Spanischer Nachrichtendienst CNI warnte einen Tag vor Migrantensturm auf Ceuta

Migranten Ceuta
Die spanische Exklave Ceuta.

Der spanische Nationale Nachrichtendienst CNI hat die Regierung und Marokko bereits am 29. Juli vor möglichen Versuchen von Migranten gewarnt, in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Das geht aus Berichten und Nachrichten hervor, die die spanische Regierung nach der Aufhebung der Geheimhaltung zu der Migrationskrise veröffentlicht hat.

Demnach hatte der CNI in sozialen Netzwerken mehrere Aufrufe zu koordinierten Einreiseversuchen entdeckt. Geplant waren Aktionen über das Meer und den Grenzzaun am 30. Juli, dem Tag des marokkanischen Thronfestes.

In einem Facebook-Netzwerk hatte eine der Gruppen mehr als 160.000 Mitglieder, eine weitere mehr als 22.000.

Der CNI informierte am 29. Juli auch die Delegation der spanischen Regierung in Ceuta über die Aufrufe. Dabei verwies der Nachrichtendienst auf die beiden Facebook-Gruppen mit über 180.000 Followern und warnte vor der Reichweite der Aufrufe.

Bereits zuvor hatte die Guardia Civil einen deutlichen Anstieg der Einreisen nach Ceuta und Melilla registriert. Für die Woche vom 20. bis 26. Juli wurden 279 Einreisen schwimmend erfasst, davon 205 nach Ceuta. Vier Menschen kamen dabei ums Leben, neun weitere wurden vermisst.

Am 30. Juli, dem Tag des massiven Ansturms, stellte der spanische militärische Nachrichtendienst CIFAS eine „Passivität“ der marokkanischen Behörden an der Grenze fest.

Die nun veröffentlichten Dokumente befeuern damit die Debatte darüber, ob die spanischen Behörden rechtzeitig vor den Ereignissen gewarnt worden waren. Die Regierung hatte erklärt, kein vorheriger Bericht habe das Ausmaß des Geschehens vorhersehen lassen.

Verteidigungsministerin Margarita Robles betonte dagegen, CNI und militärischer Nachrichtendienst hätten bereits zuvor Informationen geliefert.

Die Delegation der Regierung in Ceuta widerspricht dieser Darstellung und erklärte, sie habe keinen Bericht erhalten, der vor den Ereignissen vom 30. Juli gewarnt habe.

Quellen: Gobierno de España, CNI, CIFAS, Guardia Civil, Málaga Hoy.

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