Covid-19-Impfungen in Andalusien: Das ist der neueste Stand

Deutsche Residenten werden hier geimpft, wenn sie ordnungsgemäß gemeldet sind.

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Impfregelung für Residenten in Andalusien

Ausländer ohne Meldung müssen auf einheitliche europäische Lösung warten

In Spanien und Andalusien hat der zweite Teil der Impfungen in Seniorenresidenzen und bei medizinischem Personal begonnen. Mehr als 150.000 Impfdosen sind nach Angaben der andalusischen Regierung seit Beginn der Kampagne Ende Dezember verabreicht worden. Bis Ende März soll die erste Risikogruppe durchgeimpft sein. Wie geht es dann weiter? Wir haben basierend auf Informationen des spanischen Gesundheitsministerums und des deutschen Konsulats in Málaga die wichtigsten Fragen rund um die Impfregelung für Residenten in Andalusien beantwortet.

Wann werde ich geimpft?

Das hängt davon ab, in welcher Gruppe ich mich befinde. Da die Impfstoffe gegen Covid-19 nach und nach zur Verfügung stehen werden, ist in Spanien wie in anderen Ländern auch eine Reihenfolge für die Impfung der Bevölkerung festgelegt worden. Zu diesem Zweck wurden ethische Kriterien, das Risiko einer schweren Erkrankung und das Risiko einer Ansteckung berücksichtigt. Ein Strategieplan legt eine zeitliche Reihenfolge in verschiedenen Gruppen für die Impfung der Bevölkerung fest.

Wie sieht die Impfstrategie aus?

Die Strategie der Impfung gegen COVID-19 besteht grundsätzlich aus drei Phasen, die den Zeitraum und die Priorität der zu impfenden Bevölkerungsgruppen entsprechend der Verfügbarkeit der Impfstoffe bestimmen.

  • Phase 1 – bis März: Impfung von vorrangigen Gruppen (Bewohner und Personal des Gesundheits- und Sozialwesens in Alten- und Pflegeheimen, Personal in vorderster Linie im Gesundheits- und Sozialbereich u.a.)
  • Phase 2 – April bis Juni: Andere vorrangige Gruppen (Noch zu definieren. Die Region Andalusien hat aber schon angekündigt, dass in Phase 2 alle über 70-Jährigen geimpft werden)
  • Phase 3 – ab Juli: Rest der Bevölkerung

Welche Impfstoffe werden in Spanien verfügbar sein?

Die Europäische Kommission koordiniert die Beschaffung von Impfstoffen für Bürger der Europäischen Union. Die Kommission verhandelt über sieben Impfstoffe in verschiedenen Entwicklungsstadien, aber die endgültige Anzahl der verfügbaren Dosen wird von den Impfstoffen abhängen, die schließlich zugelassen werden. In Spanien sind derzeit Pfizer/BionTech und Moderna im Einsatz. Die EU hat bereits einen Vertrag mit Astra Zeneca, Sanofi und Janssen unterschrieben. Wieviele Dosen davon Spanien zur Verfügung stehen, wird noch verhandelt.

Ist die Impfung gegen COVID-19 Pflicht?

Nein. Wie bei den anderen Impfungen in Spanien ist auch die Impfung gegen das neue Coronavirus nicht verpflichtend.

Was kostet die Impfung?

Die Schutzimpfung ist kostenlos.

Kann ich wählen, welchen Impfstoff ich bekomme?

Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums werden die für die Verwendung der Impfstoffe verfügbaren Informationen berücksichtigt, aber angesichts der begrenzten Anzahl von Impfstoffen und ihrer schwierigen Handhabung wird es nicht möglich sein, eine Auswahl anzubieten.

Wer entscheidet, welche Menschen geimpft werden und wann und wie?

Die Autonomen Regionen und das Gesundheitsministerium haben eine einheitliche Impfstrategie beschlossen. Ferner wurde eine multidisziplinäre technische Arbeitsgruppe gebildet, um die Strategie für die Corona-Impfung in Spanien zu erarbeiten. Es wurde die zeitliche Prioritätenfolge der zu impfenden Bevölkerungsgruppen festgelegt, und zwar nach einer Bewertung auf der Grundlage von Kriterien, die das Risiko der Ansteckung, der Übertragung und der schweren Erkrankung sowie die sozioökonomischen Auswirkungen der Pandemie auf jede Bevölkerungsgruppe umfassen. Darüber hinaus werden die wichtigsten Aspekte der Logistik, Verteilung und Verabreichung der Impfstoffe sowie die Überwachung und Auswertung der Impfung festgelegt. Das Dokument wurde von wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Berufs- und Patientenverbänden sowie Berufsverbänden geprüft und laufend aktualisiert.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Jede Autonome Gemeinschaft bestimmt den Ort der Impfung entsprechend der zu impfenden Personen. Der jeweilige Gesundheitsdienst wird sich mit den zu impfenden Personen in Verbindung setzen und einen Termin für die Impfung vergeben. Es ist daher nicht erforderlich, selbst zum Gesundheitszentrum zu gehen oder dort anzurufen.  Zunächst werden die Impfstoffe nur in den Gesundheitsdiensten erhältlich sein, wo sie an die vorrangigen Gruppen nach der festgelegten Prioritätsreihenfolge verabreicht werden.

Sollten Kinder geimpft werden?

Die in Spanien verfügbaren Impfstoffe werden in den ersten Monaten des Jahres 2021 begrenzt sein. Die Bevölkerung im Kindes- und Jugendalter bis 16 Jahre wurde vorerst nicht als vorrangig zu impfende Gruppe betrachtet, da es andere Bevölkerungsgruppen gibt, die ein größeres Risiko für schwere Erkrankungen und Komplikationen haben. Darüber hinaus liegen für den zugelassenen Impfstoff keine Ergebnisse aus der Anwendung in der Kinderpopulation vor.

Kann ich als Resident in Spanien geimpft werden?

Dazu sagt der deutsche Konsul in Málaga Arnulf Braun: „Derzeit ist leider nicht davon auszugehen, dass es in nächster Zeit einen anderen Zugang als den amtlichen und für andere Gruppen als die Hochrisikogruppen geben wird. Fest steht jedoch, dass diejenigen Deutschen, die hier ordnungsgemäß gemeldet sind, d.h. die eine Einschreibung im Empadronamiento sowie die Einschreibung im Register für EU-Bürger haben, nach der spanischen Priorisierung über die hiesigen Gesundheitszentren versorgt werden, also dort ihre Impfungen erhalten. Dies wurde der deutschen Botschaft in Madrid auch vom spanischen Gesundheitsministerium so bestätigt.

Was passiert, wenn ich nicht gemeldet bin?

Deutsche Landsleute, die sich hier aufhalten, ohne als Resident gemeldet zu sein, werden nicht automatisch im Kreis der zu impfenden Personen erfasst. Das damit einhergehende Problem wird aber auch von den deutschen Auslandsvertretungen in Spanien gesehen. Die deutsche Botschaft in Madrid hat daher beim spanischen Gesundheitsministerium nachgefragt, ob und inwieweit dieser Personenkreis in die Impfungen miteingeschlossen werden kann. „Nach einer vorläufigen Antwort möchten die spanischen Behörden in dieser Frage zu einer einheitlichen europäischen Lösung kommen. Eine definitive Antwort liegt bisher aber leider noch nicht vor, wir bleiben am Ball“, sagt Konsul Braun. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang wird sein, ob Personen, die eigentlich im deutschen Krankenversicherungssystem erfasst sind und dort auch für die Impfung vorgesehen werden, diese stattdessen an ihrem (nicht gemeldeten) Aufenthaltsort in Spanien erhalten können.

Gibt es den Impfstoff auch über die Hausärzte?

Es gibt nach derzeitigem Stand keine Impfkampagnen durch private Gesundheitssysteme oder -dienste.

Wird es einen Impfpass geben?

Der andalusische Innenminister Elias Bendodo hat gestern bekannt gegeben, dass Patienten, die beide Dosen des Impfstoffs gegen Covid-19 erhalten haben, eine Impfbescheinigung bekommen werden. Sie können sich über einen QR-Code akkreditieren.

Quellen: Spanisches Gesundheitsministerium, Deutsches Konsulat Málaga, Diario SUR.

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