Wohnungskauf in Málaga: Wer ins Umland zieht, spart kaum Geld

Banco de España: Keine andere Großstadt Spaniens belastet Haushalte beim Immobilienkauf so stark wie Málaga

Immobilienpreise Málaga

Immobilienpreise in Málaga

Wer aus der Innenstadt von Málaga ins Umland zieht, spart beim Wohnungskauf kaum Geld. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 der spanischen Zentralbank Banco de España hervor, der vergangene Woche veröffentlicht wurde.

Während Haushalte in Barcelona durch einen Umzug in die Vororte rund 20 Prozent der Kaufkosten einsparen, liegt die Ersparnis im Großraum Málaga bei gerade einmal 2,5 Prozent.

In Zahlen bedeutet das: Wer in der Stadt Málaga eine Wohnung kaufen möchte, muss dafür rechnerisch zehn Jahresgehälter aufwenden. In Umlandgemeinden wie Cártama, Alhaurín de la Torre oder Rincón de la Victoria sinkt dieser Wert auf 9,7 Jahre.

In Barcelona dagegen fällt er von neun auf 7,2 Jahre. Damit ist Málaga laut Banco de España die Stadt unter den sechs bevölkerungsreichsten Spaniens, in der der Aufwand für den Ersterwerb einer Immobilie am höchsten ist. Der spanische Durchschnitt liegt bei 6,8 Jahresgehältern.

Für junge Menschen, die noch nicht ausgezogen sind und zu zweit eine Wohnung kaufen möchten, ist die Lage noch schwieriger. In der Stadt Málaga entspricht der Kaufpreis 12,4 Nettojahreseinkommen eines Zweipersonenhaushalts, in den Vororten 11,8. Der spanische Durchschnitt für diese Gruppe liegt bei 8,3 Jahren.

Hohe Nachfrage durch ausländische Käufer

Ein wesentlicher Grund für die angespannte Lage ist die hohe Nachfrage durch ausländische Käufer. Im Jahr 2025 gingen 27,9 Prozent aller Immobilientransaktionen in der Provinz Málaga auf nicht in Spanien ansässige Käufer zurück.

Das ist der zweithöchste Wert in ganz Spanien hinter der Provinz Alicante mit 33,3 Prozent und liegt deutlich über dem nationalen Schnitt von 7,4 Prozent. Zum Vergleich: Beim letzten Immobilienboom 2007 lag dieser Anteil in Málaga noch bei 14,3 Prozent.

Wer kein Eigentum erwerben kann, weicht auf den Mietmarkt aus, was dort die Preise treibt. Malagueños, die zur Miete wohnen, geben im Schnitt 34,5 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aus und überschreiten damit die Schwelle von 30 Prozent, ab der Wohnkosten als übermäßig belastend gelten.

Fast die Hälfte aller Mieterhaushalte in Málaga lag 2024 über dieser Grenze. Junge Menschen müssten laut Banco de España sogar 51,1 Prozent ihres Nettolohns für eine Mietwohnung aufwenden, gegenüber einem spanischen Durchschnitt von 38 Prozent.

Boom von Ferienwohnungen

Zur angespannten Lage trägt auch der Boom der Ferienwohnungen bei. Im städtischen Bereich von Málaga sind 28,9 Prozent aller Mietwohnungen als Ferienunterkünfte registriert, der höchste Anteil unter den großen spanischen Städten.

Im Touristenviertel der Innenstadt liegt der Wert sogar bei 44,6 Prozent. Insgesamt sind in der Provinz Málaga 14,1 Prozent des gesamten Wohnungsbestands entweder in der Hand nicht ansässiger Ausländer oder als Ferienunterkunft genutzt. Nur in Alicante ist dieser Anteil mit 14,5 Prozent höher.

Für ganz Spanien beziffert die Banco de España das Wohnungsdefizit auf 750.000 Einheiten, ein Viertel mehr als noch im Vorjahr geschätzt. Die Hälfte davon entfällt auf sechs Provinzen: Madrid, Barcelona, Alicante, Valencia, Murcia und Málaga.

Für Málaga verweist der Bericht zudem auf eine schleppende Umsetzung der in Stadtentwicklungsplänen vorgesehenen Neubauten.

Aktuelle Immobilienpreise in Málaga

Konkrete Quadratmeterpreise nennt die Banco de España in ihrem Bericht nicht. Aktuelle Marktdaten liefert dagegen das spanische Immobilienportal Idealista: Demnach kostete der Quadratmeter in Málaga-Stadt im April 2026 im Schnitt 3.722 Euro, ein Anstieg von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Höchststand.

Zum Vergleich: Der spanische Durchschnitt liegt bei 2.748 Euro pro Quadratmeter. Eine 90-Quadratmeter-Wohnung kommt damit rechnerisch auf rund 335.000 Euro.

Das Immobilienbewertungsunternehmen Tinsa beziffert den Durchschnittspreis für eine Wohnung dieser Größe auf 286.000 Euro, ermittelt auf Basis des ersten Quartals 2026. Die Mietpreise lagen im Frühjahr 2026 laut dem Vermietungsportal Spotahome im stadtweiten Schnitt bei rund 1.214 Euro pro Monat, über alle Wohnungsgrößen gerechnet.

Quellen: Diario SUR, El País, Banco de España, Informe Anual 2025

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