Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat beim European Pulse Forum in Barcelona am 10. April eine gemeinsame europäische Armee gefordert – und zwar sofort.
„Nicht in zehn Jahren, nicht in zwei – sondern jetzt, schon morgen“, sagte Sánchez auf dem vom spanischen Magazin Politico organisierten Forum. Hintergrund sind die wachsenden Zweifel an der US-Sicherheitsgarantie für Europa unter Präsident Donald Trump.
Gleichzeitig eskaliert der diplomatische Konflikt zwischen Spanien und Israel weiter. Am 8. April hatte die israelische Armee einen spanischen Offizier der UN-Friedensmission UNIFIL im Libanon vorübergehend festgehalten.
Madrid bestellte die israelische Botschafterin ins Außenministerium ein. Einen Tag später kündigte die spanische Regierung die Wiedereröffnung ihrer Botschaft in Teheran an, die wegen der US-israelischen Angriffe auf den Iran vorsorglich geschlossen worden war.
Auf dem Forum forderte Sánchez die EU auf, ihr Assoziierungsabkommen mit Israel wegen „flagranter Verstöße gegen das Völkerrecht“ auszusetzen. Man dürfe „kein neues Gaza im Libanon“ zulassen, sagte er mit Blick auf israelische Angriffe auf den Süden Beiruts, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mehr als 250 Menschen getötet wurden.
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu reagierte scharf: Spanien führe einen „diplomatischen Krieg“ und werde dafür „einen Preis bezahlen“. Israel warf die spanischen Vertreter aus dem internationalen Koordinationszentrum CMCC, das die Feuerpause in Gaza überwachen soll.
El Burgo in der Provinz Málaga sorgt für zusätzlichen Zündstoff
Für zusätzlichen Zündstoff im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen beiden Ländern hatte wenige Tage zuvor ein kleines Dorf in der Provinz Málaga gesorgt: In El Burgo war am Ostersonntag beim traditionellen Osterbrauch der „Quema de Judas“ – der Verbrennung des Judas – eine sieben Meter hohe Puppe in Flammen aufgegangen, die den israelischen Regierungschef Netanyahu darstellte und die Aufschrift „Genozid-Täter“ trug.
Rund 14 Kilogramm Schwarzpulver sorgten für einen spektakulären Abgang, gut 2.000 Besucher applaudierten.
Der Brauch hat in El Burgo jahrzehntelange Tradition: Jeden Ostersonntag verbrennt das Dorf eine Figur, die das Böse des vergangenen Jahres symbolisiert – im Vorjahr war es Donald Trump.
Bürgermeisterin María Dolores Narváez erklärte gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE, die Wahl sei ein klares Zeichen: „Nein zu Krieg und Genozid.“
Israel reagierte empört und bestellte eine Botschaftsvertreterin in Tel Aviv zur Verwarnung ein. Aus El Burgo kam eine klare Antwort: „Wir sind weder Antisemiten noch gegen das israelische Volk“, betonte die Bürgermeisterin.
Quellen: El Mundo, El País, Público, Euronews España.


























































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