Energiehilfen in Spanien 2026
Spaniens Regierung lässt einen Teil der Antikrisenmaßnahmen, die im Zuge des Iran-Kriegs beschlossen worden waren, zum 1. Juni auslaufen.
Konkret betrifft das die gesenkten Mehrwert- und Sondersteuern auf Strom und Gas. Die Begründung: Die Preise für beide Energieträger haben sich auf dem Weltmarkt spürbar erholt.
Finanzminister Arcadi España bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur EFE, dass die Steuerermäßigungen auf Strom und Gas deaktiviert werden, weil sich die Preisentwicklung normalisiert habe.
Gleichzeitig versicherte er, die Mehrwertsteuersenkung auf Kraftstoffe sowie die direkten Hilfen für die Landwirtschaft und den Transportsektor blieben bestehen – zunächst bis Ende Juni. Man werde die Lage weiter beobachten und bei Bedarf weitere Maßnahmen prüfen.
Strom und Gas kosten ab Juni wieder mehr
Für Verbraucher bedeutet das: Wer Strom und Gas über das Netz bezieht, dürfte ab Juni mehr zahlen. Experten, die gegenüber der Zeitung El País zitiert wurden, rechnen mit einem Anstieg der Strom- und Gasrechnung um zehn bis elf Prozent.
An der Zapfsäule hingegen bleibt die Entlastung zunächst erhalten. Das Gesamtpaket kostet den spanischen Staat nach Regierungsangaben zwischen fünf und 5,5 Milliarden Euro.
Wirtschaftsminister Carlos Cuerpo bekräftigte bei einer Veranstaltung in Málaga, die Regierung werde handeln, wenn es nötig sei. Man wolle besonders jene Sektoren und Haushalte schützen, die von steigenden Energiepreisen am stärksten betroffen sind.
Auch eine Wiederaufnahme der Steuersenkungen auf Strom und Gas wird von der Regierung nicht ausgeschlossen.
Kritik vonseiten des Internationalen Währungsfonds
Kritisch äußerte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem aktuellen Spanien-Bericht vom 24. Mai. Die Institution empfiehlt, die Energiehilfen schrittweise zurückzufahren und nur dann weiterzuführen, wenn ein echter Bedarf nachgewiesen sei.
Die Subventionen verbrauchten zu viele öffentliche Mittel in einem Umfeld, in dem Schulden und Defizit abgebaut werden müssten. Gleichzeitig prognostiziert der IWF für Spanien ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent in diesem Jahr – den stärksten Wert in der Eurozone.
Die Inflation dürfte bis Jahresende bei rund drei Prozent verharren, bevor sie 2027 auf 2,2 Prozent zurückgeht. Als dämpfenden Faktor nennt der IWF den hohen Anteil erneuerbarer Energien im spanischen Strommix.
Quellen: El Periódico, El País, Diario SUR






















































