Das sind die häufigsten Verkehrsstrafen in Spanien im Sommer

In den Sommermonaten werden täglich bis zu 10.000 Verstöße geahndet.

Verkehrsstrafen in Spanien
Mit dem Handy am Steuer gehört auch im Sommer zu den häufigsten Verkehrsdelikten.

Tragen von Flip-Flops kann zu Bußgeld in Spanien führen

Nach den Daten der spanischen Verkehrsbehörde DGT werden in Spanien täglich mehr als 10.000 Bußgelder ausgestellt, die Mehrzahl davon auf Überlandstraßen wegen überhöhter Geschwindigkeit. Seit Inkrafttreten der neuen Verkehrsregeln am 11. Mai wird auch in den spanischen Innenstädten, in denen meist Tempo 30 gilt, kräftig geahndet. Fahren ohne gültigen Führerschein, Alkohol am Steuer oder nicht ordnungsgemäßes Anlegen der Sicherheitsgurte sind weitere häufige Gründe.

Im Sommer kommen ein paar neue Verstöße hinzu: Flip-Flops statt fester Schuhe, Arm aus dem Fenster oder schlecht verteiltes Gepäck. Die Versicherungsvergleich-Gesellschaft Acierto.com hat die häufigsten Vergehen des Sommers zusammengestellt und analysiert auch die häufigsten Bußgelder für Autofahrer in Spanien.

Fahren mit Flip-Flops

Im Sommer werden in der Regel bequeme und lockere Schuhe getragen, vor allem auf dem Weg zum Strand oder ins Schwimmbad. Der Klassiker: Flip-Flops. Obwohl es keine Vorschriften darüber gibt, welches Schuhwerk beim Autofahren getragen werden darf und welches nicht, kann das Tragen von Flip-Flops mit einem Bußgeld geahndet werden. Artikel 17.1 der allgemeinen spanischen Verkehrsordnung legt fest, dass der Fahrer jederzeit die Kontrolle über sein Fahrzeug haben muss. Wenn ein Polizist der Ansicht ist, dass das Tragen von Flip-Flops die sichere Betätigung der Pedalen verhindert und die Reaktionsfähigkeit des Fahrers beeinträchtigt, kann der Fahrer mit einem Bußgeld von bis zu 80 Euro belegt werden.

Fahren ohne Hemd

Dies ist ein weiterer Sommerklassiker und ein ähnlicher Fall wie das Fahren mit Flip-Flops, da es nicht explizit verboten ist. Auch hier ist die Situation dahingehend interpretierbar, dass mit nacktem Oberkörper das Risiko höher ist, sich beim Gurtanlegen oder am Steuer zu verletzen. Ein kontrollierender Beamter könnte Artikel 3.1 der allgemeinen Straßenverkehrsordnung anwenden, der besagt, dass man „mit der erforderlichen Sorgfalt fahren muss, um jeden Schaden für sich selbst oder für andere zu vermeiden“. Die Geldstrafe würde 80 Euro betragen.

Essen und Trinken am Steuer

Essen oder Trinken am Steuer ist ebenfalls nicht ausdrücklich verboten, so dass man aus diesem Grund nicht mit einem Bußgeld belegt werden kann, wohl aber, wenn die zuständige Behörde der Ansicht ist, dass diese Handlung eine Gefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Essen oder Trinken während der Fahrt bedeutet, dass mindestens eine Hand beschäftigt ist, was ein Beamter als ein Verhalten interpretieren kann, das letztlich die Verkehrssicherheit gefährdet. So wurden zwei Autofahrer in Manacor (Mallorca) und Mondéjar (Guadalajara) zu einer Geldstrafe von je 80 Euro verurteilt, weil sie einen Muffin bzw. eine Banane gegessen hatten. In beiden Fällen war der Grund: „Führen eines Fahrzeugs ohne ständige Aufmerksamkeit auf das Fahren.“

Den Ellenbogen aus dem Fenster strecken

Dies ist eine ähnliche Situation wie bei den vorherigen. Ein Bußgeld kann dann verhängt werden, wenn der Beamte der Ansicht ist, dass dieses Verhalten die Kontrolle über das Fahrzeug einschränkt oder eine Gefahr für den Fahrer oder andere Verkehrsteilnehmer darstellt. „Das Bußgeld wird nicht für das Ausstrecken des Ellenbogens verhängt, sondern weil diese spezifische Aktivität die Fahrsicherheit beeinträchtigt hat“, erklärt dazu die Verkehrsbehörde DGT. Die Geldstrafe beträgt 80 Euro.

Zigarettenstummel aus dem Fenster werfen

Das Werfen von Zigarettenstummeln aus dem Fenster gefährdet die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer und kann Brände verursachen. Es wird daher mit einem Bußgeld von 200 Euro und dem Verlust von vier Führerschein-Punkten geahndet.

Schlecht verteiltes Gepäck mitführen

Eine gut verteilte Ladung ist für die Sicherheit im Straßenverkehr unerlässlich. Sie soll vermeiden, dass Gegenstände bei einer plötzlichen Bremsung oder einem Unfall aufgrund der Trägheit des Fahrzeugs zu einem tödlichen Geschoss werden könnten. Das Gewicht der Gegenstände im Kofferraum muss verteilt werden, um die Stabilität des Fahrzeugs zu gewährleisten. Auch darf kein Gegenstand das Sichtfeld des Fahrers beeinträchtigen. Wie in den vorangegangenen Fällen kann ein Bußgeld verhängt werden, wenn der kontrollierende Beamte der Ansicht ist, dass die Sicherheit des Fahrers und anderer Fahrgäste gefährdet ist. In diesem Fall beträgt das Bußgeld zwischen 200 Euro und 500 Euro, dazu kommt ein Abzug von vier Führerschein-Punkten.

Telefonieren am Steuer

Autofahren mit manueller Nutzung von Mobiltelefonen, Navigationsgeräten, Headsets und ähnlichen Geräten, die die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, gehört zu den häufigsten Vergehen. Wenn man im Sommer an unbekannte Orte reist, wird diese Art der Ablenkung noch verstärkt. Es handelt sich um ein schweres Vergehen, das derzeit mit einem Bußgeld von 200 Euro und dem Verlust von drei Führerschein-Punkten geahndet wird.

Geschwindigkeitsüberschreitungen

Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in Spanien am häufigsten. Zwei von drei Bußgeldern auf Überlandstraßen werden wegen überhöhter Geschwindigkeit verhängt. Die DGT hat im Jahr 2020 mehr als 2,4 Millionen Bußgelder auf spanischen Straßen eingenommen, obwohl die Zahl der Fahrten aufgrund der Corona-Pandemie um 25 Prozent zurückgegangen ist.

Quellen: ABC de Sevilla, DGT Espana.

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