Der Jakobsweg durch Andalusien: Der Camino Mozárabe

Von Málaga, Granada oder Almería führt eine wenig frequentierte Jakobsweg-Route bis nach Santiago de Compostela

Jakobsweg Andalusien
Córdoba liegt auf dem Camino Mozárabe.

Jakobsweg Andalusien

Der berühmte Camino Francés zieht jedes Jahr Hunderttausende Pilger an. Deutlich ruhiger geht es auf dem Camino Mozárabe zu. Die Route führt von verschiedenen Ausgangspunkten in Andalusien in Richtung Santiago de Compostela und verbindet dabei historische Städte, kleine Dörfer und weitgehend ländliche Landschaften.

Nach Angaben des spanischen Pilgerbüros in Santiago de Compostela wurden 2025 insgesamt 8.836 Pilger auf der Vía de la Plata registriert. 2024 waren es 9.028. Damit bleibt die Route eine der deutlich weniger frequentierten Strecken des Jakobswegs. Zum Vergleich: Der Camino Francés verzeichnete 2025 mehr als 242.000 Pilger.

Der Camino Mozárabe beginnt in Andalusien unter anderem in Málaga, Granada oder Almería. Die verschiedenen Routen führen nach Córdoba und von dort weiter in Richtung Mérida.

Dort trifft der Weg auf die Vía de la Plata, die über Extremadura und Kastilien-León weiter nach Norden führt und schließlich Santiago de Compostela erreicht.

Jakobsweg Andalusien
Der Camino Mozarabé führt bis Merida, wo er auf die Via de la Plata trifft.

Von Málaga nach Córdoba

In Málaga beginnt der Camino Mozárabe an der Iglesia de Santiago in der Calle Granada. Von dort führt die Route über Junta de los Caminos, Almogía, Villanueva de la Concepción und Antequera weiter in Richtung Córdoba.

Der Abschnitt von Málaga nach Córdoba ist nach Angaben der Federación Española de Asociaciones de Amigos del Camino de Santiago rund 241 Kilometer lang. Die Strecke ist in mehrere Etappen unterteilt und führt unter anderem durch die Provinzen Málaga und Córdoba.

Zu den bekannten Stationen gehören Antequera, Villanueva de Algaidas, Lucena, Cabra, Doña Mencía, Baena und Castro del Río. Gerade die Kombination aus Landschaft und historischem Erbe macht den Weg interessant: Auf der Route begegnen Pilger römischen Spuren ebenso wie dem Erbe der maurischen und christlichen Geschichte Andalusiens.

Der Name Camino Mozárabe geht auf die Mozaraber zurück, die während der muslimischen Herrschaft in Al-Andalus als Christen ihren Glauben bewahrten und unter anderem zu den christlichen Heiligtümern im Norden der Iberischen Halbinsel pilgerten.

Weiter über Mérida nach Santiago

Von Córdoba führt der Camino Mozárabe weiter nach Mérida. Dort schließt er an die Vía de la Plata an. Von Mérida geht es über Extremadura und Kastilien-León weiter in Richtung Norden. Zu den bekannten Stationen gehören unter anderem Cáceres, Salamanca und Zamora.

Die Asociación Jacobea de Málaga hat die komplette Strecke von Málaga bis Santiago in 49 Etappen gegliedert. Dabei handelt es sich um eine Orientierung: Die tatsächliche Zahl der Tagesetappen hängt von Kondition, verfügbarer Zeit und den gewählten Übernachtungsorten ab.

Damit eignet sich der Camino sowohl für eine lange Pilgerreise als auch für einzelne Teilstrecken. Wer nicht mehrere Wochen unterwegs sein möchte, kann beispielsweise nur den andalusischen Abschnitt von Málaga nach Córdoba wählen.

Ruhiger als der Camino Francés

Im Vergleich zum Camino Francés ist die Vía de la Plata deutlich weniger frequentiert. Die Zahl von 8.836 Pilgern im Jahr 2025 bezieht sich allerdings auf die gesamte Route und lässt keinen direkten Rückschluss darauf zu, wie viele dieser Pilger tatsächlich in Andalusien gestartet sind.

Gerade diese geringere Auslastung kann für Pilger interessant sein, die Ruhe suchen und lieber durch kleinere Orte als durch stark frequentierte Jakobsweg-Etappen wandern.

Die Infrastruktur ist allerdings nicht überall mit den besonders beliebten Jakobswegen vergleichbar. Entlang der Route gibt es Pilgerherbergen, Pensionen, Hotels und weitere Unterkünfte.

Die Verfügbarkeit kann je nach Abschnitt und Jahreszeit unterschiedlich sein. Die spanische Jakobsweg-Föderation führt beispielsweise für einzelne Orte aktuelle Angaben zu Herbergen und deren Ausstattung.

Beste Reisezeit und Wetterbedingungen

Für den andalusischen Abschnitt bieten sich vor allem Frühling und Herbst an. Im Hochsommer können die Temperaturen in Andalusien sehr hoch sein. Lange Etappen in der Mittagshitze sind dann entsprechend anstrengend.

Wer den Camino Mozárabe wandert, sollte deshalb auf Sonnenschutz, ausreichend Wasser und eine gute Navigation achten. Je nach Jahreszeit und Abschnitt gehören auch festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung zur Grundausstattung.

Mit dem kommenden Xacobeo 2027, dem nächsten Heiligen Jahr in Santiago de Compostela, dürfte der Jakobsweg zusätzlich an Aufmerksamkeit gewinnen. Entlang der Vía de la Plata wird bereits in neue Infrastruktur für Pilger investiert.

Quellen: Asociación Jacobea de Málaga, Málaga HOY, Oficina del Peregrino de Santiago de Compostela

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