FC Málaga – Real Sociedad 2:5
Der FC Málaga muss auch nach dem neunten Spieltag der Primera División auf den ersten Saisonsieg warten. Gegen Real Sociedad San Sebastián setzte es am gestrigen Sonntagabend im heimischen La Rosaleda eine ernüchternde 2:5-Niederlage.
Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass die Andalusier in ihrer derzeitigen Verfassung weder spielerisch noch körperlich mit den etablierten Mannschaften der höchsten spanischen Spielklasse mithalten können.
Zwar zeigten die Blau-Weißen nach dem Seitenwechsel Moral und kämpften sich zweimal zurück in die Begegnung, doch die Gäste aus dem Baskenland bestraften nahezu jeden Fehler eiskalt.
Dabei begann der Abend vor rund 28.000 Zuschauern im Rosengarten denkbar schlecht. Bereits in der dritten Minute nutzte Real Sociedad den ersten gefährlichen Abschluss zur Führung.
Takefusa Kubo zog vom rechten Strafraumeck nach innen und schlenzte den Ball in Richtung Tor. Pablo Martínez fälschte den Schuss unglücklich ab, sodass Schlussmann Alfonso Herrero keine Abwehrchance blieb – das frühe 0:1.
Die Gäste übernahmen anschließend weitgehend die Kontrolle und demonstrierten ihre technische Überlegenheit. Málaga hatte Probleme, sich aus dem gegnerischen Pressing zu befreien und eigene Angriffe strukturiert aufzubauen. Zu häufig fehlten Präzision, Handlungsschnelligkeit und die nötige Durchsetzungskraft in den Zweikämpfen.
Dennoch bot sich Adrián Niño in der 20. Minute die große Gelegenheit zum Ausgleich. Nach einem sehenswerten Rückpass von Linksverteidiger Salinas brachte Málagas Angreifer seinen Fuß vor den des Gegenspielers und lenkte den Ball gefährlich aufs Tor. Doch Real-Keeper Álex Remiro reagierte glänzend und verhinderte mit einem starken Reflex den Ausgleich.
Statt des erhofften 1:1 folgte sechs Minuten später der nächste Rückschlag. Ein kapitaler Fehlpass im Spielaufbau brachte Óskarsson völlig frei vor Alfonso Herrero in Position. Der Angreifer ließ sich nicht zweimal bitten und schob mühelos zum 0:2 ein (26.).
Ein Gegentreffer, der symptomatisch für die bisherigen Auftritte des Aufsteigers war: Zu einfache individuelle Fehler werden auf diesem Niveau gnadenlos bestraft.
Málaga kämpft sich zurück – und wird sofort wieder bestraft
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Funes zunächst deutlich engagierter. Die Blau-Weißen suchten häufiger den Weg nach vorne und belohnten sich in der 54. Minute mit dem Anschlusstreffer.
Pablo Martínez wurde auf der rechten Seite geschickt freigespielt, drang in den Strafraum ein und legte mustergültig auf Adrián Niño ab. Der Stürmer vollendete aus fünf Metern trocken zum 1:2 und ließ die Hoffnung im Rosengarten wieder aufleben.
Doch diese hielt gerade einmal fünf Minuten. Mikel Oyarzabal nutzte die nächste Nachlässigkeit in Málagas Defensive und traf mit einem platzierten Abschluss ins kurze Eck zum 1:3 (59.). Wieder hatte die Abwehr dem gegnerischen Angreifer zu viel Raum gelassen.
Die Partie entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch. Málaga gab sich nicht geschlagen und kam durch Chupe zu einer guten Kopfballgelegenheit, die Remiro allerdings entschärfte. Die anschließende Ecke landete über mehrere Stationen bei Pablo Martínez, der den Ball aus der Distanz traumhaft in den langen Winkel jagte. Das 2:3 in der 66. Minute war zweifellos der schönste Treffer des Abends und sorgte noch einmal für Begeisterung auf den Rängen.

Doch erneut zeigte sich die erschreckende defensive Anfälligkeit der Andalusier. Praktisch im Gegenzug durfte Oyarzabal abermals nahezu unbedrängt abschließen. Der spanische Nationalspieler traf erneut ins kurze Eck und stellte in der 67. Minute auf 2:4. Herrero war auch diesmal machtlos.
Damit war die Begegnung praktisch entschieden. Málaga warf zwar weiterhin alles nach vorne, offenbarte dabei aber riesige Räume in der Defensive. Real Sociedad nahm die Einladungen dankend an. In der 73. Minute scheiterte Óskarsson zunächst an der Querlatte, ehe Gonzalo Guedes die Situation zum 2:5-Endstand nutzte.
Der Wille ist da, doch die Erstligatauglichkeit fehlt
Am Ende stand eine weitere bittere Lehrstunde für den FC Málaga. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften war über weite Strecken eklatant. Real Sociedad agierte technisch sauberer, körperlich robuster, gedanklich schneller und vor allem konsequenter vor dem gegnerischen Tor.
Besonders bedenklich ist die Tatsache, dass die Blau-Weißen beide Anschlusstreffer innerhalb weniger Minuten wieder aus der Hand gaben. Es fehlt der Mannschaft offensichtlich an defensiver Stabilität, taktischer Disziplin und der notwendigen Abgeklärtheit, um auf diesem Niveau konkurrenzfähig zu sein.
Positiv bleiben die beiden Treffer und die kämpferische Einstellung nach der Pause. Doch Einsatz und Moral allein werden im Kampf um den Klassenerhalt nicht ausreichen.
Trainer Funes steht vor der schwierigen Aufgabe, einer Mannschaft Stabilität zu verleihen, die momentan in nahezu allen entscheidenden Bereichen an ihre Grenzen stößt. Die Frage nach der Erstligatauglichkeit des aktuellen Kaders stellt sich nach dieser Vorstellung dringlicher denn je.
Die Highlights der Partie gibt es unter anderem auf dem YouTube-Kanal der LaLiga EA Sports zu sehen.
Schwierige Auswärtsaufgabe bei Deportivo Alavés
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt den Blau-Weißen nicht. Bereits am kommenden Freitag, dem 23. Oktober, gastiert der FC Málaga bei Deportivo Alavés.
Die Partie des zehnten Spieltags wird um 21:00 Uhr im Estadio Mendizorrotza in Vitoria-Gasteiz angepfiffen.
Gegen die Basken muss die Mannschaft von Trainer Funes vor allem defensiv ein völlig anderes Gesicht zeigen, wenn der erste Saisonsieg endlich gelingen soll.
In Spanien sind die Spiele des FC Málaga bei Movistar LALIGA und Orange Fútbol 1 zu sehen, während Fans in Deutschland die Spiele von LaLiga live bei DAZN verfolgen können.
Die aktuelle Tabelle der Primera División, der LaLiga EA Sports, kann hier eingesehen werden.




























































