Rakan Al-Thani muss ins Gefängnis: Neue Wende im Justizstreit um den FC Málaga

Nach seiner Festnahme am Münchner Flughafen und der Überstellung nach Spanien sitzt der Sohn von Klub-Mehrheitsaktionär Abdullah Al-Thani nun in Untersuchungshaft

Rakan Al-Thani in Untersuchungshaft – FC Málaga hofft
Rakan Al-Thani befindet sich nach seiner Festnahme in München und der Überstellung nach Spanien in Untersuchungshaft. // Foto: Instagram "rakanalthani"

Al-Thani in Untersuchungshaft

Der jahrelange Justizstreit um die Familie Al-Thani und den FC Málaga hat eine weitere bedeutende Wendung genommen.

Rakan Al-Thani, Sohn des katarischen Klub-Mehrheitsaktionärs Abdullah Al-Thani und ehemaliges Verwaltungsratsmitglied der Blau-Weißen, sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft.

Die zuständige Richterin María de los Ángeles Ruiz González ordnete seine Inhaftierung ohne Möglichkeit einer Kautionszahlung an. Der Katarer befindet sich inzwischen im Gefängnis Soto del Real bei Madrid.

Wie Costa del Sol ONline bereits Mitte September berichtete, war Rakan Al-Thani am 12. September am Flughafen München festgenommen worden.

Der 1994 geborene Katarer wollte von dort nach Doha fliegen, als bei einer Grenzkontrolle ein internationaler Haftbefehl der spanischen Justiz auffiel. Nach mehreren Wochen in deutschem Gewahrsam wurde er am Donnerstag, 8. Oktober, nach Spanien überstellt.

Richterin sieht erhebliche Fluchtgefahr

Noch am Donnerstag musste sich Rakan Al-Thani vor dem Untersuchungsgericht Nummer 14 in Málaga verantworten. Seine Aussage erfolgte per Videokonferenz aus den Madrider Gerichtsgebäuden an der Plaza de Castilla.

Dabei erklärte sich der Sohn des ehemaligen Klubpräsidenten für unschuldig und bestritt, mit den ihm vorgeworfenen Unregelmäßigkeiten in Verbindung zu stehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Untersuchungshaft ohne Kaution beantragt und dies insbesondere mit einer bestehenden Fluchtgefahr begründet. Dieser Forderung schlossen sich sowohl die Vereinigung der Kleinaktionäre des FC Málaga (APA) als auch die Stadtverwaltung von Málaga an.

Die Verteidigung plädierte dagegen für eine Freilassung und schlug alternative Maßnahmen wie den Entzug des Reisepasses, regelmäßige Meldungen bei der Justiz sowie ein Ausreiseverbot vor.

Auch die mit dem Verein verbundene Gesellschaft Management Empresarial Málaga, hinter der die Hotelgruppe BlueBay steht, sprach sich für eine Freilassung unter Auflagen aus.

Die Richterin folgte letztlich der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Ausschlaggebend waren unter anderem die Schwierigkeiten, Rakan Al-Thani in der Vergangenheit ausfindig zu machen und ihm gerichtliche Entscheidungen zuzustellen.

Zudem wertete das Gericht seine geplante Reise nach Katar als weiteres Indiz für eine mögliche Flucht. Mildere Maßnahmen seien deshalb nicht ausreichend, um seine Anwesenheit im weiteren Verfahren sicherzustellen.

Bis zu 14 Jahre Haft gefordert

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen mutmaßliche Unregelmäßigkeiten während der Führung des FC Málaga durch die Familie Al-Thani. Die spanische Justiz untersucht unter anderem den Verdacht der Veruntreuung, der untreuen Verwaltung und missbräuchlicher gesellschaftsrechtlicher Beschlüsse im Zeitraum zwischen 2012 und 2019.

Neben Rakan Al-Thani sind auch sein Vater Abdullah sowie seine Brüder Nasser und Nayef von dem Verfahren betroffen. Die Staatsanwaltschaft fordert nach bisherigen Angaben für jeden der vier Familienangehörigen eine Haftstrafe von 14 Jahren.

Die nun angeordnete Untersuchungshaft stellt allerdings noch keine Verurteilung dar. Rakan Al-Thani bestreitet die Vorwürfe, und bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.

Erster Al-Thani in spanischer Untersuchungshaft

Für den FC Málaga besitzt die Entscheidung erhebliche symbolische Bedeutung. Erstmals seit Beginn der juristischen Auseinandersetzung ist eines der Mitglieder der katarischen Eigentümerfamilie der spanischen Justiz unmittelbar zur Verfügung gestellt worden und befindet sich nun in Untersuchungshaft.

Seit Februar 2020 steht der Verein unter gerichtlicher Verwaltung. Damals wurden Abdullah Al-Thani und seine Söhne von der operativen Führung entbunden, nachdem sich die Vorwürfe gegen die damalige Klubführung zugespitzt hatten.

Während die Mannschaft auf dem Rasen längst versucht, sportlich wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen, bleibt die ungelöste Eigentümerfrage eine erhebliche Belastung für den Traditionsverein von der Costa del Sol.

Die Inhaftierung von Rakan Al-Thani könnte nun neue Bewegung in das seit mehr als sechs Jahren laufende Verfahren bringen. Ob daraus auch Konsequenzen für die übrigen Mitglieder der Familie Al-Thani oder die zukünftigen Eigentumsverhältnisse des Vereins entstehen, bleibt allerdings abzuwarten.

Fest steht: Aus der Festnahme am Münchner Flughafen ist inzwischen ein handfestes juristisches Problem für die katarische Eigentümerfamilie geworden. Und im langjährigen Streit um die Zukunft des FC Málaga ist damit ein weiteres Kapitel aufgeschlagen.

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