Torrox Costa: Wer Plätze am Strand reserviert, muss Bußgeld zahlen

Die Verordnung der Gemeinde legt fest, dass der Strand für alle da ist. Entfernte Liegestühle werden 14 Tage aufbewahrt und können gegen eine Bußgeldzahlung wieder abgeholt werden.

Torrox Strand

“Der Strand ist für alle da”

Einen Platz am Strand zu reservieren, indem man Stühle und Sonnenschirme aufstellt und dann für mehrere Stunden verschwindet, kann in Torrox teuer werden. Der Gemeinderat von Torrox hat hierzu eine Verordnung mit Bußgeldern ab 30 Euro erlassen.

In dem Dokument, welches die “Nutzung und den Genuss” der Strände der Gemeinde regelt, wird die Reservierung des Platzes als “ungerecht” bezeichnet und ein Verbot ausgesprochen. Wörtlich heißt es in Artikel 14: “Es ist verboten, zu jeglicher Tages- und Nachtzeit auf den Stränden physischen Raum zu reservieren, indem Gegenstände oder Ausrüstungen jeglicher Art auf dem Sand platziert werden.” Und weiter: “Sie können Ihren Sonnenschirm, Ihren Stuhl, Ihr Handtuch oder andere Gegenstände zurücklassen, um schwimmen zu gehen, einen Spaziergang zu machen, einen Drink an der Strandbar zu nehmen, an den nahen gelegenen Kiosken einzukaufen oder sogar kurz nach Hause zu gehen, aber nicht, um stundenlang wegzubleiben und anderen Besuchern den Platz wegzunehmen.”

Torrox StrandDie Gegenstände, die ohne Besitzer am Strand vorgefunden werden, werden von den städtischen Diensten entfernt und für einen Zeitraum von höchstens vierzehn Tagen eingelagert. Werden diese bis zum Ablauf der Frist nicht von den Eigentümern gegen Zahlung der entsprechenden Strafe von 30 Euro abgeholt, gelten sie als “Abfall” und werden entsorgt. Der Bürgermeister von Torrox, Óscar Medina, erklärt dazu: “Wir können nicht hinnehmen, dass die Strände mit Dutzenden von Sonnenschirmen oder leeren Stühlen belegt sind und dass Besucher, die hierherkommen, um sich zu erholen, dann keinen Platz mehr haben.”

Die Verordnung ist nicht neu: Torrox war im Jahr 2014 die erste Gemeinde, an der Costa del Sol, die eine Platzreservierung am Strand sanktionierte. Nach Berechnungen der Stadtverwaltung wurden in diesem Sommer bisher etwa hundert Bußgelder verhängt, obwohl Bürgermeister Medina einräumt, dass aufgrund der Medienberichterstattung “das Bewusstsein der Bürger für ein faires Verhalten am Strand geschärft wurde und es immer weniger Verstöße gibt”.

Medina zufolge sind es in der Mehrzahl die Anwohner selbst, die die Stadt auffordern, das Gesetz durchzusetzen, “weil sie verstehen, dass der Strand allen gehört”. Ein Lastwagen holt die Sachen vom Strand ab und bringt sie zum Depot: “Das ist wie bei einem falsch geparkten Auto. Man muss dafür bezahlen, dass man es wieder bekommt”, sagt Medina. Manche Besucher wollen nicht identifiziert werden und ziehen es daher vor, Stühle, Sonnenschirm oder Handtuch nicht abzuholen, erzählt der Bürgermeister. “Sie schreiben ihre Gegenstände lieber als gestohlen ab, als eine mögliche Geldstrafe zu riskieren.” Dennoch will Óscar Medina, “keinen falschen Alarm auslösen, denn die Strände in Torrox gehören zu den schönsten der östlichen Costa del Sol. Ziel der Maßnahme ist es lediglich, dass alle potentielle Besucher die gleiche Chance haben, den Aufenthalt an den Stränden bestmöglich zu genießen.”

Quellen: Ayuntamiento de Torrox, La Razón.

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