Stadtentwicklung in Málaga
Die New York Times hat eine ausführliche Reportage über den Wandel Málagas unter Bürgermeister Francisco de la Torre veröffentlicht. De la Torre ist seit dem Jahr 2000 im Amt und tritt 2027 zur achten Wiederwahl an – mit 84 Jahren.
Der Autor Jason Horowitz begleitete den Bürgermeister für den Text durch den Palmenhain am Muelle Dos, wo ihn Anwohner für die Entwicklung der Stadt loben. Die Anwohnerin Mercedes Martín wird mit den Worten zitiert, es werde lange dauern, bis wieder ein solcher Bürgermeister komme.
Gleichzeitig lässt Horowitz den Unmut vieler Málaguenos nicht aus. Der Titel der NYT-Reportage lautet übersetzt: „Er hat seine spanische Heimatstadt verändert. Hat er sie auch verdorben?“
Die Zeitung ordnet Málaga in einen europäischen Trend ein: Städte versuchen nach der Deindustrialisierung, sich über Tourismus oder als Technologiestandort neu zu erfinden. Málaga verfolgt laut Horowitz beide Strategien gleichzeitig.
Keine Verantwortung für Wohnungskrise
Der Artikel stützt sich auf Zahlen von Ökonomenverbänden und Gewerkschaften. Demnach führt Málaga die spanischen Städte bei der Zahl der Ferienwohnungen an, rund 70 Prozent der Immobilienkäufe sollen auf Nichtansässige entfallen. Mehr als 40 Prozent der Menschen in Stadt und Umland verdienten laut den zitierten Zahlen weniger als den nationalen Mindestlohn.
De la Torre weist im Gespräch mit Horowitz jede persönliche Verantwortung für die Wohnungskrise zurück und verweist auf die Wohnungspolitik der spanischen Zentralregierung.
Die Zeitung erinnert an eine umstrittene Äußerung des Bürgermeisters aus dem Jahr 2024, wonach ein Umzug aus der Innenstadt wegen zu hoher Mieten „keine große Sache“ sei. Inzwischen unterstützt De la Torre den Bau neuer Wohnungen, eine Touristensteuer und ein zeitweiliges Verbot neuer Ferienwohnungen im Stadtzentrum.
Die Reportage blickt auch auf De la Torres politische Laufbahn zurück: sein Einstieg in die Politik am Ende der Franco-Diktatur, sein Mandat als Abgeordneter während der Transition sowie sein Einsatz für die Universität Málaga und den Technologiepark PTA. Dessen Direktor Felipe Romera betont, De la Torres Kontinuität im Amt habe viele internationale Unternehmen nach Málaga gelockt.
Ein weiteres Thema ist der kulturelle Wandel der Stadt mit inzwischen rund einem Dutzend Museen. Der künstlerische Leiter des Museo Picasso, Miguel López-Remiro, äußert sich überrascht über diese Entwicklung.
Der Aktivist Kike España, der der Bewegung „Málaga para Vivir“ nahesteht, kritisiert dagegen die Vermarktung der Stadt über Picasso, der Málaga bereits als Kind verließ.
Er organisierte 2024 mit die erste große Wohnungsprotestaktion in Málaga. Die Bewegung ist inzwischen mit Slogans wie „Málaga no se vende, Málaga se defiende“ (Málaga steht nicht zum Verkauf, Málaga wird verteidigt) in der Stadt präsent.
Den Abschluss der Reportage bildet ein Zitat des Politikwissenschaftlers Manuel Arias Maldonado, wonach eine erfolgreiche Stadt zwangsläufig mit den Problemen des Erfolgs leben müsse.
Quellen: Diario SUR, Málaga HOY

























































