Der deutsche Schaumweinkonzern Henkell Freixenet ist seit dem 2. März 2026 alleiniger Eigentümer des katalanischen Cava-Herstellers Freixenet.
Die Gründerfamilie Ferrer und der bisherige Ehrenpräsident José Luis Bonet haben ihre verbleibenden Anteile verkauft. Damit endet nach über 110 Jahren die Ära der Familienunternehmer aus dem Penedès: Freixenet, 1914 gegründet, liegt nun vollständig in deutschem Besitz. Finanzielle Details wurden nicht genannt.
Henkell hatte sich bereits 2018 mit 50,67 Prozent in Freixenet eingekauft – damals zu einem Preis von rund 220 Millionen Euro.
Danach teilten beide Seiten die Unternehmensführung: Andreas Brokemper für Henkell, Pedro Ferrer für die Gründerfamilie. Nun übernimmt Brokemper allein das Steuer. Pedro Ferrer bleibt als Ehrenpräsident der Freixenet S.A. dem Unternehmen zumindest symbolisch verbunden, ebenso wie Bonet.
Der Schritt war in der Branche erwartet worden. Nach dem Tod von Firmengründer-Erbe Josep Ferrer Sala im November 2024 hatten dessen vier Kinder und seine Witwe die Anteile geerbt. Dass die Nachfolgegeneration verkaufen würde, galt als wahrscheinlich.
Freixenet steht dabei unter Druck: Drei Jahre Dürre im Penedès haben die Traubenernte stark beeinträchtigt. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen 154 Mitarbeiter entlassen.
Gleichzeitig vollzieht der Konzern einen strategischen Wandel: Statt reinem Cava setzt Henkell Freixenet künftig auf eine breite Markenstrategie mit Prosecco, Champagner und alkoholfreien Schaumweinen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft Freixenet bereits keinen klassischen Cava mehr unter eigenem Namen, sondern einen Schaumwein aus anderen Anbaugebieten.
Henkell Freixenet gehört zur Geschwister Oetker Beteiligungen KG, die aus der Aufteilung des Oetker-Konzerns im Jahr 2021 hervorgegangen ist.
Quellen: El País, ElEconomista, Cinco dias.

























































