Der Hafen in Málaga ist immer einen Besuch wert

Groß und erhaben steht er da. Der weiße steinerne Leuchtturm, mit Scheinwerfern, die seit dem Jahr 1887 den Schiffen den Weg Richtung Málaga leiten. Heute zeigt La Farola nicht nur den Schiffen, sondern Besuchern aus aller Welt den Weg. Seit 2011, dem Jahr der kompletten Umgestaltung, „spielt der Hafen eine entscheidende Rolle für die Stadt Málaga“, sagt Susana Gutierrez, die für die Kreuzfahrtschiffe verantwortlich ist.

Málaga, ganz im Süden Spaniens gelegen, hat schon immer Besucher angezogen. Schon vor 3.000 Jahren kamen die Phönizier auf der Suche nach neuen Handelsplätzen vom anderen Ende des Mittelmeeres in die Bucht von Málaga gesegelt. Sie gründeten unterhalb des Hügels, auf dem viele Jahrhunderte später die Mauren ihre Trutzburg errichten sollten, die Siedlung Malaka, die bald einer ihrer wichtigsten Handelsstützpunkte sein sollte. Wenige Jahrhunderte später aber verschwand das hochkultivierte Volk praktisch vom Erdboden, nachdem die Römer ihre Hauptstadt Karthago im Dritten Punischen Krieg (149 bis 146 vor Chr.) in Schutt und Asche gelegt hatten. Nichtsdestotrotz stößt man in Málaga bei nahezu jedem Spatenstich auf Spuren aus jener Zeit, als der Ort und sein Hafen entstanden.

Hafen und Stadt sind eins

Heute, 2.000 Jahre später, ist Málaga eines der meistbesuchten Touristenziele der Welt, und daran hat der Hafen einen ganz entscheidenden Anteil. Nach über 10-jährigen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen sind die Containerschiffe, die Fischkutter und alle industriellen Aufbauten in den Westbereich umgezogen, während der gesamte Ostteil der Passagierschifffahrt und der Stadt, ihren Bürgern und Besuchern geöffnet wurde. Eine halbe Million Kreuzfahrtpassagiere kommen pro Jahr. Dennoch achtet die Stadt darauf, gesund zu wachsen. „Wir wollen Entwicklungen wie in Barcelona oder Venedig vermeiden, sagt Kreuzfahrtchefin Gutierrez. „Málaga ist eine kleine Stadt und soll in Einklang mit der Stadt und den Bürgern wachsen.“

Und diese, die Bürger, kommen mit Begeisterung, denn Málagas Hafen ist heute nicht nur einer der modernsten, attraktivsten und elegantesten Europas, sondern auch ein Einkaufs- und Freizeitparadies für die ganze Familie. Der Hafen ist offen – zum Meer, zur Stadt und für alle da. Das war nicht immer so. Noch vor 15 Jahren war das schmuddelige Areal von einem Gitter umgeben und wer sich da hinein traute, fand verlassene Bruchbuden und streunende Katzen vor.

Heute kann man den Hafen von allen Seiten betreten, ganz gleich, von welchem Punkt aus. Von der Plaza de la Marina, die dem historischen Zentrum mit seinen vielen zur reinen Fußgängerzone gewordenen malerischen Gassen und der Hauptgeschäftsstraße Calle Larios vorgelagert ist, von der Kathedrale, vom römischen Amphitheater oder von der maurischen Alcazaba am Rathaus vorbeigehend oder von dem viel bewunderten Brunnen Fuente de las Tres Gracias am Ende des berühmten Paseo del Parque gelangt man in maximal zehn Gehminuten zum Ziel.

Elegante Flaniermeile

Von der zentralen Plaza de la Marina führt eine breite Wandermeile, der Palmeral de las Sorpresas (etwa: Palmengarten voller Überraschungen), etwa 150 Meter am Wasser entlang. Auf ihrer gesamten Länge sind links Hunderte verschiedener Palmenarten und andere subtropische Bäume gepflanzt worden, die eine optische Verbindung zu Málaga berühmten Stadtpark El Parque schafft. Entlang dieser Promenade laden Bänke und Kinderspielplätze zum Verweilen ein sowie eine Reihe von Restaurants,  Bars und Cafés.

Und wer jetzt noch Zweifel an der Modernität des Hafens hat, der sei auf den bunten Würfel des Museums Pompidou verwiesen, der sich am Eingangsbereich befindet und dessen Ausstellungen gut und gerne mit anderen großen Museen mithalten können. Ergänzt wird das Pompidou vom Museum für moderne Kunst CAC, vom Thyssen-Museum oder vom Picasso-Museum, die alle in Laufweite des Hafens liegen.

Was man im Hafen noch machen kann: sich auf eine der vielen Bänke setzten und einfach die Skyline von Málaga genießen. Die Kathedrale, die arabische Burg Alcazaba und die Festung Gibralfaro. Oder man blickt in die andere Richtung und sieht dem bunten Treiben rund um die Kreuzfahrtschiffe zu, die inzwischen an der neuen Mole landen können.

Aber wer wirklich etwas Außergewöhnliches erleben will, der sollte am besten in den späten Nachmittagsstunden, der Zeit, in dem die Sonne langsam untergeht und sich der Himmel von tiefblau in orange verfärbt, auf die Terrasse des gegenüberliegenden Marriot-Hotels AC Málaga Palacio gehen. Diese ist nämlich für Besucher geöffnet, was aber die meisten nicht wissen. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf das gesamte Hafengelände auf der einen und auf die imposante Kathedrale und die Innenstadt auf der anderen Seite.

Und wer Glück hat, der erhascht vielleicht auch einen Blick auf die Terrasse von Antonio Banderas. Der internationale spanische Schauspieler hat sich nämlich in seiner Heimatstadt ein Loft hoch über den Dächern der Stadt eingerichtet. Natürlich mit Blick auf den Hafen.

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