Das älteste Restaurant der Welt befindet sich in Madrid

Seit 1725 serviert das Sobrino de Botín Spanferkel aus dem historischen Holzofen und steht im Guinness-Buch der Rekorde.

ältestes Restaurant der Welt

Ältestes Restaurant der Welt

Im Madrider Viertel de los Austrias, unweit der Plaza Mayor, steht das älteste Restaurant der Welt: das Sobrino de Botín.

Gegründet wurde es 1725 von dem französischen Koch Jean Botín. Das Gebäude selbst ist noch älter und stammt aus dem Jahr 1590.

Jean Botín und seine spanische Frau starben ohne Kinder. Der Neffe von Frau Botín übernahm das Lokal, weshalb es seither den Namen „Sobrino de Botín“ trägt – Sobrino bedeutet auf Spanisch Neffe.

Im 20. Jahrhundert übernahm die Familie González das Restaurant: Amparo Martín und Emilio González starteten damals mit gerade sieben Mitarbeitern, sich selbst und ihren drei Kindern eingeschlossen. Heute führt die dritte Generation, Antonio und José González, den Betrieb.

Gäste brachten ihre Zutaten selber mit

Noch weit ins 18. Jahrhundert hinein durfte das Lokal weder Fleisch noch Wein oder Speisen verkaufen. Gäste brachten ihre Zutaten selbst mit und ließen sie in der Küche zubereiten – so war das damals in Spanien üblich.

Den Guinness-Weltrekord als ältestes Restaurant der Welt hält das Botín offiziell seit 1987. Das Gebäude selbst ist noch älter und stammt aus dem Jahr 1590. Heute belegt das Restaurant vier Stockwerke, beschäftigt 70 Mitarbeiter und bietet Platz für bis zu 200 Gäste.

In der Küche steht ein 300 Jahre alter Holzofen, der bis heute täglich befeuert wird – auch während des Spanischen Bürgerkriegs und der Covid-Pandemie blieb er in Betrieb. Darin entsteht die Hausspezialität: Cochinillo asado, langsam gebratenes Spanferkel nach kastilischer Tradition.

Bevor Francisco de Goya als Maler berühmt wurde, arbeitete er in der Küche des Botín. Im 20. Jahrhundert zählte der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway zu den Stammgästen. In seinem Roman „The Sun Also Rises“ (auf Deutsch unter dem Titel „Fiesta“ bekannt), ließ er seine Figuren im Botín essen.

Die Gästeliste liest sich wie ein Who’s who: Die spanische Königsfamilie, König Hussein von Jordanien, Pedro Almodóvar, Quentin Tarantino, Antonio Banderas und Michael Douglas aßen hier.

Zum 300-jährigen Jubiläum 2025 meldete sich allerdings ein Herausforderer für das Botín Madrid: Die Madrider Taverne Casa Pedro behauptet, bereits seit 1702 in Betrieb zu sein – was sie älter als das Botín machen würde. Beweise fehlen jedoch bislang.

Quellen: Guinness World Records, Smithsonian Magazine, Foods & Wines from Spain 

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