
Gitarrenfestival in Málaga 2026
Andalusien besitzt durch den Flamenco und die traditionelle spanische Musik eine ganz besondere Beziehung zur Gitarre. Viele virtuose Musiker der Region wie Paco de Lucía, Manolo Sanlúcar, Vicente Amigo, Tomatito und Pepe Habichuela haben den Klang der spanischen Gitarre in die Welt getragen.
Doch es war vor allem eine Familie aus Málaga, die die spanische Musik auf allen Kontinenten bekannt machte und ihr zu großem Renommee verhalf. Celedonio Romero war in den 1950er Jahren von Málaga in die Vereinigten Staaten ausgewandert, wo er mit seinen Söhnen Celedonio (Celín), Pepe und Ángel das Quartett gründete, das zu Weltruhm gelangen sollte.
Die diesjährige Ausgabe des Festivals stellt die Verbindung der Familie Romero zu ihrer Heimatstadt Málaga, die immer ein wichtiger Teil ihrer musikalischen Identität war, in den Mittelpunkt und wird so zu einer Hommage an eine musikalische Dynastie.
Das Festival ist dem 125. Geburtstag des Komponisten Joaquín Rodrigo gewidmet und ehrt Celín Romero zu seinem 90. und Ángel Romero zu seinem 80. Geburtstag.
Spitzenmusiker in bezaubernden Szenarien
Im September kehrt diese Erfolgsgeschichte gewissermaßen nach Hause zurück. Der Sohn des Gründers der legendären Los Romeros wird an der fünften Ausgabe des Pepe Romero Guitar Festival, das vom 4. bis 30. September 2026 Málaga stattfindet, persönlich mitwirken. Fünfzehn Konzerte stehen auf dem Programm, verteilt auf einige der schönsten und historisch bedeutsamsten Austragungsorte der Stadt.
Der Veranstalter, die European Guitar Foundation, hat dabei ein Programm zusammengestellt, das klassische Gitarre, Flamenco, Kammermusik und sinfonisches Repertoire miteinander verbindet.
Von Klassik bis hin zu jungen Talenten
Wer bei einem Gitarrenfestival ausschließlich an klassische Konzertmusik denkt, dürfte in Málaga angenehm überrascht werden. Das Programm ist so vielfältig wie die Geschichte des Instruments selbst.
Gleich zu Beginn erwartet die Zuschauer ein kleines Stück Musikgeschichte: Am 5. September spielt der schwedische Gitarrist Jacob Kellerman in der Alcazaba auf einer Antonio-de-Torres-Gitarre von 1888, die einst dem legendären Francisco Tárrega gehörte.
Auf eben diesem Instrument soll Tárrega Werke gespielt und geschrieben haben, die heute zum festen Repertoire der klassischen Gitarre gehören – darunter Recuerdos de la Alhambra und Capricho Árabe.
Einen Tag später geht es in die Welt der Kammermusik: Das Quinteto 1909, ein Ensemble aus fünf Gitarristen, widmet sein Konzert dem Andenken an den Gitarristen und Komponisten Ángel G. Piñero.
Auch die nächste Generation bekommt viel Raum. Der junge Spanier Ausiàs Parejo, Gewinner von mehr als 30 internationalen Wettbewerben und 2025 für einen Latin Grammy nominiert, tritt am 12. September auf. Einen Tag später folgt Filip Miskovic, Gewinner des 40. Andrés-Segovia-Wettbewerbs in La Herradura.
Wenn die klassische Gitarre Rhythmus bekommt

Besonders andalusisch wird es bei den ‚Trasnoches Flamencos‘. Hier darf die Gitarre rauer, leidenschaftlicher und rhythmischer werden.
Zu den Höhepunkten gehört der Auftritt von El Amir am 11. September. Der deutsch-hispanisch-kolumbianische Gitarrist gehört zu den vielseitigsten Flamenco-Musikern seiner Generation und ist unter anderem Teil der internationalen Tournee von Filmkomponist Hans Zimmer.
Am 17. September treffen beim Konzert von Pituquete Gitarre und Gesang aufeinander: Als Gast ist die renommierte Cantaora Encarna Anillo dabei. Es folgen unter anderem Mabel Millán, Latin-Grammy-Gewinnerin von 2017, der aus Málaga stammende Daniel Casares und der junge Flamenco-Gitarrist José Fermín Fernández.
Den Schlussakkord der Flamenco-Reihe übernimmt am 26. September Ricardo Fernández del Moral. Er ist eine jener seltenen Erscheinungen, die gleichzeitig als Sänger und Gitarrist überzeugen – und hat bei den renommierten Wettbewerben von La Unión mehrere Gesangs-Preise gewonnen.
Hervorzuheben ist ebenfalls das Eröffnungskonzert am 4. September bei dem der virtuose Gitarrist Alejandro Hurtado von der Primaballerina des spanischen Nationalballetts, Inmaculada Salomón, begleitet wird.
Krönender Abschluss mit Pepe Romero
Der eigentliche Höhepunkt kommt am 30. September im Teatro Cervantes. Dann steht der Namensgeber selbst auf der Bühne: Pepe Romero spielt gemeinsam mit dem Philharmonieorchester von Málaga unter der Leitung von José María Moreno.
Im Mittelpunkt steht natürlich Joaquín Rodrigo, mit dem Pepe Romero besonders eng verbunden ist. Auf dem Programm steht unter anderem das berühmte ‚Concierto de Aranjuez‘, jenes Werk, mit dem Rodrigo die klassische spanische Gitarre endgültig in die großen Konzertsäle der Welt katapultierte.
Doch das Festival verabschiedet sich nicht mit klassischem Ernst. Nach Rodrigo werden bekannte Filmmelodien von John Williams, darunter Musik aus Star Wars, Indiana Jones und E.T. zu hören sein. Romero übernimmt außerdem den Gitarrenpart in ‚Stolen Memories‘ aus ‚Schindlers Liste‘.
Damit schließt sich ein Kreis: von der spanischen Gitarre zu Rodrigo, von Málaga nach Amerika und schließlich von der klassischen Konzertbühne nach Hollywood. Ein passendes Finale für ein Festival, dessen Geschichte selbst von Grenzen und musikalischen Reisen handelt.
Die Eintrittskarten kosten je nach Austragungsort zwischen 10 und 20 Euro und sind auf der Ticket-Plattform www.mientrada.net/ erhältlich. Nähere Information und das ausführliche Programm gibt es auf www.malagaguitarfestival.com/.




























































