Andalusien fordert Rückkehr der Eliteeinheit der Guardia Civil gegen den Drogenhandel

Ministerpräsident Juan Manuel Moreno warnt vor zunehmender Gewalt und fordert von der spanischen Regierung mehr Mittel für den Kampf gegen die Drogenmafia

Drogenhandel Andalusien

Drogenhandel in Andalusien

Die andalusische Regionalregierung will die vor vier Jahren aufgelöste Spezialeinheit OCON-Sur der Guardia Civil wieder einsetzen. Ministerpräsident Juan Manuel Moreno hat den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez in einem Schreiben aufgefordert, die auf den Kampf gegen den Drogenhandel spezialisierte Einheit zu reaktivieren.

Hintergrund ist die zunehmende Aktivität krimineller Netzwerke und die wachsende Gewalt in verschiedenen Teilen Andalusiens.

Moreno warnt, Andalusien habe sich zu einer „Operationsbasis für die Drogenmafia“ entwickelt. Das Problem beschränke sich längst nicht mehr auf einzelne Gebiete. Vielmehr seien inzwischen die gesamte Küste und auch Teile des Landesinneren betroffen.

Er fordert mehr Personal und bessere Ausstattung für die Sicherheitskräfte. Moreno bezeichnet die Auflösung von OCON-Sur rückblickend als Fehler und hält eine Rückkehr der Spezialeinheit angesichts der aktuellen Entwicklung für dringend notwendig.

Angriff auf Guardia Civil vor Huelva

Drogenhandel Andalusien
Die Situation der Guardia Civil ist angespannt.

Wie angespannt die Situation inzwischen ist, zeigt ein aktueller Einsatz vor der Küste von Huelva. Dort wurden zehn mutmaßliche Mitglieder einer kriminellen Organisation festgenommen, nachdem während der Verfolgung eines Schmugglerbootes (Narcolancha) Schüsse auf eine Patrouille der Guardia Civil abgegeben worden waren.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 17. auf den 18. August. Die Besatzung der Narcolancha soll während der Verfolgung gefährliche Ausweichmanöver durchgeführt und Teile ihrer Ladung ins Meer geworfen haben. Dadurch wurden die Einsatzkräfte gefährdet und die Navigation der Patrouillenboote erschwert.

Als die Männer schließlich auf die Guardia Civil schossen, erwiderten die Beamten das Feuer. Die Narcolancha konnte zunächst entkommen, nachdem die Patrouille während der Verfolgung beschädigt worden war.

Die Ermittler nahmen anschließend die Suche nach dem Boot und möglichen Unterstützern auf. Am 20. August gelang es den Einsatzkräften, die gesuchte Narcolancha sowie ein zweites Boot abzufangen, das ihr Unterstützung leistete.

Die Ermittlungen laufen weiter. Dabei soll unter anderem geklärt werden, welche Rolle die einzelnen Festgenommenen bei dem Angriff auf die Beamten und innerhalb der kriminellen Organisation spielten.

Moreno warnt vor Ausbreitung des Drogenhandels

Für die Junta de Andalucía ist der Vorfall in Huelva ein weiteres Zeichen für die zunehmende Professionalität und Gewaltbereitschaft der Drogenkartelle. Moreno verweist zudem auf weitere schwere Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in Andalusien.

Besonders problematisch sei nach Ansicht der Regionalregierung, dass die kriminellen Netzwerke zunehmend junge Menschen und sozial besonders gefährdete Personen für ihre Strukturen gewinnen. Sie würden unter anderem für Aufgaben im Bereich Unterstützung, Versorgung und Verteilung eingesetzt.

Moreno fordert deshalb eine umfassende Reaktion der Zentralregierung. Neben der Rückkehr von OCON-Sur verlangt die Junta zusätzliche Ressourcen für die Sicherheitskräfte und eine stärkere Strategie gegen den organisierten Drogenhandel in ganz Andalusien.

Quellen: Guardia Civil, RTVE, El País, Málaga HOY

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