Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Inflationsprognose für Spanien deutlich angehoben.
Für 2026 rechnet sie inzwischen mit einer Teuerungsrate von 3,7 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Prognose vom Juni.
Gleichzeitig korrigierte die OECD in ihrem Report ihre Wachstumserwartung für Spanien nach oben: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll in diesem Jahr um 2,6 Prozent zulegen.
Grund für die höhere Inflation sind vor allem die gestiegenen Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten. Die OECD warnt, dass die Preisentwicklung länger unter Druck bleiben könnte, falls die Störungen bei der Versorgung mit Erdöl und Erdgas anhalten. In diesem Fall könnten die Notenbanken gezwungen sein, ihre Geldpolitik wieder zu verschärfen.
Die Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der die Inflation in Spanien bereits deutlich gestiegen ist. Nach Angaben des spanischen Statistikamtes INE lag die jährliche Inflationsrate im August bei 4,3 Prozent.
Das war der höchste Wert seit Februar 2023. Besonders stark verteuerten sich Kraftstoffe und andere Produkte im Bereich Verkehr. Die Kerninflation, bei der Energie und unverarbeitete Lebensmittel nicht berücksichtigt werden, lag dagegen bei 2,9 Prozent.
Spanische Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig
Trotz des Inflationsdrucks beurteilt die OECD die Entwicklung der spanischen Wirtschaft vergleichsweise positiv. Sie erhöhte ihre Wachstumsprognose für 2026 um 0,4 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent.
Als Gründe nennt die Organisation unter anderem die robuste Binnennachfrage und die widerstandsfähige Entwicklung der spanischen Wirtschaft.
Die OECD betont zugleich die große Unsicherheit für die kommenden Monate. Entscheidend sei, wie lange die Energieversorgung durch die Konflikte im Nahen Osten beeinträchtigt werde. Eine Entspannung an den Energiemärkten könnte den Inflationsdruck schnell verringern.
Anhaltende oder neue Lieferunterbrechungen könnten dagegen sowohl die Inflation weiter erhöhen als auch das Wirtschaftswachstum bremsen.
Auch die weltweite Wirtschaft bekommt die Folgen zu spüren. Die OECD erwartet für die G20-Staaten eine Inflation von 4,1 Prozent im Jahr 2026. 2027 soll sie auf 3,6 Prozent zurückgehen. Für die Eurozone rechnet die Organisation 2026 mit einer Inflation von 3,0 Prozent und 2027 mit 2,9 Prozent.
Für Spanien bedeutet die neue Prognose damit eine ungewöhnliche Kombination: Die Wirtschaft wächst stärker als bislang erwartet, gleichzeitig bleibt die Inflation deutlich höher.
Wie sich die Lage weiterentwickelt, hängt nach Einschätzung der OECD wesentlich von der Entwicklung der Energiepreise und der geopolitischen Situation im Nahen Osten ab.
Quellen: OECD, INE, Diario SUR, El País.


























































