Schmugglerschnellboote an der Costa del Sol
Schmugglerschnellboote (Narkolanchas) mit Hochleistungsmotoren, die ungestört wenige Meter vor der Küste liegen: dieses Bild wiederholt sich immer häufiger entlang der Costa del Sol.
Die Vereinigung der Guardia Civil (AUGC) hat nun offiziell Alarm geschlagen und in Schreiben an den operativen Vizedirektor der Guardia Civil sowie an den Regierungsvertreter in Málaga, Francisco Javier Salas, ein sofortiges Eingreifen gefordert.
Verschiebung im Drogenhandel
Im Fokus steht dabei die Gemeinde Manilva, wo die Lage nach Einschätzung der Guardia Civil-Gewerkschaft inzwischen unhaltbar ist.
Hintergrund ist eine strukturelle Verschiebung im Drogenhandel: Der sogenannte „Plan Carteia“, eine konzertierte Polizeiaktion im Campo de Gibraltar, hat die organisierte Kriminalität zunehmend in Richtung westliche Costa del Sol gedrängt.
Genau dort aber fehlen Personal und Ausrüstung. Manilva wurde 2023 zum Hauptposten aufgewertet, ohne dass diese Aufwertung mit mehr Stellen oder Material einherging.
In der Praxis bedeutet das: Ein kleines Team muss bisweilen einen Küstenabschnitt von 63 Kilometern abdecken und gleichzeitig Einsätze in Nachbargemeinden übernehmen, teilweise bis nach Marbella.
Dabei ist die strukturelle Schwäche kein lokales Problem. Wie die AUGC in einem separaten Bericht festhält, ist Málaga die Provinz mit dem schlechtesten Verhältnis von Guardia-Civil-Beamten zur Einwohnerzahl im gesamten Land.
Dass ausgerechnet diese Provinz nun verstärkt ins Visier der organisierten Kriminalität gerät, macht die Lage nach Einschätzung der Gewerkschaft besonders brisant.
Den Beamten fehlt die Ausrüstung
Hinzu kommt die fehlende Ausrüstung: Den Beamten in Manilva fehlen Geländefahrzeuge für Fluchtwege über unbefestigte Pisten sowie Technik zur Überwachung krimineller Netzwerke.
„Man kann von Guardia-Civil-Beamten keinen Heldenmut verlangen, wenn ihnen die grundlegendsten Mittel verweigert werden“, heißt es in der Stellungnahme. Und weiter: „Die Mafias werden von Jahr zu Jahr stärker, während der Staat auf dem Meer an Boden verliert.“
Die AUGC fordert konkret mehr Planstellen, Geländewagen und Patrouillenboote sowie eine Gesetzesänderung, die das sogenannte „Petaqueo“ – das Betanken der Narkolanchas auf See durch Begleitboote – als eigenständigen Straftatbestand im Strafgesetzbuch verankert.
Zudem verlangt die Vereinigung eine dauerhafte Präsenz spezialisierter Einheiten an der Costa del Sol.
Parallel dazu hat die andalusische Oberstaatsanwaltschaft ein behördliches Ermittlungsverfahren eröffnet. Anlass sind Berichte über Narkolanchas, die sich während der jüngsten Unwetter nicht nur an Stränden, sondern auch in Sportboothäfen der Costa del Sol in Sicherheit gebracht hatten.
Die Schnellboote mit Hochleistungsmotoren sind in Spanien seit 2018 verboten; im offenen Meer werden sie für Drogen- und Menschenschmuggel eingesetzt.
Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie die Guardia Civil selbst hatten die Vorfälle öffentlich gemacht.
Quellen: AUGC Málaga, Diario Sur, Málaga HOY






















































