Grenzzaun Spanien Gibraltar
Die „Verja“, der Grenzzaun zwischen La Línea de la Concepción und Gibraltar, verliert ab Mittwoch, den 15. Juli, seine Funktion als Passkontrollpunkt.
Grundlage ist das Abkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien, das die Beziehungen des Felsens zur EU nach dem Brexit neu regelt.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte den Abriss ursprünglich an diesem Montag symbolisch einleiten. Wegen seiner Reise ins Brandgebiet von Los Gallardos in der Provinz Almería, wo ein Waldbrand bislang dreizehn Todesopfer forderte, verschob Sánchez den Termin auf Mittwoch, den Tag des Inkrafttretens.
Betroffen ist der rund 150 Meter lange Fußgängerübergang der Verja. Dort entfallen die Passkontrollen künftig komplett. Der übrige Grenzverlauf bleibt gesichert: Die alte Umzäunung aus Maschendraht und Stacheldraht wird durch eine neue, „kletterfeste“ Hochsicherheitsanlage ersetzt, wie sie auch an britischen Militäranlagen verwendet wird.
Für die rund 15.000 Grenzgänger, die täglich aus Spanien zur Arbeit nach Gibraltar pendeln, bedeutet der Wegfall der Kontrollen vor allem eines: keine langen Wartezeiten mehr während der Stoßzeiten.
Einreisekontrollen für den Schengen-Raum künftig am Flughafen von Gibraltar
Die Einreisekontrollen für den Schengen-Raum werden von den Behörden an den Flughafen von Gibraltar verlegt, wo künftig sowohl Beamte aus Gibraltar als auch die spanische Nationalpolizei kontrollieren. Fährverbindungen zwischen Gibraltar und Marokko werden eingestellt, um unkontrollierte Einreisen auf dem Seeweg auszuschließen.
Die Verja war 1909 von der britischen Regierung auf der Landenge errichtet worden, die den Felsen mit der spanischen Halbinsel verbindet – einem Gebiet, das Spanien nach dem Vertrag von Utrecht 1713, mit dem es Gibraltar an Großbritannien abtrat, lange als neutrale Zone betrachtete.
Ihre schwerste Zeit erlebte die Grenze am 8. Juni 1969, als das Franco-Regime den Übergang vollständig schloss und Familien auf beiden Seiten über Jahre trennte. Erst 1982 öffnete sich der Fußgängerverkehr wieder, der Fahrzeugverkehr folgte 1985. Auch 2014 kam es wegen verschärfter Kontrollen zu kilometerlangen Warteschlangen, die rund 15.000 Grenzgänger betrafen.
Für die Grenzregion hat der Wegfall der Kontrollen wirtschaftliche Folgen. Der Bürgermeister von La Línea, Juan Franco, verweist auf einen Anstieg der Immobilienpreise um rund 20 Prozent im vergangenen Jahr. Auf gibraltarischer Seite warnt die Handelskammer vor einer neuen, mehrwertsteuerähnlichen Abgabe, die Unternehmen des Felsens künftig zusätzliche Kosten verursachen könnte.
Quellen: Opinion de Málaga, BBC, La Moncloa

























































