Stausee La Viñuela in der Axarquía: Vom Dürre-Notstand zur historischen Erholung

Der größte Stausee der Provinz Málaga hat einen spektakulären Wandel erlebt.

Wasserstand La Viñuela

Wasserstand La Viñuela in der Axarquía

Der Stausee La Viñuela in der Axarquía hat einen spektakulären Wandel erlebt. Im Januar 2024 befand sich das größte Wasserreservoir der Provinz Málaga noch in der sogenannten „toten Speicherphase“ – mit nur noch 12 Kubikhektometern (hm³) bei rund sieben Prozent seiner Kapazität.

Heute liegt der Füllstand bei etwa 140 hm³, das entspricht 85 Prozent.

Auslöser für die drastische Erholung waren die anhaltenden Niederschläge von Ende 2024 bis April 2025, sowie zwischen Dezember 2025 und Februar 2026.

Das Jahr 2024 war eines der härtesten Dürrejahre eines insgesamt fünfjährigen Trockenzyklus. Die Wasserreserven der Provinz Málaga sanken zeitweise unter 100 Kubikhektometer (hm³), aktuell liegen sie bei rund 555 hm³.

Insgesamt erreichen die Stauseen der Provinz derzeit etwa 91 Prozent ihrer Kapazität.

La Viñuela ist mit 166 hm³ Speichervolumen der größte Stausee Málagas – paradoxerweise liegt er jedoch in der trockensten Region, der Axarquía.

Anfang 2024 musste Wasser mithilfe schwimmender Pumpen gefördert werden, da der Pegel unter die reguläre Entnahmestelle gefallen war. Nur dank der März-Regenfälle kam es nicht zum vollständigen Ausfall der Versorgung.

Wasserreserven in Málaga
La Viñuela ist derzeit wieder gut gefüllt. Foto: sas

Aktueller Wert ist der höchste seit 2013

Noch vor zwei Monaten lag der Füllstand in La Viñuela bei lediglich 45 Prozent. Der aktuelle Wert ist der höchste seit Mai 2013. Das historische Maximum wurde am 4. Februar 1998 mit 171,2 hm³ erreicht.

Der 1986 fertiggestellte und 1989 erstmals geflutete Stausee dient sowohl der landwirtschaftlichen Bewässerung als auch der Trinkwasserversorgung der Region.

Allein für die Versorgung der Bevölkerung der Axarquía werden jährlich 22 hm³ benötigt.

Der Bedarf der Landwirtschaft liegt sogar darüber. Allerdings sind bislang nur Teile der rechten Uferzone des Flusses Guaro bis zur Höhenlinie 140 Meter über dem Meeresspiegel angeschlossen.

Während der Dürrejahre blieb die Region monatelang in der „roten Phase“ schwerer Wasserknappheit, Bewässerungen wurden drastisch eingeschränkt.

Entscheidend für die Sicherung der Versorgung waren Wasserüberleitungen aus Málaga-Stadt mit bis zu 280 Litern pro Sekunde sowie Brunnen am Río Chíllar.

Parallel wurde die Nutzung von aufbereitetem Abwasser deutlich ausgeweitet, unter anderem durch zusätzliche Kapazitäten in Kläranlagen und Überleitungen von der Anlage Peñón del Cuervo im Osten Málagas. Auch Maßnahmen gegen Salzwassereintritt und der Bau zusätzlicher Speicherbecken wurden vorangetrieben.

Trotz der aktuellen Entspannung bleibt die strukturelle Absicherung der Wasserversorgung eine zentrale Herausforderung. Besonders die geplante Entsalzungsanlage in Vélez-Málaga gilt als Schlüsselprojekt.

Das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro soll jährlich 24 hm³ liefern – jeweils zur Hälfte für Landwirtschaft und Trinkwasser.

Der zuständige Betrieb Acuamed wartet jedoch weiterhin auf die endgültige Vorlage des Vorprojekts durch die lokale Wassergesellschaft Axaragua und die landwirtschaftlichen Nutzer.

Quellen: Diario SUR, Diputación de Málaga.

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein