Meeresnebel in Málaga
Málaga ist am Freitagmorgen, den 4. September, von einer dichten Nebelbank bedeckt worden. Der Taró, wie das Wetterphänomen hier genannt wird, lag über weiten Teilen der Provinz und schränkte die Sicht teilweise erheblich ein. Selbst Gebäude in der Provinzhauptstadt waren zeitweise kaum zu erkennen.
Die schlechte Sicht hatte auch Folgen für den Flugverkehr. Am Flughafen Málaga-Costa del Sol wurden ein ankommender und ein abgehender Flug mit Madrid gestrichen.
Der Flug aus Madrid sollte um 8.30 Uhr in Málaga landen, der Rückflug war für 9.10 Uhr vorgesehen. Bei besonders dichtem Taró kann es am Flughafen außerdem zu Verspätungen und besonderen Verfahren wegen der eingeschränkten Sicht kommen.
Doch der Taró ist weit mehr als ein lästiger Sommernebel. Das Wetterphänomen spielt eine wichtige Rolle für das Klima und die Vegetation an der Küste und in den Bergen von Málaga.
Was ist der Taró?
Taró bezeichnet einen Meeresnebel, der an der andalusischen Mittelmeerküste auftritt. Fachlich handelt es sich um eine sogenannte Advektionsnebel.
In Málaga ist der Begriff Taró traditionell vor allem unter Fischern und Seeleuten verbreitet gewesen. Heute wird er immer häufiger auch allgemein verwendet.
Das Phänomen kann entlang eines großen Teils der andalusischen Mittelmeerküste auftreten – vom Campo de Gibraltar über die Costa del Sol bis nach Almería und auch in der spanischen Exklave Ceuta.
Warum tritt der Nebel gerade im Sommer auf?
Der Taró ist ein typisches Wetterphänomen der warmen Jahreszeit. Während sich das Land im Sommer stark erwärmt, können die Bedingungen über dem Meer deutlich kühler sein.
Treffen feuchte Luftmassen auf eine kühlere Oberfläche, wird die Luft mit Wasserdampf gesättigt und der Wasserdampf kondensiert.
Bei wenig Wind bleibt der entstandene Nebel anschließend relativ ortsfest. Er kann dabei nicht nur Strände und die Uferpromenade bedecken, sondern auch den Hafen, die Bucht von Málaga und küstennahe Stadtteile einhüllen.
Normalerweise nimmt die Intensität des Nebels im Laufe des Vormittags ab, wenn die Sonne die Luft erwärmt. Ob und wie schnell sich der Taró auflöst, hängt jedoch von den jeweiligen atmosphärischen Bedingungen ab.
Der Taró als natürliche Bewässerung
Was für Urlauber zunächst wie schlechtes Wetter aussieht, hat für die Natur einen wichtigen Nebeneffekt. Der feuchte und kühle Nebel erreicht die Bergketten direkt hinter der Küste und versorgt die Vegetation mit zusätzlicher Feuchtigkeit.
An den Blättern und Nadeln der Pflanzen kondensiert das Wasser. Die Tropfen sammeln sich und gelangen anschließend auf den Boden.
Die Wassermenge ist zwar gering, für die Pflanzen aber wertvoll. Die Feuchtigkeit dringt in die obersten Bodenschichten ein und kann dort noch längere Zeit erhalten bleiben.
Das erklärt, warum Teile der natürlichen Vegetation an der Küste und in den Bergen von Málaga selbst während der trockenen Sommermonate grün bleiben können.
Gleichzeitig kühlt die Feuchtigkeit den Boden und kann dazu beitragen, dass Pflanzen weniger stark unter der sommerlichen Trockenheit leiden.
Ein ungewöhnliches Schauspiel über Málaga
Der Taró ist für die Menschen an der Costa del Sol ein bekanntes Wetterphänomen. Besonders eindrucksvoll kann er nachts sein, wenn die Nebelschwaden über die Stadt ziehen und das Landschaftsbild von Málaga verändern.
„Es ist ein wunderschönes Phänomen, vor allem nachts“, sagt der Meteorologe José Luis Escudero gegenüber der spanischen Tageszeitung Diario SUR. Für ihn sei der Taró sogar schöner als eine Sonnenfinsternis.
Quellen: Málaga Hoy, Flughafen Málaga-Costa del Sol, Málaga Guru



























































