Erdbeben der Stärke 5 erschüttert Granada: Notfallplan aktiviert, Schäden an Gebäuden

In Málaga-Stadt und in zahlreichen Küstenorten meldeten Bewohner, das Beben gespürt zu haben

Erdbeben Granada
Grafik: IGN

Erdbeben in Granada

Um 1:04 Uhr in der Nacht auf Samstag, den 15. August, hat die Erde in Granada gebebt. Epizentrum war die Gemeinde Alhendín, südlich der Provinzhauptstadt.

Nach Angaben des spanischen Instituts für Geografie, Instituto Geográfico Nacional (IGN), lag der Herd nahe der Oberfläche. Genaue Werte gelten noch als vorläufig.

In Alhendín selbst registrierten die Messstationen eine Intensität von IV. Stärker zu spüren war das Beben in den Nachbarorten Las Gabias, Cúllar Vega, Churriana de la Vega, Armilla, Cájar, Gójar und Vegas del Genil: Dort erreichte die Erschütterung Intensität V.

Im übrigen Ballungsraum Granada lag der Wert bei IV, in weiter entfernten Gegenden bei III.

Erdbeben Granada
Foto: Junta de Andalucía

Gespürt wurde das Beben weit über die Provinzgrenzen hinaus, unter anderem in Sevilla, Madrid und der Levante-Region. Der Notruf 112 Andalucía verzeichnete über 200 Anrufe, vor allem aus Granada, aber auch aus praktisch allen anderen andalusischen Provinzen.

In Málaga-Stadt und in zahlreichen Küstenorten meldeten Bewohner, das Beben gespürt zu haben: in Estepona, Fuengirola, Torremolinos, Cártama, Campanillas, La Cala del Moral, Rincón de la Victoria, Nerja, Vélez-Málaga, Algarrobo, Benamocarra und Mijas.

Menschen wurden aus Aufzügen befreit

Die Stadtverwaltung von Granada berichtete von rund hundert Anrufen bei der Feuerwehr, die daraufhin Gebäude überprüfte. Mehrfach mussten die Einsatzkräfte Menschen aus Aufzügen befreien.

Gemeldet wurden vor allem Risse in Fassaden, herabgefallene Fassadenteile und Schutt. Verletzte gibt es nach bisherigem Stand nicht: Weder in Krankenhäusern noch beim Rettungsdienst 061 seien Fälle im Zusammenhang mit dem Beben eingegangen, teilte der andalusische Minister für Gesundheit und Notfälle, Antonio Sanz mit.

Die Junta de Andalucía hat wegen der Beben-Stärke die Notfallstufe 1 ihres Erdbebenplans ausgerufen. Damit koordiniert die Verwaltung gemeinsam mit der Provinzverwaltung und den betroffenen Gemeinden mögliche Schäden an Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden.

Feuerwehr und Polizei sperren beschädigte Bereiche ab. Zusätzlich hat die Regierung eine Gruppe Architekten in Andalusien aktiviert, die Gebäudeschäden begutachtet.

Die andalusische Notfallbehörde EMA erinnert daran, dass Erdbeben sich nicht vorhersagen lassen. Wer sich in einem Gebäude befindet und keine Schäden feststellt, sollte es nicht unnötig verlassen und keinesfalls den Aufzug benutzen.

Bei Rissen oder Schäden gilt: Abstand halten und Anweisungen der Rettungskräfte befolgen. Im Freien warnen die Behörden vor Fassaden, Gesimsen, Balkonen und Mauern, von denen sich Teile lösen könnten.

Quellen: Málaga HOY, Diario SUR, Junta de Andalucía

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