Staatsanwaltschaft warnt vor immer gewalttätigerem Drogenhandel an der Costa del Sol

Die Fiscalía fordert mehr Spezialisierung und warnt vor bewaffneten Drogenbanden und Narcolanchas.

Drogenkriminalität Costa del Sol

Drogenkriminalität an der Costa del Sol

Der Drogenschmuggel bleibt an der Costa del Sol präsent: Vergangene Woche wurden vor Marbella rund 1,1 Tonnen Haschisch sichergestellt.

Gleichzeitig warnt die Fiscalía General del Estado vor zunehmend komplexen und gewalttätigen kriminellen Strukturen in Málaga und Marbella. Die Organisationen verfügen demnach über Schnellboote, Schusswaffen und ausgeklügelte Netzwerke zur Geldwäsche.

In ihrem Jahresbericht für 2025 beschreibt die Fiscalía die organisierte Kriminalität in Málaga und Marbella als „ausgefeilter“ als in Cádiz oder Huelva, aber keineswegs weniger gefährlich.

Im Mittelpunkt stehen große kriminelle Organisationen, die verschiedene Formen des Drogenhandels mit Geldwäsche verbinden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden einige dieser Gruppen von Personen aus den Balkanländern oder der Ukraine angeführt.

Die Ermittlungen werden dadurch erschwert, dass die Organisationen ihre Gewinne über Unternehmensstrukturen und Geschäfte verschleiern.

Drogen-Schnellboote an der Küste

Auch die sogenannten Narcolanchas breiten sich weiter aus. Die schnellen Boote, die lange vor allem mit dem Drogenschmuggel über die Straße von Gibraltar in Verbindung gebracht wurden, sind inzwischen zunehmend auch vor den Küsten von Málaga, Huelva und Almería unterwegs. Nach Einschätzung der Fiscalía verlagern sich die Aktivitäten in Gebiete, in denen die Banden mit weniger Polizeikontrollen rechnen.

Besonders besorgt zeigt sich die Staatsanwaltschaft über die zunehmende Bewaffnung der Drogenorganisationen. In ihrem Bericht verweist sie unter anderem auf einen Einsatz im November 2025 in Coria del Río bei Sevilla.

Dort wurden 4,5 Tonnen Haschisch beschlagnahmt. Die Verdächtigen flohen zunächst in eine Lagerhalle in Isla Mayor und eröffneten dort mit AK-47-Sturmgewehren das Feuer auf Polizisten. Ein Beamter wurde schwer verletzt.

Die mutmaßlichen Täter wurden im Januar 2026 in Málaga und Marbella festgenommen. Bei ihnen fanden die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem 70 Kilogramm Kokain, Schusswaffen, eine Drohne und weiteres Material für den Drogenhandel.

Geldwäsche erschwert Ermittlungen

In Málaga erschwert zudem die Geldwäsche die Ermittlungen. Die Fahnder müssen nicht nur die Wege der Drogen verfolgen, sondern auch die Finanzströme und die Unternehmen, über die die illegalen Gewinne verschleiert werden. Das macht die Verfahren umfangreicher und aufwendiger.

Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb eine stärkere Spezialisierung der Justiz in Marbella und Estepona. Die dortigen Gerichte verfügen derzeit nicht über eigene Strafkammern. Komplexe Strafverfahren werden deshalb in Málaga verhandelt. Angesichts der Zahl und der Komplexität der Fälle hält die Staatsanwaltschaft eine spezialisierte Antidrogen-Struktur vor Ort für notwendig.

Wie stark sich die Routen des Drogenhandels verändern, zeigt der Blick auf andere Provinzen. In Almería wurden 2025 insgesamt 1.255 Kilogramm Kokain beschlagnahmt, gegenüber 324 Kilogramm im Jahr zuvor – ein Anstieg um 287 Prozent.

Die beschlagnahmte Menge an Cannabis-Harz überstieg 18 Tonnen und lag damit rund 350 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Fiscalía führt diese Entwicklung unter anderem auf die Verlagerung von Umschlagplätzen in Gebiete zurück, in denen die kriminellen Organisationen mit weniger Polizeikontrollen rechnen.

Quellen: Málaga HOY,  Opinion de Málaga

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