Lehren des ersten Sommers – Geschichten einer Auswanderin

Ein humorvoller Erfahrungsbericht über Freunde aus Holland, die trotz aller Warnungen die Hitze des südlichen Hochsommers unterschätzen.

Lehren des ersten Sommers in Spanien: Besuch bei 39 Grad
Der Sommer in Spanien ist heiß, vor allem auf dem Land. // Foto mit KI erstellt

Teil 10 – Lehren des ersten Sommers

Hatten Sie schon Besuch im Hochsommer von Freunden und Familie aus dem Norden oder waren Sie da schlauer als ich?

Wir jedenfalls hatten gerade zwei Freunde aus Holland hier. Drei Tage lang. Vorsichtig haben wir im Voraus immer wieder erwähnt, dass es hier wirklich, echt Sommer ist.

Ohne zu übertreiben: Es ist heiß. Sogar nachts. Man nehme bitte absolut nichts Unnötiges an Ballast mit und stattdessen viel leichte, dünne Kleidung, Sonnenhut und Badesachen.

Hinzu kommt noch, dass wir etwas abseits leben, noch mitten in der Renovierung sind, dementsprechend noch kein isoliertes Haus haben und außerdem keine Klimaanlage besitzen.

Es ist staubig auf unserer Finca, das Haus bietet kaum Abkühlung und ach ja, unser Planschbecken-Pool hat sich zwei Tage vorher – steinigem Boden sei Dank – ebenfalls verabschiedet.

Die Antwort war deutlich: Wir sollten nicht übertreiben, sie liebten den Sommer, seien durch Südostasien und Afrika gereist, so schlimm könne es wohl nicht sein. Sie wollten bitte alles sehen, was die Gegend so hergibt, ohne Sonderbehandlung.

Freudestrahlend holen wir unsere Freunde also vom Flughafen ab und schauen nicht schlecht, als sie im Wollpulli (!) und in langer Hose aus dem holländischen Sommer geflogen kommen.

Unbeeindruckt meinte meine Freundin dann noch: „Ich fröstle abends schnell.“ Offensichtlich hat die heiße Luftwand gleich hinter der Glastür des klimatisierten Flughafens sie dann doch umgestimmt, und fortan haben wir zumindest Wollpulli und lange Hose nicht mehr gesehen.

Wie gewünscht haben wir also ein kleines Programm ausgearbeitet, um den Gästen die Gegend zu zeigen. Man will ja, dass sie einen guten Eindruck von unserer neuen Heimat bekommen.

Und das ist schwierig, wenn man – wie es bei 39 Grad eventuell logisch wäre – den Tag über im verdunkelten Haus sitzt. Kaum ist es 14 Uhr am ersten Tag, ächzt meine Freundin auf dem Weg zum Programmpunkt Nr. 1 mit hochrotem Gesicht: „Ist das hier irgendwie heißer als auf Bali?“

Nun gut, wäre das also geklärt: Im Juli und August gilt fortan Besuchersperre – egal, was der Besuch sagt.

Teil 11 folgt in Kürze…

Lisa Westerhoff ist Journalistin und Biologin und verbindet Schreiben und Tierwelt. Unter anderem hat sie in Auffangstationen in Costa Rica und den Niederlanden gearbeitet.

Ihr langer Traum nach Spanien zu ziehen, wird gerade Realität. Gemeinsam mit ihrem Partner zieht sie nach Katalonien, nahe Tortosa und beginnt ein neues Kapitel mit Katze, Hunden und Pferden.

Verfolgen kann man das Ganze auf dem Instagram-Kanal a.finca.dos

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