Teure Lebensmittel zwingen Spanier zu weniger Fleisch und Fisch

Vor allem Rind- und Lammfleisch werden seltener gekauft, jeder zweite junge Spanier verzichtet inzwischen auf bestimmte Nahrungsmittel

Lebensmittelpreise in Spanien 2026

Lebensmittelpreise 2026 in Spanien

Immer mehr Spanier müssen bei Fleisch und Fisch sparen. Der Warenkorb ist seit der Corona-Pandemie um mehr als 40 Prozent teurer geworden, wie Daten des spanischen Statistikamts INE zeigen.

Bei einer Inflation von 3,5 Prozent im Juli 2026 wird eine ausgewogene Ernährung für viele Haushalte zur finanziellen Herausforderung.

Besonders stark gestiegen sind die Preise für Eier, Fisch, Rind- und Lammfleisch. Ein Dutzend Eier kostet inzwischen 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Spanische Haushalte gaben laut dem VI. Verbraucherbericht zu Eiern in Spanien 2025 im vergangenen Jahr 1,65 Milliarden Euro für Eier aus, 300 Millionen Euro mehr als 2024.

Auch Fleisch ist deutlich teurer geworden. Während sich Fleischprodukte insgesamt im Schnitt um 4 Prozent verteuerten, stieg der Preis für Rindfleisch um 11 Prozent und für Lammfleisch um 7 Prozent. Schweinefleisch ist die einzige Fleischsorte, die derzeit günstiger ist als vor einem Jahr, während auch Hühnerfleisch leicht teurer wurde. Frischer Fisch verteuerte sich um fast 9 Prozent.

Inflation wirkt sich negativ auf Ernährung aus

45 Prozent der Spanier geben an, dass sich die Inflation negativ auf ihre Ernährung ausgewirkt hat. Das geht aus einer Studie des Versicherungskonzerns Aegon mit Daten aus dem Jahr 2025 hervor.

Besonders betroffen sind demnach Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren: Mehr als die Hälfte von ihnen hat wegen der hohen Lebensmittelpreise ihre Ernährung umgestellt und verzichtet auf bestimmte Produkte.

Fast die Hälfte der Befragten (46,5 Prozent) hat laut der Studie den Fischkonsum eingeschränkt. Auch beim Fleisch verzichten mit 35,4 Prozent deutlich mehr Menschen als im Vorjahr, ein Anstieg um knapp drei Prozentpunkte.

Fisch bleibt demnach das Lebensmittel, auf das aus wirtschaftlichen Gründen am häufigsten verzichtet wird, doch Fleisch gewinnt als betroffenes Produkt an Bedeutung.

Weitere Lebensmittel, bei denen gespart wird, sind Obst (18,8 Prozent), Getreideprodukte (16,7 Prozent), Milch und Milchprodukte (8,7 Prozent), Gemüse (8,6 Prozent) sowie Hülsenfrüchte (6,7 Prozent).

Junge Menschen unter 25 Jahren essen einer weiteren Studie zufolge generell weniger gesund als ältere Altersgruppen, mit geringerem täglichem Obst- und Gemüseverzehr.

Laut dem Bericht zum spanischen Obst- und Gemüsesektor des Beratungsunternehmens Solunion ist frisches Obst und Gemüse für 72 Prozent von ihnen einfach zu umständlich: Waschen, Schälen und Schneiden kostet Zeit, die viele nicht investieren wollen. Stattdessen greifen sie eher zu vorbereiteten Produkten wie Smoothies oder Fertigsalaten.

Trotz der finanziellen Belastung legen die Spanier weiterhin Wert auf Qualität: 84 Prozent geben an, lieber hochwertige Lebensmittel zu kaufen, auch wenn sie teurer sind, fast vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei den 26- bis 40-Jährigen sowie bei Menschen mit stabiler wirtschaftlicher Situation.

Quellen: Diario SUR, INE

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