusier. // Foto: laliga.com

Dann folgte die Szene, die nach dem Abpfiff für besonders großen Gesprächsstoff sorgte.

In der 89. Minute kam es im Vorfeld des Ausgleichs zu einem Zweikampf zwischen Pablo Ibáñez und Ángel Recio. Dabei traf der Alavés-Spieler den Verteidiger der Blau-Weißen mit einem deutlichen Tritt auf den Fuß. Recio ging zu Boden, doch Schiedsrichter Muñiz Muñoz ließ weiterspielen.

Die anschließende Aktion führte zum Ausgleich. Nach einem Kopfball von Toni Martínez parierte Alfonso Herrero zunächst glänzend, doch Aitor Mañas nutzte den Abpraller und traf zum 1:1.

Die Proteste der Andaluser waren entsprechend heftig. Auf den Fernsehbildern war das harte Einsteigen gegen Recio deutlich und aus verschiedenen Perspektiven zu erkennen. Dennoch wurde der Treffer nach der Überprüfung nicht zurückgenommen. Der VAR unter Carlos del Cerro Grande griff nicht korrigierend ein.

Dass die Szene unterschiedlich bewertet werden kann, zeigt die Einschätzung des ehemaligen Schiedsrichters Iturralde González, der den Kontakt zwar bestätigte, darin jedoch kein strafbares Foul sah, weil Ibáñez zuvor den Ball gespielt hatte.

Aus Sicht des FC Málaga blieb dennoch eine äußerst bittere Entscheidung, zumal der Treffer unmittelbar aus der strittigen Situation entstand.

In der Nachspielzeit hätte es für die Andalusier sogar noch schlimmer kommen können. Ángel Pérez traf mit einer verunglückten Hereingabe die Latte, während Boyé eine weitere Gelegenheit knapp vergab.

So blieb es beim 1:1 und einem Punkt, der Málaga im Tabellenkeller kaum weiterhilft. Nach zehn Spieltagen stehen lediglich fünf Zähler zu Buche. Die Mannschaft von Funes bleibt Tabellenletzter und wartet weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis in der höchsten spanischen Spielklasse.

Immerhin zeigte der Auftritt im baskischen Vitoria, dass die Blau-Weißen defensiv deutlich konkurrenzfähiger auftreten können. Doch solange die Mannschaft ihre Führungen nicht über die Zeit bringt, wird der ersehnte Befreiungsschlag weiter auf sich warten lassen.

Die Highlights der Partie gibt es unter anderem auf dem YouTube-Kanal der LaLiga EA Sports zu sehen.

Pokalspiel vor dem andalusischen Derby

Viel Zeit zum Ärgern bleibt dem FC Málaga nicht. Bereits am Dienstag, dem 27. Oktober, steht die erste Runde der Copa del Rey auf dem Programm. Um 21:00 Uhr gastieren die Blau-Weißen beim unterklassigen Sporting de Alcázar im Estadio Municipal Manuel Delgado Meco in Alcázar de San Juan. Dort soll endlich der erste Pflichtspielsieg der Saison gelingen.

In der Liga wartet anschließend ein schwieriges Auswärtsspiel beim andalusischen Rivalen Real Betis. Die Begegnung im Estadio La Cartuja in Sevilla wird am Samstag, dem 31. Oktober, um 18:30 Uhr angepfiffen.

In Spanien sind die Spiele des FC Málaga bei Movistar LALIGA und Orange Fútbol 1 zu sehen, während Fans in Deutschland die Spiele von LaLiga live bei DAZN verfolgen können.

Die aktuelle Tabelle der Primera División, der LaLiga EA Sports, kann hier eingesehen werden.

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein