Unfälle mit E-Scootern in Málaga: Zahl steigt in fünf Jahren um das Vierzigfache

Studie der Universität Málaga zeigt: Nach der Gesetzesänderung von 2021 verlagern sich Kollisionen von Gehwegen auf die Straße

Unfälle mit E-Scootern in Málaga

Ein Sturz vom E-Scooter, ein Zusammenstoß mit einem Auto, eine Fraktur im Gesicht: Was in Málaga bis vor wenigen Jahren selten war, gehört inzwischen zum Alltag in der Notaufnahme.

Eine Studie der Universität Málaga (UMA) belegt eine dramatische Zunahme von Unfällen mit Elektro-Tretrollern. Die Zahl der Fälle stieg von zwei pro 100.000 Einwohner im Jahr 2018 auf 80 im Jahr 2023. Die Zahlen bis 2026 sind noch nicht ausgewertet.

Grundlage der Untersuchung ist die Abschlussarbeit eines Studenten, der gemeinsam mit  Ärzten entstanden ist. Die Forscher werteten Daten von mehr als 400 Patienten aus, die zwischen 2018 und 2022 wegen Scooter-Unfällen in der Notaufnahme behandelt wurden. Eine zweite Studie einer UMA-Studentin untersuchte parallel die wirtschaftlichen Folgen dieser Verletzungen.

Gesetzesänderung als Wendepunkt

Der entscheidende Wendepunkt war eine Gesetzesänderung im Jahr 2021: Seitdem dürfen E-Scooter auf der Straße statt nur auf dem Gehweg fahren. Zusammenstöße mit Fußgängern auf dem Bürgersteig wurden seltener, Unfälle mit Autos auf der Fahrbahn nahmen dafür zu.

Der Autor der Studie weist allerdings auf einen wichtigen Aspekt hin: Weil Scooter meist langsam unterwegs sind, verlaufen die meisten dieser Kollisionen glimpflicher als befürchtet. Demnach gehen über 70 Prozent der Unfälle mit Scootern auf Stürze  zurück nur etwa 15 Prozent auf Zusammenstöße mit Autos.

Am häufigsten kommt es zu Prellungen, sie machen 72 Prozent der Verletzungen aus. Brüche folgen mit knapp 13 Prozent, dazu kommen offene Wunden und, seltener, Verrenkungen. Besonders betroffen ist der Kopfbereich: 34,5 Prozent der Frakturen betreffen das Gesicht, 13,5 Prozent das Handgelenk.

Ein klarer Risikofaktor ist das Alter. Je älter die Betroffenen, desto schwerer die Verletzungen, so der tuor. Seine Empfehlung ist eindeutig: Menschen über 60 sollten auf E-Scooter verzichten. Auch Alkohol und andere Substanzen spielen eine Rolle, vor allem bei Unfällen in den Abend- und Nachtstunden.

Der wirtschaftliche Schaden ist noch stärker gestiegen als die reine Unfallzahl, um mehr als das 30-Fache. 2018 lagen die Kosten bei rund 13.000 Euro, 2023 bei knapp einer halben Million Euro, verteilt auf medizinische Versorgung und Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit.

Eine einfache Maßnahme könnte laut den Studienautoren viele dieser Verletzungen verhindern: der Helm. Im Untersuchungszeitraum verzichteten die meisten Nutzer darauf.  87 Prozent der behandelten Patienten trugen keinen Helm.

Seit die Daten erhoben wurden, hat sich die Rechtslage geändert. Seit Ende November 2024 gilt in Málaga eine neue Regelung, die für alle E-Scooter-Nutzer einen zugelassenen Helm vorschreibt, bei Verstoß drohen 200 Euro Bußgeld.

Landesweit bleibt die Helmpflicht bislang Sache der einzelnen Gemeinden, spanienweit einheitlich wird sie erst zum 1. Oktober 2026, wenn ein neues Dekret der Verkehrsbehörde DGT in Kraft tritt.

Quelle: Málaga HOY, DGT

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