Spanische Exklave Ceuta kommt nach beispiellosem Massenansturm zur Ruhe

Migrationskrise Ceuta
Foto: La Moncloa

Die überwiegende Mehrheit der schätzungsweise 60.000 Menschen, die in den vergangenen 48 Stunden irregulär die Grenze nach Spanien überquert hatten, ist inzwischen wieder nach Marokko zurückgekehrt. Das berichtet die spanische Nachrichtenagentur EFE.

Bis in die Nacht hinein hielt der Strom der Rückkehrer an. Polizei und Militär blieben in der spanischen Exklave Ceuta präsent, um umherirrende Migranten zur Rückkehr nach Marokko zu bewegen.

Das spanische Innenministerium bezifferte die Rückkehrer bis Freitagabend 18 Uhr auf 48.300 von rund 50.000 Menschen, die seit Donnerstagnacht spanischen Boden erreicht hatten. Ceuta selbst zählt inzwischen bis zu 60.000 Grenzübertritte. Die Stadt hat gerade einmal 84.000 Einwohner.

Die Delegation der spanischen Regierung in Ceuta bestätigte zwischen Donnerstag und Freitag mindestens 57 Tote. Die meisten von ihnen ertranken beim Versuch, die Stadt schwimmend über die Hafenmole zu erreichen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez war noch am Freitag gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska nach Ceuta gereist. Er kündigte an, die Ausweisungsverfahren für irregulär eingereiste Migranten zu beschleunigen.

Auch eine Reform des spanischen Ausländergesetzes, stellte er in Aussicht, um Rückführungen an der Grenze effizienter zu gestalten. Marokko machte er dabei ausdrücklich nicht verantwortlich.

Nach Angaben des Regierungssitzes La Moncloa bezeichnete Sánchez die Geschehnisse als „Verletzung und Angriff auf die territoriale Integrität“ Spaniens.

Die Regierung werde „alle Mittel des Staates“ einsetzen, um die Sicherheit der Bewohner Ceutas zu gewährleisten. Ceuta sei eine spanische Stadt, die Ereignisse verdienten „voll Verurteilung“, so Sánchez.

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