Waldbrandgefahr: Spanien ist wegen der Sonnenfinsternis in höchster Alarmbereitschaft

Behörden sperren Naturparks und sagen bereits genehmigte Veranstaltungen ab

Brandgefahr Andalusien Sommer
Die Feuerwehrleute sind weiter im Einsatz, um den Brand in der Sierra Bermeja zu kontrollieren. // Foto: Infoca

Waldbrandgefahr in Spanien

Spanien bereitet sich wegen extremer Waldbrandgefahr auf strenge Sicherheitsmaßnahmen während der totalen Sonnenfinsternis am Mittwoch vor. Das berichtet die spanische Tagezeitung El País.

Millionen Menschen werden gegen 20.30 Uhr auf Berge und in ländliche Gebiete strömen, um das Naturschauspiel zu beobachten, genau dort, wo nach Angaben der spanischen Wetterbehörde Aemet für den Großteil des Landes die höchste oder zweithöchste Warnstufe für Waldbrände gilt.

Die Behörden befürchten, dass die Besuchermassen selbst Brände auslösen könnten, etwa durch Grillfeuer, Feuerwerk oder achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, oder im Ernstfall Zufahrten für Rettungsdienste blockieren.

Mehrere autonome Regionen haben deshalb Zugänge zu Naturschutzgebieten und Waldwegen gesperrt. Aragonien verbietet vom 10. bis 13. August das Befahren von Berggebieten mit Kraftfahrzeugen sowie offenes Feuer und Feuerwerk, mit Bußgeldern zwischen 1.000 und 100.000 Euro.

Kastilien und León untersagt das Parken auf Wald- und Landwegen sowie das Campen außerhalb ausgewiesener Plätze. Die Region Valencia hat die Vorwarnstufe 3 ausgerufen, Naturparks bleiben geschlossen, zusätzliche Löschflugzeuge stehen bereit.

In Andalusien ist die Sonnenfinsternis nur partiell zu sehen, der Mond verdeckt dort etwa 95 Prozent der Sonne. Das Ereignis beginnt gegen 19.40 Uhr, der Höhepunkt liegt zwischen 20.36 und 20.40 Uhr.

Anders als in Regionen mit totaler Verfinsterung hat die Junta de Andalucía bislang keine Naturparks gesperrt, rät den Menschen aber, Gebiete mit Waldbrandrisiko zu meiden, überfüllte Orte zu vermeiden und Abstand zu Straßen zu halten.

Musikfestivals abgesagt

Mehrere bereits genehmigte Festivals wurden wegen der Brandgefahr abgesagt, darunter ein Elektromusik-Festival in Soria mit rund 1.500 verkauften Tickets sowie ein fünftägiges Musikfestival mit 10.000 erwarteten Besuchern in Huesca.

Hintergrund ist auch die aktuelle Lage: Nach Daten des europäischen Waldbrand-Informationssystems EFFIS sind in Spanien in diesem Jahr bereits rund 222.783 Hektar Wald verbrannt, unter anderem durch verheerende Brände in den Regionen Ávila und Madrid.

Die spanische Umweltministerin Sara Aagesen rief die Bevölkerung zu Vorsicht auf: Die Vegetation sei extrem trocken, schon ein Funke könne verheerende Brände auslösen.

Landesweit stehen rund 400 offiziell ausgewiesene und gesicherte Beobachtungspunkte mit Rettungswegen und Sanitätsdiensten zur Verfügung.

Quellen: El País, 20 Minutos

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