Pedregalejo wehrt sich gegen seine neue Promenade

Anwohner kritisieren die Neugestaltung des beliebten Paseo Marítimo und fordern mehr Grün, Schatten und Aufenthaltsbereiche. Die Stadt verteidigt das Projekt, dessen Kosten inzwischen auf rund 6,58 Millionen Euro gestiegen sind.

Promenade Pedregalejo
Besonders kritisiert werden fehlende beziehungsweise weggefallene Pflanzflächen, Bäume und Sitzmöglichkeiten. Foto: fj

Neue Promenade in Pedregalejo sorgt für Kritik

Die Neugestaltung des Paseo Marítimo in Málagas Stadtteil Pedregalejo sorgt weiter für Diskussionen. Eine Bürgerplattform wehrt sich gegen die aktuelle Ausführung der Arbeiten und fordert von der Stadt, das Projekt zu überarbeiten.

Nach Ansicht der Anwohner verliert die Promenade bei den Umbauarbeiten zunehmend ihren bisherigen Charakter.

Besonders kritisiert werden fehlende beziehungsweise weggefallene Pflanzflächen, Bäume und Sitzmöglichkeiten. Die Bürgerplattform fordert mehr Grün und Schatten sowie Bereiche, in denen sich Anwohner und Besucher aufhalten können.

Die Anwohner befürchten zudem, dass die neu gestaltete Promenade vor allem den Terrassen der Gastronomiebetriebe zugutekommen könnte und damit öffentlicher Raum zunehmend für die Bewirtung genutzt wird.

Gerade im Sommer seien frei zugängliche Bereiche mit Schatten und Sitzmöglichkeiten an der stark frequentierten Promenade besonders wichtig, so die Bewohner.

Der Protest richtet sich nicht grundsätzlich gegen eine Modernisierung des Paseo Marítimo. Die Anwohner verlangen vielmehr, dass die Gestaltung stärker auf die Besonderheiten von Pedregalejo Rücksicht nimmt.

Der Stadtteil gehört mit seinen ehemaligen Fischerhäusern, den traditionellen Chiringuitos und seinem charakteristischen Küstenbild zusammen mit El Palo zu den bekanntesten Vierteln Málagas.

Mehr als 2.000 Unterschriften

Der Widerstand ist inzwischen auch über das Viertel hinaus sichtbar. Nach Angaben der Bürgerplattform haben mehr als 2.000 Menschen eine Petition gegen die derzeitige Ausführung unterzeichnet.

Die Petition „Salvemos Pedregalejo y El Palo“ wurde am 19. August gestartet und überschritt bereits wenige Tage später die Marke von 2.000 Unterschriften.

Die Kritiker befürchten außerdem, dass das Konzept später auch auf den benachbarten Paseo Marítimo von El Palo übertragen werden könnte. Damit könnte eine deutlich größere Strecke der östlichen Küste Málagas nach einem ähnlichen Muster umgestaltet werden.

Stadt verweist auf technische Verbesserungen

Die Stadtverwaltung von Málaga verteidigt die Arbeiten. Das ursprüngliche Projekt sieht unter anderem eine Verbreiterung der Fußgängerbereiche, neue Pergolen und Bänke, eine Verbesserung der Zugänge zum Strand sowie die Erneuerung der Infrastruktur vor. Auch die Entwässerung und das Abwassersystem werden überarbeitet.

Die ursprünglich mit 5,7 Millionen Euro veranschlagten Arbeiten sind inzwischen deutlich teurer. Im Juli genehmigte die Stadt eine Änderung des Projekts in Höhe von 857.141 Euro. Damit steigt das Gesamtvolumen auf rund 6,58 Millionen Euro.

Zu den zusätzlichen Arbeiten gehören unter anderem Verbesserungen bei Abwasser, Entwässerung, Beleuchtung, Barrierefreiheit und den Kiosken.

Auch beim Zeitplan gibt es Veränderungen. Die ursprünglich auf zehn Monate angesetzten Arbeiten sollten im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Inzwischen ist die Fertigstellung für November 2026 vorgesehen.

Das städtische Projekt sieht unter anderem vor, vorhandene Palmen zu erhalten und neue Kiefern und Sträucher zu pflanzen. Die Bürgerplattform kritisiert jedoch, dass die konkrete Gestaltung aus ihrer Sicht zu wenig Bäume, Schatten und nutzbare Aufenthaltsflächen bietet.

Damit stehen sich derzeit zwei unterschiedliche Vorstellungen gegenüber: Während die Stadt die Promenade technisch erneuern, die Infrastruktur verbessern und die Fußgängerbereiche erweitern will, fürchten Anwohner, dass dabei zu viel von dem verloren geht, was Pedregalejo für viele Besucher und Einwohner ausmacht.

Quellen: Ayuntamiento de Málaga, El Español, Málaga HOY, Andalucía Información

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