Erbschaftsbetrug an Senioren: Guardia Civil zerschlägt Anwaltsbande in der Axarquía

Erbschaftsbetrug Nerja

Drei Festnahmen, elf weitere Verdächtige, mehr als eine Million Euro Beute: Die Guardia Civil hat ein kriminelles Netzwerk gesprengt, das sich gezielt das Vermögen verstorbener ausländischer Senioren in der Axarquía angeeignet hat.

Drei Personen wurden festgenommen, zwei davon sitzen bereits in Untersuchungshaft. Gegen elf weitere wird ermittelt. Die Vorwürfe lauten auf Betrug, Urkundenfälschung, Identitätsmissbrauch, Unterschlagung, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Den Ermittlern fiel der Fall auf, nachdem die Betrugsabteilung einer Bank Alarm schlug. Von einem Konto wurde wiederholt Bargeld abgehoben, obwohl der Kontoinhaber, ein britischer Staatsbürger im fortgeschrittenen Alter, bereits verstorben war.

Als Bevollmächtigte trat eine Anwältin aus Nerja auf, die sich die Vollmacht laut Ermittlern mit gefälschten Dokumenten verschafft hatte.

Die Spur führte zu zwei Anwälten mit Kanzleien in Nerja, die auf Immobiliengeschäfte und Erbschaftsfragen ausländischer Residenten spezialisiert sind. Auf dem fraglichen Konto war zuvor eine größere Erbschaft eingegangen, die einer im Pflegeheim verstorbenen ausländischen Frau gehörte.

Die Tatverdächtigen sollen ein gefälschtes eigenhändiges Testament sowie falsche Zeugenaussagen genutzt haben, um eine angebliche Liebesbeziehung zwischen der Verstorbenen und dem ebenfalls bereits toten Kontoinhaber zu konstruieren und sich so Zugriff auf das Vermögen zu verschaffen.

Den wahren Erben, einen Sohn der Verstorbenen, der kaum Kontakt zu ihr gehabt hatte, machten die Ermittler schließlich in der Schweiz ausfindig.

Einer der Anwälte hatte zuvor versucht, über eine notarielle Vollmacht mit ihm Kontakt aufzunehmen, angeblich um die Erbschaft zu regeln. Der rechtmäßige Erbe erhielt jedoch nie etwas von dem Vermögen und erstattete daraufhin in seinem Heimatland Anzeige.

Ein dritter Anwalt, ein naher Verwandter eines der Hauptverdächtigen, soll ebenfalls in das Netzwerk verwickelt gewesen sein.

Laut Guardia Civil bauten die drei über Jahre ein komplexes System aus Immobiliengeschäften, vorgetäuschten Schenkungen, fiktiven Fahrzeugverkäufen, Finanzanlagen, größeren Bargeldabhebungen und Überweisungen zwischen verschiedenen Mitgliedern der Gruppe auf, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern.

Bei sieben Hausdurchsuchungen in Nerja und im benachbarten Almuñécar in der Provinz Granada stellten die Beamten 200.000 Euro Bargeld, Schmuck, elektronische Geräte und zahlreiche Dokumente verstorbener Personen sicher.

Die Ermittlungen dauern an. Die Ermittler gehen davon aus, dass es weitere Betrugsopfer geben könnte.

Quellen: Cadena SER Málaga, Diario SUR, El Mundo

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