Brand im Ibis Hotel in Málaga
Der Großbrand, der in der Nacht auf Montag das Café-Restaurant Le Grand Café und das darüber liegende Hotel Ibis (Hotelkette Accor) im Zentrum von Málaga zerstörte, hat die Feuerwehr der Stadt an ihre Grenzen gebracht und strukturelle Mängel offengelegt, die weit über diesen Einsatz hinausgehen. Das berichten lokale Tageszeitungen.
In einem normalen Einsatz sind rund 37 Feuerwehrleute in der Stadt verteilt. Am Montag waren alle sechs Löschgruppen mit insgesamt 47 Kräften allein mit dem Brand in der Innenstadt beschäftigt.
Die Flammen hatten sich nachts im Le Grand Café im Erdgeschoss entzündet und breiteten sich über die hölzernen Verkleidungen des Lokals aus, bevor sie sich Stockwerk für Stockwerk durch das Hotel fraßen.
Gegen drei Uhr nachmittags reavivierte sich das Feuer durch eine Windänderung erneut, griff auf die nördliche Gebäudeseite über und durchbrach schließlich alle vier Etagen des Ibis Hotels bis zur Dachterrasse.

Am späten Montagabend konnten die Einsatzkräfte die Flammen eindämmen. Auch am Dienstag arbeitet die Feuerwehr laut Angaben der Stadtverwaltung Málaga weiter an der vollständigen Löschung und Belüftung des Gebäudes.
Die Hotelkette Accor bestätigte, dass alle Gäste und Mitarbeiter unverletzt evakuiert wurden und in anderen Hotels der Innenstadt untergebracht sind.
Der Schaden am Gebäude wird vorläufig auf 60 bis 70 Prozent der Gesamtfläche geschätzt.
Als nächstes soll die die forensische Einheit der spanischen Nationalpolizei das Gebäude betreten, um Brandursprung und Ursache zu untersuchen.
Zweite Front in der Innenstadt
Doch während die Feuerwehrleute am Hotel Ibis kämpften, tat sich eine zweite Front auf: Gegen 7.10 Uhr brach in der Wohnanlage des städtischen Wohnungsinstituts IMV in Portada Alta in Málaga ein zweites Feuer aus.
Alle sechs Löschgruppen waren damit gleichzeitig im Einsatz – und für mindestens 20 Minuten blieb kein einziger Feuerwehrmann in der Zentrale zurück.
Andrés Millán, Sprecher der andalusischen Feuerwehrgewerkschaft, kritisierte das Vorgehen gegenüber der spanischen Tageszeitung Málaga HOY scharf: „Wenn ein drittes Feuer oder ein anderer Notfall ausgebrochen wäre, hätten wir keine Einsatzkräfte mehr gehabt.“
Das eigentliche Problem sei struktureller Natur: Es gibt keine verbindliche Regelung, die festlegt, wann und wie Verstärkung angefordert wird. Um 6.15 Uhr sei lediglich eine Nachricht über eine Smartphone-App verschickt worden. Erst danach wurden einzelne Kräfte telefonisch gebeten, eine Stunde früher als geplant anzutreten.
„Um 6.15 Uhr einen Messenger-Text zu schicken, weil Personal fehlt – das ist unverantwortlich. So geht das nicht“, so Millán. Da die Verstärkung nicht geregelt ist, sei das Erscheinen de facto freiwillig.
Die Stadtverwaltung von Málaga widersprach teilweise: Der Dienst sei „zu jedem Zeitpunkt gedeckt“ gewesen, da Teile der ablösenden Schicht eine Stunde früher eingerückt seien – um 7.30 Uhr statt um 8.30 Uhr.
Millán nannte weitere Missstände. Wegen eines auslaufenden Reinigungsvertrags für Schutzanzüge liegen derzeit viele kontaminierte Ausrüstungsteile ungenutzt im Feuerwerpark. Außerdem erreicht die 42-Meter-Drehleiter wegen eines Softwarefehlers nur noch 30 Meter Höhe. Alles oberhalb des zehnten Stockwerks ist für die Feuerwehr in Málaga damit faktisch unerreichbar.
Hinzu kommt die seit März 2017 andauernde Feuerwehr-Arbeitskampfmaßnahme. Seit neun Jahren streiken die Feuerwehrleute von Málaga.
Millán zufolge ist keiner der drei ursprünglichen Streitpunkte gelöst. Kernforderung ist eine Angleichung der Arbeitszeit: Feuerwehrleute leisten 1.676 Stunden im Jahr, andere städtische Beamte rund 1.584.
Quellen: Málaga HOY, Diario SUR, ABC

























































