Neue Plattform warnt Badegäste vor Quallen, Algen und Meeresschaum an der Costa del Sol

Oceanaria-Andalucía liefert Fünf-Tage-Prognosen für rund 1.000 Kilometer andalusische Küste und zeigt, welche Wassersportarten täglich möglich sind

Quallen Málaga Juni 2025
Pelagia Noctiluca.

Quallen an der Costa del Sol 2026

Wer diesen Sommer wissen will, ob Quallen im Meer treiben oder asiatische Algen den Strand belasten, bekommt jetzt eine verlässliche Antwort über eine neue Plattform.

Oceanaria-Andalucía ist nach Angaben der Universität Málaga seit einigen Monaten in Betrieb und läuft nach zwei Jahren Entwicklungszeit auf vollen Touren. Hinter dem Projekt stecken die Forschungsgruppe EDANYA und der Lehrstuhl für Küstenwissenschaften der Costa del Sol an der Universität Málaga. Das Budget beträgt rund 250.000 Euro, finanziert über EU-Mittel der Junta de Andalucía.

Die Plattform kombiniert lokale Messdaten mit Satellitenangaben zu Temperatur, Wind und Wellengang.

Daraus errechnet das System Vorhersagen für fast 1.000 Kilometer andalusische Küste bis zu fünf Tage im Voraus. Gemeinden, Behörden und Badegäste können so frühzeitig einschätzen, ob Quallen, Meeresschaum oder Algen auf dem Weg an den Strand sind.

Geringes Risiko in den nächsten Tagen

Für die nächsten Tage sieht es bei den Quallen gut aus. Das Risiko liegt laut App unter 20 Prozent. Francisco Franco, Direktor des Lehrstuhls für Küstenwissenschaften, erklärt das mit dem sogenannten westlichen Alborán-Wirbel.

Wenn der Atlantikstrom durch die Straße von Gibraltar strömt, bildet er einen großen Wasserwirbel, der wie eine natürliche Barriere wirkt und Quallenschwärme von der Küste fernhält. Bei ruhigem Wetter ohne starke Stürme funktioniert dieser Mechanismus zuverlässig.

Wer trotzdem eine Qualle sieht, sollte wissen: Nicht alle sind gefährlich. Die Plattform listet harmlose Arten wie die Spiegeleiqualle (Cotylorhiza tuberculata) und Aurelia aurita und empfiehlt, diese einfach in Ruhe zu lassen.

Anders sieht es mit Arten wie Pelagia noctiluca aus, die schmerzhafte Verbrennungen verursachen können. Besondere Vorsicht gilt bei der Portugiesischen Galeere (Physalia physalis): Sie ist technisch gesehen keine Qualle, sondern ein Kolonieorganismus, dessen Tentakel bis zu 50 Meter lang werden und ein stark wirkendes Gift absondern können.

Mehr Sorgen als Quallen bereitet derzeit der Meeresschaum, lokal „Natas“ genannt. An einigen Küstenabschnitten der Provinz Málaga liegt das Risiko laut App bei rund 80 Prozent.

Was viele für Dreck halten, ist in Wirklichkeit zu 90 Prozent Ton und zu fünf bis zehn Prozent Mikroalgen. Unangenehm ist er trotzdem, vor allem wenn er sich mit anderen Schwebstoffen verbindet.

Asiatische Alge in Estepona und Marbella

Auch das asiatische Alge Rugulopteryx okamurae, die seit ihrer ersten Sichtung in Marbella im Jahr 2019 immer größere Probleme bereitet, ist in der App erfasst. In Estepona wurden innerhalb weniger Tage 950 Tonnen davon eingesammelt.

Zum Sommeranfang entspannt sich die Lage laut Prognose etwas. Die Alge enthält viel Schwefel und Stickstoff: Wenn sie am Strand verrottet, riecht es entsprechend unangenehm.

Hinweise für Wassersportler

Neben den Strandwarnungen zeigt Oceanaria für mehr als 800 Strände täglich an, welche Wassersportarten gerade sinnvoll sind. Wer in Málaga Freiwasserschwimmen will, findet die besten Bedingungen laut aktueller Prognose in der Axarquía, konkret an den Stränden Lagos, Morche, Cenicero-Las Lindes und Mezquitilla.

Zum Rudern empfiehlt die App Torre del Mar, El Cristo in Estepona sowie Bil-Bil, Benalnatura und Santa Ana in Benalmádena.

Segeln geht aktuell am besten in der Gegend von Manilva. Surfen ist in Algarrobo und Torrox möglich, Paddelsurfen und Angeln am besten in Nerja. Für Kite- und Windsurfer sieht es an der gesamten Málaga-Küste derzeit schlecht aus.

Quellen: Diario Sur, Universidad de Málaga (uma.es) 

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