So sieht der neue Stadtentwicklungsplan von Marbella aus: mehr Bauland, neue Wohnungen, neue Perspektiven

Der neue PGOM ersetzt nach 40 Jahren den alten Stadtentwicklungsplan. 53 Millionen Quadratmeter gelten künftig als städtischer Boden.

Stadtentwicklungsplan Marbella
Foto: Ayuntamiento de Marbella

Stadtentwicklungsplan in Marbella

Marbella hat einen neuen Stadtentwicklungsplan. Der Stadtrat hat am 18. September den Plan General de Ordenación Municipal (PGOM) endgültig verabschiedet. Damit ersetzt die Stadt das bisherige städtebauliche Regelwerk aus dem Jahr 1986.

Marbella ist zugleich die erste Gemeinde Andalusiens, deren neuer PGOM vollständig an das neue Raumordnungsgesetz LISTA angepasst ist.

Der neue Plan sieht rund 53 Millionen Quadratmeter städtischen Boden vor. Im bisherigen Plan von 1986 waren es rund 40 Millionen Quadratmeter. Nach Angaben der Stadt Marbella sind davon etwa drei Millionen Quadratmeter bislang noch nicht entwickelt.

Zusätzlich werden rund 64 Millionen Quadratmeter als ländlicher Boden ausgewiesen. Rund 30 Millionen Quadratmeter davon können nach den gesetzlichen Vorgaben grundsätzlich für bestimmte Entwicklungen umgewandelt werden.

Neue Perspektiven für Wohnungen

Ein wichtiger Bestandteil des neuen PGOM ist die Schaffung von Wohnraum. Bei entsprechenden Entwicklungen im städtischen Boden sollen 20 Prozent der zulässigen Geschossfläche für erschwinglichen Wohnraum reserviert werden.

Für bestimmte umwandelbare ländliche Flächen gelten nach der LISTA weitergehende Vorgaben für geförderten Wohnraum.

Besonders relevant ist der neue Plan auch für rund 18.000 Wohnungen, die bislang aufgrund der komplizierten Entwicklung des Marbellaer Baurechts außerhalb einer regulären städtebaulichen Situation lagen.

Der neue PGOM schafft nach Darstellung der Stadt einen rechtlichen Rahmen, auf dessen Grundlage die Situation dieser Immobilien weiter geordnet werden kann.

Großes Entwicklungspotenzial im Osten

Wie die spanische Tageszeitung Diario SUR berichtet, zeichnen sich gleichzeitig konkrete neue Entwicklungsflächen im Osten Marbellas ab. Drei Gebiete in La Víbora, La Vizcaína sowie im Bereich Alicate, La Paz und Arroyo Sequillo umfassen zusammen knapp drei Millionen Quadratmeter.

Bei vollständiger Ausschöpfung der möglichen Bebauung könnten dort mehr als 6.400 Wohnungen entstehen. Vorgesehen sind außerdem geförderter Wohnraum, zwei Hotels, Gewerbeflächen, Grün- und Freiflächen sowie eine größere Bildungseinrichtung.

Wichtig ist jedoch: Die mehr als 6.400 Wohnungen sind ein mögliches Entwicklungspotenzial und keine bereits genehmigte Zahl von Neubauwohnungen. Für die einzelnen Gebiete müssen zunächst die entsprechenden Bebauungspläne ausgearbeitet werden.

Damit dürfte insbesondere Marbella Este in den kommenden Jahren stärker in den Mittelpunkt der Stadtentwicklung rücken. Das Gebiet war bereits vor der endgültigen Verabschiedung des PGOM Gegenstand von Planungsverfahren.

Auch Verkehr und Infrastruktur im Blick

Der neue PGOM beschränkt sich nicht auf Wohnungsbau. Vorgesehen sind Flächen für neue Verkehrsverbindungen, eine mögliche künftige Bahnverbindung, zusätzliche Straßenverbindungen sowie ein Ausbau des Radwegenetzes und von Parkmöglichkeiten.

Gleichzeitig soll die Entwicklung an die vorhandenen Kapazitäten bei Wasser, Abwasser und Energie gekoppelt werden.

Zu den strategisch vorgesehenen Einrichtungen gehören unter anderem Flächen für die Erweiterung des Universitätskrankenhauses Costa del Sol und für eine künftige Ciudad de la Justicia. Auch Grünflächen und natürliche Korridore zwischen den Bergen und der Küste sollen Bestandteil des neuen Stadtmodells sein.

Der nächste Schritt ist der POU

Mit der Verabschiedung des PGOM ist der Planungsprozess allerdings noch nicht abgeschlossen. Der PGOM legt vor allem den übergeordneten Rahmen fest. Die detaillierte Planung der städtischen Gebiete erfolgt über den Plan de Ordenación Urbana (POU), der sich ebenfalls bereits im Verfahren befindet.

Erst dort werden für viele Flächen konkrete Nutzungen, Bebauungsmöglichkeiten und weitere Einzelheiten festgelegt.

Für Marbella beginnt damit nach vier Jahrzehnten mit einem im Kern unveränderten Stadtentwicklungsplan eine neue Phase. Wie schnell die jetzt möglichen Entwicklungen tatsächlich umgesetzt werden, hängt von den nachfolgenden Planungsverfahren und den jeweiligen Projekten ab.

Quellen: Ayuntamiento de Marbella, Málaga Hoy, Diario SUR, Cadena SER Marbella

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