Mercadona baut um
Mercadona krempelt seine Filialen um. Das neue Konzept der spanischen Supermarktkette heißt „Tienda 9“ und soll den Supermarkt von Grund auf neu organisieren: nicht mehr nach Warenbereichen wie Fleisch, Fisch oder Bäckerei, sondern nach Arbeitsprozessen.
Firmenchef Juan Roig spricht von einem „Paradigmenwechsel“. 3,7 Milliarden Euro will die spanische Kette bis 2033 in den Umbau ihres gesamten Filialnetzes in Spanien und Portugal investieren.
Der Startschuss fiel in Xirivella, einer Gemeinde bei Valencia, wo das neue Konzept als Pilotprojekt läuft. Noch in diesem Jahr sollen 59 Filialen nach dem neuen Modell umgebaut werden, darunter bereits ein Standort in Manlleu in Katalonien. Jede Filiale muss dafür zwischen zwei Wochen und einem Monat schließen.
Herzstück der Tienda 9 ist der sogenannte „Obrador Central“ – eine zentrale Produktionsküche, in der alle Schneid-, Koch- und Verpackungsvorgänge zusammengefasst werden, die bisher auf verschiedene Stationen im Markt verteilt waren.
Damit werden nach und nach die klassischen Bedientheken für Bäckerei, Wurstwaren und Fisch ersetzt. Roig sagte dazu: Ziel bei der Fischtheke sei dasselbe wie bei Fleisch – dass der Lieferant das Produkt bereits vorbereitet anliefert.
Der Obrador Central soll laut Mercadona bis zu zehn Prozent Energie und bis zu 40 Prozent Wasser einsparen. Auch technisch wird aufgerüstet: Die Kühlregale in den Gängen erhalten Aerofoil-Systeme, die Kälteverluste minimieren, ohne dass Türen nötig sind. Als Kältemittel setzt Mercadona künftig auf CO₂.
Frische bekommt mehr Platz, Kühl- und Tiefkühlbereiche werden logischer gruppiert. Ziel ist ein klar strukturierter Einkaufsweg vom Eingang bis zur Kasse.
Abteilung für fertige Mahlzeiten zum Mitnehmen
Ein weiteres Wachstumsfeld ist die Abteilung „Listo para comer“ – fertige Mahlzeiten zum Mitnehmen oder zum Verzehr direkt vor Ort. Die Sparte erzielte 2025 eine Milliarde Euro Umsatz bei einem Gesamtumsatz von 41,9 Milliarden Euro.
Die Abteilung wächst derzeit jährlich um rund 20 Prozent. In den neuen Filialen von Mercadona soll es dafür ein zentrales Regal geben, ergänzt durch Tische und Stühle zum Essen im Markt. Bis Ende 2026 will die Kette 500 Filialen mit einer Cafeteria ausstatten.
Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 43,2 Milliarden Euro und will 1.000 neue Stellen schaffen.
In Portugal wächst Mercadona schneller als in Spanien und erwartet dort in diesem Jahr einen Gewinn von 50 Millionen Euro.
Quellen: elEconomista.es, Expansion, 20 Minutos, Mercadona























































