Keine Tourismusabgabe in Andalusien: Minister will neues Finanzierungsmodell

Der neue Tourismusminister lehnt eine Abgabe für Besucher ab und will Gemeinden mit besonders hohem Tourismusdruck anders finanzieren

Tourismusabgabe in Andalusien

Tourismusabgabe in Andalusien

Andalusiens neuer Vizepräsident und Tourismusminister Manuel Gavira (Vox) hat eine Tourismusabgabe für die Region erneut ausgeschlossen. Bei seinem Besuch der Feria de Málaga erklärte Gavira, die finanziellen Probleme besonders stark vom Tourismus belasteter Gemeinden ließen sich nicht mit einer neuen Steuer lösen.

Stattdessen fordert er ein neues Modell der kommunalen Finanzierung. Gemeinden, die besonders viele Besucher aufnehmen und deshalb höhere Ausgaben für Dienstleistungen und Infrastruktur haben, sollten nach seiner Vorstellung zusätzliche finanzielle Mittel vom Staat erhalten.

„Wenn es ein Finanzierungsproblem der Kommunen gibt, muss die spanische Regierung ein Gesetz schaffen, das Gemeinden mit besonders vielen Besuchern eine andere Finanzierung ermöglicht“, sagte Gavira.

Málaga fordert die Tourismusabgabe

Mit seiner Position stellt sich Gavira gegen Forderungen mehrerer andalusischer Großstädte. Auch Málaga setzt sich seit längerem für die Möglichkeit einer Tourismusabgabe ein.

Der Stadtrat von Málaga hatte im Dezember 2025 offiziell beschlossen, die Junta de Andalucía aufzufordern, den Kommunen die Einführung einer freiwilligen Abgabe pro Übernachtung zu ermöglichen.

Auch Sevilla drängt weiterhin auf eine Lösung. Bürgermeister José Luis Sanz kündigte Anfang August an, Gavira um ein Gespräch bitten zu wollen und ihm die Notwendigkeit einer Tourismusabgabe oder eines vergleichbaren zusätzlichen Finanzierungsinstruments für Sevilla zu erläutern.

Gavira bleibt dennoch bei seiner Ablehnung. Ein großer Teil des Inlandstourismus in Andalusien komme aus der Region selbst. Deshalb wolle er nicht, dass Andalusier für Reisen innerhalb ihrer eigenen Region zusätzlich zur Kasse gebeten werden. „Wir können die Spanier nicht wie Ausländer in ihrem eigenen Land behandeln“, erklärte der Minister.

Nach Ansicht des Ministers sollte zunächst geprüft werden, wie die vorhandenen Mittel eingesetzt und die Kommunen finanziert werden. Eine neue Steuer sei nicht automatisch die richtige Antwort.

Gleichzeitig betonte Gavira, dass die neue Regierung den Tourismus nicht bremsen wolle. „Wir werden dem Tourismus keine Steine in den Weg legen“, sagte er.

Ziel sei es, die Qualität des Tourismus zu verbessern und ein Gleichgewicht zwischen Besuchern, Einwohnern und dem Territorium zu schaffen. Erfolg dürfe nicht allein daran gemessen werden, wie viele Touristen nach Andalusien kommen.

Gavira macht Politik für Wohnungsnot verantwortlich

Deutlich positionierte sich der Minister auch bei der Wohnungsfrage. Die Wohnungsnot sei laut Gavira durch politische Entscheidungen der vergangenen Jahre entstanden.

Als Lösung nannte Gavira vor allem die Freigabe von Bauland und den Bau neuer Wohnungen. Bereits vor seiner Ernennung zum Tourismusminister hatte er für eine stärkere Freigabe von Bauland und niedrigere Steuern als Mittel gegen die Wohnungsprobleme geworben.

Gavira kündigte außerdem an, sich für einen „soliden“ und „qualitativ hochwertigen“ Tourismus einzusetzen. Die Branche müsse vor politischen Angriffen geschützt werden, da sie über Einkommensteuer, Mehrwertsteuer, Körperschaftsteuer und Grunderwerbssteuern erheblich zu den öffentlichen Einnahmen beitrage.

Sommerbilanz fällt gemischt aus

Eine abschließende Bilanz der Sommersaison will Gavira erst nach deren Ende ziehen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Brände in Almería und Huelva sowie die Ereignisse in Ceuta Auswirkungen auf die touristische Nachfrage hätten. Auch die Schließungen von Stränden in Málaga hätten dem Tourismus geschadet.

Gavira kritisierte in diesem Zusammenhang die Infrastruktur in Spanien. Straßen und Bahnverbindungen müssten besser funktionieren. Gerade Málaga habe in der Vergangenheit erlebt, welche Folgen Probleme bei der Verkehrsinfrastruktur haben können.

Quellen: Diario SUR, Ayuntamiento de Málaga, Diario de Sevilla, Cadena SER, La Razón, RTVE.

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