Wandern zur Provinzgrenze zwischen Málaga und Cádiz
Der Senda Litoral de Málaga ist eines der ehrgeizigsten Wanderprojekte Andalusiens: Rund 180 Kilometer folgen der gesamten Küste der Provinz Málaga von Nerja im Osten bis zur Provinzgrenze Cádiz im Westen.
Der westlichste Abschnitt, der in San Luis de Sabinillas beginnt und an der Punta Chullera endet, zählt zu den schönsten und abwechslungsreichsten Etappen des gesamten Weges und ist leicht zu laufen.
Knapp 35 Kilometer Luftlinie von Gibraltar entfernt verbinden hier rund 7,3 Kilometer Strandpromenade, Holzstege, Naturschutzgebiet und Felsküste.
Startpunkt in Sabinillas
Der Startpunkt für eine Wanderung liegt am Paseo Marítimo von San Luis de Sabinillas, dem kleinen Küstenort im Gemeindegebiet Manilva. Von der Rotonda del Ancla aus geht es westwärts entlang der Strandpromenade.
Der erste Kilometer verläuft auf gut ausgebautem Betonweg direkt am Meer, vorbei an den rund 1.700 Meter langen, dunkelsandigen Stränden von Sabinillas und der Playa de la Colonia. Der Weg ist flach, breit und problemlos zu laufen, ebenso wie alle anderen Abschnitte.
Nach etwa zwei Kilometern erreicht man den Puerto de la Duquesa, den westlichsten Sporthafen der Provinz Málaga. In den 1980er Jahren erbaut und 1987 eröffnet, hat sich die Marina zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der westlichen Costa del Sol entwickelt.
Der Web führt durch den kleinen Hafen vorbei an Restaurants und Bars, bevor es weiter nach Westen geht.

Wenige Gehminuten vom Hafen entfernt steht das Herzstück dieser Etappe: das Castillo de la Duquesa, auch als Fortín de Sabinillas bekannt. Die Festung wurde 1767 auf Kosten eines Sevillaner Kaufmanns namens Francisco Paulino erbaut, der dafür vom spanischen König Karl III. mit dem Kommando einer Kavalleriekompanie belohnt wurde.
Entwurf und Bau gingen auf den Ingenieur Miguel del Castillo und den Baumeister José Vargas zurück. Das Kastell aus Bruchstein und Ziegel, mit quadratischem Grundriss, Zugbrücke und einer Artilleriebatterie mit ursprünglich sechs Kanonen, sollte die strategisch wichtige Reede nahe Gibraltar vor Piraten und Korsaren schützen.
Es steht auf den Resten einer römischen Ansiedlung – Ausgrabungen haben Thermen, eine Villa, Fischsalzereien und eine Nekropole freigelegt. Heute beherbergt das Kastell das Archäologische Stadtmuseum Manilva sowie ein historisches Fechtmuseum.
Weiter über Holzbrücken und durch ein geschütztes Gebiet

Hinter dem Kastell setzt sich der Weg als Strandpfad fort. Über Holzbrücken überquert man mehrere kleine Bachläufe und betritt schließlich die Reserva Ecológica Playas de Manilva, die 2011 von der andalusischen Umweltbehörde unter Schutz gestellt wurde. Das Schutzgebiet erstreckt sich vom Arroyo del Indiano bis zur Punta Chullera und umfasst mehr als 150 Arten geschützter Küstenpflanzen.
Besonders bemerkenswert sind zwei Pflanzenarten, die hier ihren einzigen Standort auf der gesamten Iberischen Halbinsel haben: Jasione corymbosa und Armeria hirta.
Beide galten auf dem spanischen Festland als ausgestorben, bis sie in Manilva wiederentdeckt wurden. Der Levantewind trägt ihre Samen aus Afrika herüber, das Küstenklima schafft die Bedingungen für ihr Überleben.
Der Naturschutzabschnitt führt über die naturbelassene Playa del Negro und weiter zur Cala de la Sardina, einer kleinen Felsbucht. Der Belag wechselt nun: Asphalt und Promenade sind lange vorbei, der Pfad verläuft teils über Sand, teils auf Erdwegen, am Ende auf einem Felspfad hinauf zur Torre de la Chullera.
Dieser Wachturm aus dem späten 15. Jahrhundert markiert die Provinzgrenze zu Cádiz und bietet einen weiten Blick auf Gibraltar und die marokkanische Küste.
Diese Etappe des Senda Litoral gilt als leicht, der Höhenunterschied ist minimal. Festes Schuhwerk empfiehlt sich für den Naturschutzabschnitt.
Zwischen dem Kastell und der Punta Chullera gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten, Wasser sollte man deshalb unbedingt mitnehmen.



























































