Spaniens Auswanderer-Communities mit dem gewissen Extra

Wie Gemeinden, Einheimische und Zuwanderer den echten Unterschied für ein gelungenes Zusammenleben machen

Auswanderer-Communities in Spanien: 3 gelungene Beispiele
Die Einwohner der Stadt Jávea in der Provinz Alicante kommen aus verschiedensten Ländern.

Auswanderer-Communities in Spanien

Von Großstädten wie Madrid über Küstenklassiker wie Marbella bis hin zum kleinen Bergdorf mit kaum hundert Einwohnern – Auswanderer und die Wahl ihrer neuen Heimat lassen sich kaum über einen Kamm scheren.

Während manche direkt in Expat-Hochburgen ziehen, wollen andere so wenig wie möglich mit der alten Heimat zu tun haben und machen auf dem Absatz kehrt, sobald sie einen vertrauten Akzent wittern. Irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegt wohl das Ideal.

Sicher können andere Zugezogene – besonders am Anfang – hilfreich sein. Immerhin sind sie alle einmal durch den gleichen Bürokratiedschungel gegangen. Genauso wichtig sind Kontakte zur einheimischen Bevölkerung, das Erlernen der neuen Sprache und, wo möglich, das Engagement in der neuen Community.

Wie das geht, machen einige Gemeinden und ihre Bewohner vor: ein engagiertes Miteinander statt eines sinnlosen Nebeneinanders.

Wo gibt es die größten deutschen Auswanderer-Communities?

Deutscher Hotspot Nr. 1: Unangefochten steht da wohl Mallorca an der Spitze. Deutsche Schulen, deutsche Ärzte, deutsche Unternehmen. Während viele saisonal auf die Insel pilgern, sind schätzungsweise 20.000 Deutsche dauerhaft dort gemeldet.

An der Costa Blanca ist die Provinz Alicante ganz klar eine der größten deutschen Expat-Gemeinschaften mit Städten wie Torrevieja, Jávea oder Calpe.

Natürlich sticht auch die Costa del Sol als Auswanderer-Hochburg heraus. Zum Beispiel in Marbella, Torrox, Estepona oder Fuengirola findet man unzählige deutsche Auswanderer, Unternehmen oder Selbstständige.

Auch die Kanarischen Inseln sind wegen des ganzjährigen Klimas beliebt. Hier leben schätzungsweise rund 27.000 Deutsche.

Valencia hat sich vor allem bei jungen Auswanderern einen Namen gemacht, und auch Barcelona sticht als Potpourri verschiedenster Nationalitäten hervor – darunter viele Deutsche.

Von Nord bis Süd sind Expats in ihrer Wahlheimat Spanien anzutreffen. Aber wo klappt das Zusammenleben von Auswanderern und Einheimischen am besten? Und noch viel wichtiger: Was ist das Erfolgsrezept?

Drei Beispiele für ein vorbildliches Miteinander

Schnell hat man Beispiele von Ausländerhochburgen in Spanien vor dem inneren Auge: Ballermann, Lloret de Mar oder Benidorm machen da gerne Schlagzeilen. Heute widmen wir uns aber den Good News und schauen, wo Einheimische und Expats miteinander statt nebeneinanderher leben.

Zusammen den Stadtalltag organisieren: Jávea in der Provinz Alicante

Die Einwohner – ein Mix vor allem aus Spaniern, Briten, Deutschen, Niederländern und Franzosen – haben einen mehrsprachigen Bereich in der Bibliothek eingerichtet.

Eine internationale Schule mit über 20 Nationalitäten lehrt die Jüngsten Respekt, Diversität und Selbstvertrauen. Und die Feste, wie das wichtigste und größte Stadtfest Les Fogueres de Sant Joan, werden in enger Zusammenarbeit von Einheimischen und Zugezogenen organisiert.

Eine Abteilung nur für Integration: Mijas macht’s vor

In Mijas in der Provinz Málaga besteht die Bevölkerung zu fast 40% aus Zugewanderten. Ein guter Grund, sich um eine erfolgreiche Integration zu kümmern. So entstand im Jahr 1985 das Departamento de Extranjeros – eine der ersten Abteilungen seiner Art.

Hier wird sich ausschließlich um Integration gekümmert: Sprachaustausch, kommunale Ansprechpartner für Einwanderer, Kennenlernangebote für Einheimische und Zugezogene – eine solide Basis für ein gutes Miteinander.

Ins Gute gekehrt: Benitachell/Cumbre del Sol

Ebenfalls in der Provinz Alicante startete etwas, was zuerst gar nicht nach Integration aussah. Eine rein deutsch- und englischsprachige Urbanisation entstand hier – abseits der einheimischen Viertel.

Glücklicherweise zeigt dieses Beispiel, dass sogar dann, wenn man anfangs in abgetrennten „Blasen“ lebt, eine Multikulti-Gemeinschaft entstehen kann. Dank guter Initiativen beider Seiten entstanden Nachbarschaftshilfen, Umweltprojekte und gemeinsame Veranstaltungen von Spaniern und Auswanderern.

Es tut gut, sich auf die guten Beispiele eines funktionierenden Miteinanders zu konzentrieren – hier und überall auf der Welt. Eine gute Gemeinschaft liegt nicht allein in der Hand der Gemeinden, sie wächst und gedeiht mit jedem Einzelnen.

Das Wichtigste dabei: Wir alle können den Unterschied machen. Von der internationalen Bücherecke über Sprachkurse bis hin zu gemeinsamen Festen – jede Aktion hilft und macht die Welt zu einem offeneren, toleranteren Ort. Auf ein gelungenes Multikulti!

Teil zwei über besondere Auswanderer-Communities in Andalusien folgt bald!

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