Spanien: Inflation gibt deutlich nach – Lebensmittel 16,5 Prozent teurer

Der Anstieg der Verbraucherpreise ist im Euroraum und in Deutschland mehr als doppelt so hoch wie in Spanien.

Inflation in Spanien im März 2023
Der Preisauftrieb für Lebensmittel fällt in der Provinz Málaga geringer aus als im Vormonat.

Inflation in Spanien im März 2023 – Anstieg um 3,3 Prozent

Die Daten zur Inflation, die das spanische Statistikamt (INE) für den Monat März meldete, machen Hoffnung, zumindest auf den ersten Blick. Danach sind die Verbraucherpreise in Spanien innerhalb von 12 Monaten lediglich um 3,3 Prozent gestiegen. Im Januar und Februar lag die Teuerung noch bei 5,9 beziehungsweise 6,0 Prozent.

Wirft man indes einen Blick auf die sogenannte Kerninflation, bei der unter anderem die stark schwankenden Energiepreise ausgeklammert sind, sieht das Bild schon etwas anders aus. Diese notiert in Spanien im März weiter auf sehr hohem Niveau bei 7,5 Prozent (Vormonat: 7,6 Prozent).

Stärkste Treiber der Inflation im März waren erneut die Lebensmittel. Deren Preise haben hierzulande um satte 16,5 Prozent angezogen. Im Februar lag dieser Wert mit 16,6 Prozent nur unwesentlich höher.

Inflation in der Provinz Málaga über dem Schnitt

In der Provinz Málaga bleibt der Preisauftrieb im März mit 4,0 Prozent, wie schon im Februar (7,2 Prozent) über dem spanischen Durchschnittswert (3,3 Prozent im März und 6,0 Prozent im Februar).

Während die Preise für Strom und Treibstoff in der Provinz Málaga im März gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gefallen sind, haben die Lebensmittelpreise weiter angezogen, um 16,8 Prozent. Immerhin: im Februar lag die Teuerung für Lebensmittel in Málaga noch zwei Punkte höher, bei 18,8 Prozent.

Preissteigerung im Euroraum und in Deutschland

Im Euroraum notierte die Inflation im März im 12-Monats-Vergleich bei 6,9 Prozent. Damit ist die Teuerung zwar deutlich niedriger als noch im Februar (8,5 Prozent) dafür aber mehr als doppelt so hoch wie in Spanien.

Auch in Deutschland ist die Inflation im März gegenüber dem Vormonat (8,7 Prozent) gesunken und liegt jetzt bei 7,4 Prozent. Die Nahrungsmittel verteuerten sich im März um satte 22,3 Prozent (Februar: 21,8 Prozent).

Wirft man auch hier einen Blick auf die Kerninflation, stellt man fest, dass diese im März in Deutschland bei 5,9 Prozent und im Euroraum bei 5,7 Prozent notierte. In beiden Fällen liegen die Werte für die Kerninflation unter denen der allumfassenden Teuerung.

In Spanien ist das genaue Gegenteil der Fall. Dort liegt die Kerninflation im März mit einem Anstieg von 7,5 Prozent deutlich über dem der Gesamtinflation (3,3 Prozent) und somit auch über den Werten im Euroraum und in Deutschland.

Euro-Zeitzins

Da die EZB den Euro-Leitzinssatz in den vergangenen Monaten deutlich erhöht hatte, auf aktuell 3,5 Prozent, rechnen Experten mit einer weiteren Beruhigung der Preisspirale. Eine weitere Erhöhung der Zinsen auf 4,0 Prozent scheint indes, trotz vermehrter Zahlungsausfälle von Privatpersonen und Unternehmen, keinesfalls ausgeschlossen.

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