In einer vierstündigen Tour kann man auf den 1.415 Meter hohen Gipfel hinaufsteigen

Knapp 50 Kilometer von Málaga entfernt liegt im Hinterland der Costa del Sol das kleine Dorf Alfarnate. Alfarnate ist ein idealer Ausgangspunkt für leichte bis mittelschwere Wanderungen auf die Berge rundherum. Ein angenehmer Wanderweg ist derjenige auf den 1.415 Meter hohen Pico del Vilo. Auf der 11,2 Kilometer langen Tour ist man hin und zurück etwa 4 Stunden unterwegs. Die Tour ist im Herbst besonders schön, wenn die buntgefärbten Bäume eher an einen deutschen Wald als an ein andalusisches Dorf erinnern.

Der Startpunkt für die Wanderung ist leicht zu finden. Kommt man nach Alfarnate mit dem Auto, fährt man über die Brücke in der Dorfmitte Richtung Berge und trifft dort schnell auf einen Parkplatz neben dem Polideportivo municipal, der Sporthalle der Gemeinde. Hier steht schon der erste Wegweiser und von dort aus geht es über den Schotterweg nach oben. Der Weg selber ist zwar nicht besonders schön, aber er ist leicht zu gehen und führt in mehreren Kurven immer höher, so dass sich hinter jeder Kurve eine neue Aussicht bietet: auf das kleine weiße Dorf Alfarnate und auf die umliegende Bergwelt Sierra de San Jorge, Tajo de la Palomera und Cerro del Castillejo.

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Nach etwa einer Stunde endet der Schotterweg und es beginnt der schönste Teil der Strecke: die Wanderung durch den „Märchenwald“ mit einer wunderbaren Baumlandschaft aus Kieferwald und spanischen Tannen (Pinsapos). Auf dem weichen Waldboden zu gehen, ist ein wahrer Genuß.

Hat man den Wald durchquert, folgt eine weite Hochebene, die man in etwa 20-30 Minuten durchläuft, bevor man über eine Steinwüste bis zum Gipfel Pico del Vilo gelangt. Hier oben hat man eine wunderschöne 360-Grad-Panoramaaussicht  auf die  Sierra Nevada, den höchsten Berg der Axarquía, La Maroma, den Stausee La Viñuela und viele der kleine Axarquía-Dörfer in der Region. Hier kann man sich erfrischen und erholen, bevor es auf dem gleichen Weg wieder nach Alfarnate zurückgeht.

Wer jetzt nach der etwas 4-stündigen Tour noch Kraft hat, kann sich noch Alfarnate anschauen. Eines aber sollte man auf gar keinen Fall verpassen: Den Besuch in der Antigua Venta de Alfarnate (Altes Wirtshaus von Alfarnate). Die vor den Toren des Dorfes gelegene Venta de Alfarnate stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als ein von zahlreichen Geschichten und Legenden umranktes ältestes Wirtshaus Andalusiens.

Venta
Das Wirtshaus ist heute ein Restaurant-Museum und hat solch berühmte Gäste bewirtet und beherbergt wie König Alfonso XIII. und andere vielleicht nicht so adlige, wie den Straßenräuber José Marí­a el Tempranillo. Seine Gastronomie basiert vor allem auf hausgemachter, deftiger Küche aus den Bergen wie zum Beispiel huevos a lo bestia (Migas mit Spiegelei und Blutwurst) oder Zicklein mit Knoblauch. Frische Salate und besondere Desserts (wie die für die Region typischen Zuckerkringel Roscos carreros de Alfarnate) stehen ebenfalls auf der Speisekarte. In diesem Sinne: Guten Appetit!

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