Erdbebenserie in Granada
Die Erdbebenserie in Granada und seinem Ballungsraum hält auch am Mittwoch, den 19. August, an. In der Nacht registrierte das Instituto Geográfico Nacional (IGN) ein weiteres Beben der Stärke 3,4 mit Epizentrum in Ogíjares, das von der Bevölkerung deutlich wahrgenommen wurde. Kurz darauf folgte ein Beben der Stärke 2,1 in Armilla.
Am Dienstag, den 18. August, war die Aktivität besonders stark: Innerhalb von zwei Stunden registrierte das IGN sieben Erdbeben, vier davon mit einer Stärke von 4 oder mehr. Das stärkste erreichte Magnitude 4,8; das IGN korrigierte das Epizentrum nachträglich von Gójar auf Otura. Weitere Beben mit Stärken zwischen 3,9 und 4,2 folgten in Churriana de la Vega, Alhendín und Ogíjares.
Seit Beginn der Serie am 14. August hat das IGN insgesamt 418 Erdbeben in der Region gezählt, 44 davon wurden von der Bevölkerung gespürt.
Der Sismologe José Morales vom Andalusischen Institut für Geophysik und Katastrophenprävention der Universität Granada zieht einen Vergleich zur Erdbebenserie von 1979, der sich damals über mehrere Monate hinzog.
Ob die aktuelle Serie ein vergleichbares Muster bildet oder eine komplexe Einzelserie darstellt, lasse sich noch nicht abschließend beurteilen, so Morales.
Kein Vergleich mit Venezuela und Kolumbien
Jesús Galindo, Direktor des Andalusischen Instituts für Geowissenschaften, weist einen Vergleich mit den jüngsten schweren Erdbeben in Kolumbien und Venezuela weiterhin zurück.
„Die Erdbeben werden weitergehen, aber alles deutet darauf hin, dass sie weiterhin eine moderate Stärke haben werden“, sagt Galindo.
Grund seien kleinere, dafür aber mehrere aktivierte Verwerfungen in der Region, die im Gegensatz zu den deutlich größeren Bruchzonen in Südamerika stünden.
Die andalusische Notfallbehörde 112 zählte bis Dienstagabend 5.060 Anrufe und 2.272 Einsätze, vor allem wegen Schäden an Gebäuden. Drei Menschen erlitten leichte Verletzungen. Von 447 überprüften Wohnungen wurden vier als beschädigt eingestuft, keine gilt als einsturzgefährdet.
In Las Gabias waren rund 600 Menschen vorsorglich evakuiert worden; sie sollen nach Angaben der Behörden am Mittwoch in ihre Wohnungen zurückkehren können. Die Alhambra blieb am Dienstag geschlossen, öffnet nach Angaben der Verwaltung am Mittwoch wieder, zunächst mit alternativen Rundgängen.
Der andalusische Vizepräsident und Notfallminister Antonio Sanz betonte, Erdbeben ließen sich weder vorhersagen noch könne man ausschließen, dass die Serie anhält.
Wichtig sei Selbstschutzwissen: Bei einem Beben sollte man sich innerhalb von Gebäuden an einer geschützten Stelle aufhalten statt panisch ins Freie zu laufen, den Aufzug meiden und sich im Freien von Fassaden, Balkonen und Stromleitungen fernhalten.
Nach einem Beben raten Experten, beschädigte Gebäude nicht zu betreten und Risse umgehend dem Notruf 112 zu melden.
Málaga gehört zu Regionen mit hoher Erdbebengefahr
Auch Málaga gehört zu den Regionen Spaniens mit der höchsten Erdbebengefahr. Nach dem Plan Sísmico de Málaga der Stadtverwaltung, der seit 2019 vorliegt, würden bei einem theoretischen Extremszenario mit einer Stärke zwischen 7 und 8,5 – einer Modellrechnung mit einer Wiederkehrperiode von 975 Jahren – vor allem das Guadalhorce-Tal mit Industriegebieten und Flughafen sowie der historische Stadtkern betroffen sein.
Die bislang in der Provinz gemessenen Beben erreichen laut den aktuellen Daten höchstens etwa Magnitude 5 und gelten damit als normale seismische Aktivität für die Region.
Quellen: Instituto Geográfico Nacional (IGN), Junta de Andalucía, Ideal de Granada, eldiario.es, Ayuntamiento de Málaga






























































