Francisco González Rengel im Interview
Francisco González Rengel wurde in Weinheim, Baden-Württemberg, geboren. Dort hat er auch sein Abitur gemacht. Seit 1999 lebt er in Mijas an der Costa del Sol. Er spricht deutsch, spanisch, englisch und französisch.
Seine gesamte berufliche Laufbahn hat er dem Tourismus gewidmet. Seit 2017 ist Francisco González Rengel CEO (Chief Executive Officer) von Sidetours Incoming Service.
Das Unternehmen ist auf die Betreuung von in Spanien und Portugal ankommenden („incoming“) Gästen spezialisiert. Mit ihrem detaillierten Wissen der Regionen bietet Sidetours seit mehr als 40 Jahren umfassende Dienstleistungen im Tourismusbereich an.
Sidetours Incoming Service ist Mitglied des Deutschen Wirtschaftsforum Andalusiens (DWA). Die Plattform fungiert seit 2021 als Treffpunkt für Unternehmen und Akteure aus Andalusien und Deutschland und wurde auf Initiative des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland in Málaga gegründet.
Wirtschaftsbeziehungen und soziale Kontakte sollen gestärkt werden, um so neue Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum zu schaffen. Francisco González Rengel ist Gründungsmitglied des DWA.
Wir haben mit dem Unternehmer über Leben und Arbeiten an der Costa del Sol gesprochen.
Herr González, Sie sind seit 1999 bei Sidetours und Ihr Leben lang im Tourismussektor beschäftigt. Was fasziniert Sie an der Reisebranche?
Der Tourismus verbindet Menschen, Kulturen und Länder. Es begeistert mich, Gästen unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen und gleichzeitig die Schönheit unserer Destinationen zu präsentieren. Außerdem ist diese Branche sehr dynamisch – kein Tag ist wie der andere. Bei Sidetours Incoming Services betreuen wir jedes Jahr rund 1,3 Millionen Gäste und erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwa 400 Millionen Euro. Diese Größe bringt eine große Verantwortung mit sich und motiviert mich jeden Tag aufs Neue.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unserem Team höchste Servicequalität zu bieten und unseren Gästen unvergessliche Urlaubserlebnisse zu ermöglichen. Genau diese Mischung aus Internationalität, Verantwortung und der Möglichkeit, Menschen glücklich zu machen, fasziniert mich seit über 25 Jahren an der Reisebranche.
Hand aufs Herz: Was ist Ihr Lieblingsreiseziel?
Natürlich die Costa del Sol. Aber ich liebe ganz Spanien – egal ob die Costa Brava, die Costa Dorada, die Costa de la Luz oder die Balearen. Und auch Portugal gehört für mich zu den schönsten Reisezielen.
Sie sind auch Mitglied im Deutschen Wirtschaftsforum in Andalusien. Welche Projekte haben Sie mit dem Forum angestoßen?
Ich bin Gründungsmitglied des DWA. Leider lässt mir mein Berufsalltag mit vielen Reisen nur wenig Zeit, mich intensiver einzubringen. Ich würde mich aber sehr freuen, künftig noch aktiver mitzuwirken.
Was sind die Pläne für das Jahr 2026?
Wir erwarten eine sehr gute Saison. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation und der Unsicherheiten in einigen Reisezielen entscheiden sich viele Urlauber für Spanien. Davon profitiert auch die Costa del Sol.
Wie profitiert Sidetours am meisten von der Mitgliedschaft im DWA?
Vor allem durch den Austausch mit anderen Unternehmen, wertvolle Netzwerke und Synergien – beispielsweise bei der Mitarbeitersuche oder gemeinsamen Projekten.
Welche Herausforderungen im Tourismusbereich sehen Sie aktuell an der Küste Andalusiens und wie kann die Mitgliedschaft im DWA Unternehmen dabei unterstützen?
Die größte Herausforderung besteht darin, das Wachstum nachhaltig zu gestalten. Dazu gehören Fachkräftemangel, Infrastruktur, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das DWA bietet Unternehmen eine wichtige Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Entwicklung gemeinsamer Lösungen.
Wie sehen Sie die aktuelle Lage an der Costa del Sol?
Die Costa del Sol erlebt eine außergewöhnlich starke Nachfrage. Das schafft Arbeitsplätze und stärkt die Wirtschaft der gesamten Region. Gleichzeitig müssen wir Themen wie Infrastruktur, Wohnraum und Wasserverbrauch ernst nehmen. Nachhaltiges Wachstum ist der Schlüssel.
Wie sollte sich der Tourismus in den kommenden Jahren entwickeln, um auf Dauer tragbar zu sein?
Ich sehe die Zukunft in einem qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Tourismus. Es geht nicht darum, möglichst viele Gäste anzuziehen, sondern den Besuchern authentische Erlebnisse mit hoher Qualität zu bieten und gleichzeitig die Region zu schützen.
Stichwort Turismo Rural: Wie kann man die Küstenregionen schonen und die Auslastung in das ländliche Hinterland entzerren?
Andalusien verfügt über wunderschöne Dörfer, Naturparks und kulturelle Schätze im Landesinneren. Diese Regionen sollten stärker beworben werden. So profitieren auch kleinere Gemeinden vom Tourismus und die Küste wird entlastet.
Wie kann man den Touristenansturm besser verteilen? Was hat die Gegend zu bieten, um Gäste das ganze Jahr anzulocken?
Die Costa del Sol bietet weit mehr als Sonne und Strand: Kultur, Gastronomie, Sport, Golf, Natur und zahlreiche Veranstaltungen machen die Region das ganze Jahr über attraktiv. Unser Ziel sollte es sein, den Ganzjahrestourismus weiter auszubauen.
Zum Thema Nachhaltigkeit: Wie stehen Sie Umweltherausforderungen wie Wasserknappheit, Abfallmanagement und Mietwagenlawinen gegenüber?
Das sind wichtige Themen, die alle Beteiligten gemeinsam angehen müssen – öffentliche Verwaltung, Unternehmen und Gäste. Nachhaltige Mobilität, ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser und ein gutes Abfallmanagement werden künftig noch wichtiger.
Was denken Sie kann ein jeder einzelne Tourist in der Gegend tun, um nachhaltig zu reisen und die Region und Ressourcen zu schonen?
Jeder Gast kann einen Beitrag leisten: regionale Produkte konsumieren, Wasser und Energie sparen, öffentliche Verkehrsmittel oder Transfers nutzen und die Natur sowie die lokale Kultur respektieren.
Zu guter Letzt: Haben Sie einen persönlichen Geheimtipp für die Costa del Sol?
Neben den bekannten Orten empfehle ich immer einen Ausflug in die weißen Dörfer Andalusiens – zum Beispiel Mijas Pueblo, Frigiliana oder Ronda. Dort erlebt man die authentische Seite der Region mit ihrer Geschichte, Gastronomie und beeindruckenden Landschaft.



























































