Das Aquädukt Agua de Hierro in Nerja steht jetzt auf der Roten Liste der spanischen Denkmalschutzorganisation Hispania Nostra.
Das Bauwerk, auch El Tablazo genannt, verfällt nach Angaben von Hispania Nuestra zusehends. Ziegelsteine lösen sich aus der Struktur, ein rechtlicher Schutzstatus fehlt bislang komplett.
Das Aquädukt liegt im Gebiet Las Mercedes zwischen Nerja und Maro, einer Gegend mit langer Geschichte in Landwirtschaft, Bewässerung und Zuckerindustrie.
Vermutlich wurde es in den 1890er Jahren errichtet. Genaue Dokumente dazu gibt es nicht, aber die Bauzeit fällt mit der Blütephase der Zuckerindustrie in der Axarquía zusammen.
Ihren Namen hat das Bauwerk von der Quelle Agua de Hierro. Der Kanal verlief parallel zum alten Weg von Burriana nach Maro, am rechten Ufer der Schlucht Barranco de Burriana.
Verbunden war er mit dem Bewässerungskanal von Las Mercedes, der landwirtschaftliche Flächen und die frühere Zuckerfabrik San Joaquín versorgte. Diese Fabrik ist heute als Fábrica de Maro bekannt und stand bereits seit Oktober 2023 selbst auf der Roten Liste.

Hispania Nostra sieht nicht nur die Bausubstanz in Gefahr. Die Organisation warnt auch vor dem Druck durch Immobilienprojekte in der Umgebung. Laut Berichten der spanischen Lokalzeitung Diario Sur planen die Eigentümer des benachbarten Fabrikgeländes, die Sociedad Azucarera Larios, dort ein Hotel, knapp 500 Wohnungen und einen Golfplatz auf rund 250 Hektar.
Eine solche Umgestaltung könnte den historischen Zusammenhang zwischen Aquädukt, Schlucht, alten Wegen und Ackerflächen unwiederbringlich zerstören, so Hispania Nuestra.
Landesweit verzeichnet die Rote Liste von Hispania Nostra mittlerweile 1.636 gefährdete Kulturgüter. Die Organisation, 1976 gegründet, macht auf Objekte aufmerksam, die durch Vernachlässigung, fehlende Instandhaltung oder Bauprojekte bedroht sind.
Vorschläge für die Liste kommen meist von Bürgern, ein wissenschaftliches Komitee prüft anschließend den Zustand und die Kriterien für eine Aufnahme.
Quellen: Pressemitteilung Hispania Nostra, Diario SUR



























































