Al-Thani in München festgenommen
Der jahrelange Rechtsstreit um die Familie Al-Thani und den FC Málaga hat eine neue, möglicherweise entscheidende Wendung genommen. Rakan Al-Thani, einer der Söhne von Klub-Mehrheitsaktionär Abdullah Al-Thani und früher selbst Mitglied im Verwaltungsrat des Vereins, ist am Flughafen München festgenommen worden.
Die Festnahme erfolgte bereits am Samstag, 12. September, als der 1994 geborene Katarer einen Flug von München nach Doha besteigen wollte. Bei einer Grenzkontrolle schlug eine internationale Fahndung an.
Nach Angaben von Radio Marca Málaga, Cadena SER und AS handelt es sich zunächst um eine vorläufige Festnahme auf Grundlage einer europäischen Festnahme- und Übergabeanordnung der spanischen Justiz.
Das zuständige Untersuchungsgericht Nummer 14 in Málaga hat inzwischen die Übersetzung des Europäischen Haftbefehls ins Deutsche angeordnet. Die Dokumente müssen nun den deutschen Behörden vorgelegt werden.
Anschließend entscheidet die deutsche Justiz darüber, ob Rakan Al-Thani nach Spanien überstellt wird. Eine automatische oder bereits beschlossene Auslieferung gibt es damit noch nicht.
Verfahren gegen die Familie Al-Thani
Hintergrund ist das seit Jahren laufende Verfahren wegen der früheren Führung des FC Málaga. Gegen Abdullah Al-Thani sowie seine Söhne Rakan, Nasser und Nayef bestehen internationale Haftbefehle.
Ihnen werden unter anderem mutmaßliche Veruntreuung, untreue Verwaltung und missbräuchliche gesellschaftsrechtliche Beschlüsse während ihrer Zeit beim Verein vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert nach bisherigen Angaben für jeden der vier Familienangehörigen 14 Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Für den sportlichen Alltag des FC Málaga hat die Festnahme zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen. Institutionell ist sie dennoch von großer Bedeutung: Seit Februar 2020 befindet sich der Verein unter gerichtlicher Verwaltung, nachdem Abdullah Al-Thani und seine Söhne von der Klubführung entbunden worden waren.
Mit der Festnahme Rakans greift nun erstmals eine der internationalen Fahndungsmaßnahmen konkret – und bringt damit neue Bewegung in ein Verfahren, das den Klub seit mehr als sechs Jahren begleitet.




























































