Migranten in Torrox
Der Bürgermeister von Torrox, Óscar Medina hat die spanische Zentralregierung aufgefordert, sich um die Situation von Migranten zu kümmern, die in Torrox unter freiem Himmel schlafen.
In den vergangenen Wochen wurden Menschen in Schilfdickichten, an Stränden und unter Brücken entdeckt. Medina sagte, kein Mensch solle gezwungen sein, unter solchen Bedingungen zu übernachten. Diese Orte hätten weder sanitäre Einrichtungen noch böten sie Schutz. Sie stellten eine ernsthafte Gefahr für Gesundheit und Sicherheit dar.

Der Bürgermeister betonte, die betroffenen Menschen befänden sich in extremer Verletzlichkeit und hätten ein Recht auf menschenwürdige Behandlung. Die Verantwortung dafür liege beim Staat, nicht bei der Gemeinde. „Die Zentralregierung kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen und die gesamte humanitäre Last den Kommunen überlassen“, sagte Medina.
Das Rathaus überwacht die betroffenen Bereiche, um sowohl den Schutz der Betroffenen als auch die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten. Im Fokus stehen dabei Hygiene- und Brandschutzvorschriften, besonders wegen möglicher Feuer in der Natur.
Seit 2023 Aufnahmenzentrum in El Morche
Seit Oktober 2023 beherbergt Torrox Migranten im Urban Beach Hotel in El Morche, einem Vier-Sterne-Hotel, das die spanische Regierung als Aufnahmezentrum nutzt. Dorthin werden Migranten verlegt, die zuvor auf den Kanarischen oder Balearen-Inseln ankamen.
Rund 1.600 Menschen haben das Zentrum in zweieinhalb Jahren durchlaufen, überwiegend junge Männer aus dem Senegal sowie aus Kriegsgebieten wie Mali und Somalia.
Das Rote Kreuz betreut die Untergebrachten vor Ort: Es bietet Spanischkurse, Informationen zur spanischen Gesellschaft und Berufsausbildung an. Der Provinzkoordinator des Roten Kreuzes in Málaga, Samuel Linares, verwies gegenüber der spanischen Tageszeitung Diario SUR auf eine starke Nachfrage von Obst- und Gemüsebetrieben in der Region nach Erntehelfern.
Mehr als 160 Teilnehmer hätten bereits eine Beschäftigung unter angemessenen Bedingungen gefunden. Der Betrieb laufe ohne nennenswerte Zwischenfälle, so Linares.
Medina lobte die Arbeit des Roten Kreuzes, forderte die Regierung aber auf, endlich Klarheit über die weiteren Pläne für das Hotel in El Morche zu schaffen. Die bekannten staatlichen Verlängerungen seien bereits überschritten. „Eine Touristengemeinde wie Torrox braucht transparente, koordinierte und verlässliche staatliche Planung“, sagte der Bürgermeister.
Die bisherige Politik beruhe auf Improvisation und Stillschweigen der Verwaltung, wodurch aus einer Notlösung eine dauerhafte Einrichtung geworden sei, die so nicht tragbar sei.
Quellen: Ayuntamiento de Torrox, Diario SUR

























































